Kurzbeschreibung
Karl ist 21 und vorbestraft, weil er seine eigene Mutter an ihrem Sparkassenschalter überfallen hat. Nicht aus Gier Karl kann mit Geld wenig anfangen , sondern in der liebevollen Absicht, sie von ihrer akuten RAF-Phobie zu heilen. Nun fährt er in einem VW-Bus, der ihm nicht gehört, von der Lüneburger Heide nach Brandenburg: zur Beerdigung seines Großvaters, einst Hausmeister bei der Sparkasse, der aus dunklen Gründen in die DDR floh. Karl, damals noch ein Kind, will die Rätsel endlich lösen. War sein Großvater wirklich ein Informant des Verfassungsschutzes? Seine Suche führt Karl in die tragikomische Vergangenheit einer Familie zurück, deren Schicksal untrennbar mit der Modernisierung der heimatlichen Sparkasse verknüpft bleibt. Sie führt ihn aber auch in die Arme der schönen Streetworkerin Nane, die mehr über seinen Großvater zu wissen scheint, als sie preisgeben möchte ... «Geld oder Leben» ist zugleich Roadmovie und Entwicklungsroman. Sein Held wehrt sich gegen die Vorstellung, Lebensglück über Jahrzehnte anzusparen, er fordert es hier und jetzt und fährt einen wahren Schatz an Erfahrungen ein.
Über den Autor
Jan Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, studierte deutsche und skandinavische Literatur in Stockholm und Berlin, wo er seit 1993 lebt. Er arbeitet als freier Autor, Werbetexter und Musiker. Seit 1997 singt und textet er für seine Band «Herr Nilsson», deren vierte CD «Einfacher sein» (2003) vom «Spiegel» als ein «Ereignis deutschsprachiger Popmusik» begrüßt wurde. 2003 erschien auch Böttchers viel gelobtes literarisches Debüt, die Erzählung «Lina oder: Das kalte Moor».