Ich habe das Buch - weil es köstlich und stilistisch großartig geschrieben ist - verschlungen.
Birgit Vanderbeke hält uns mit ihrem "Geld oder Leben" eine Spiegel vor - und das ist nicht immer angenehm. Aber auf den Punkt geschrieben. Die Oberflächlichkeiten, in denen wir uns bewegen (herrlich: die Anfänge des nutzlosen Kabelfernsehens!), die Gier nach Geld, Status, Anerkennung - sie selbst nimmt sich übrigens nicht aus und behauptet nicht, der Standpunkt ihrer Protagonistin sei der Richtige. Vanderbeke stellt sie einfach daneben mit einem eigenen, anderen Lebensentwurf. Aber die Typen, die beschrieben werden (Lu, die Feministin, jede/r von uns kennt eine Lu!) sind ein Kaleidoskop der bundesrepublikanischen Wirklichkeit.
Einschränken möchte ich, daß das Buch ind er Tat seine Wirkung nur entfaltet bei Leser/innen, die ca. vor 1960 geboren sind - und einiges so auch selbst erlebt haben.