Ich habe noch nie ein Buch über Geld gelesen, das so viele Facetten auf so fundierte Weise abdeckt: Geld als Tauschversprechen, Geld als Information, als religiöses und geistiges und archetypisches Symbol, als Ersatz für Liebe, Anerkennung und Glück, Freiheit und Unabhängigkeit, um nur einige zu nennen.
Das Buch beschäftigt sich damit, wie wir über Geld zu denken gelernt haben, mit den Zusammenhang zwischen Geld und Selbstwert, und es eröffnet einen Zugang zu einem konstruktiven Umgang mit Geld. Es enthält zahlreiche tiefgehende Übungen zum Mitschreiben und Kontemplieren, durch die der Leser Klarheit darüber erhält, wie es um seine eigene Beziehung zum Geld bestellt ist und wie er diese transformieren kann.
Was mir besonders gut gefiel, war das Kapitel über reiche Menschen und ihre Sorgen. Denn da es relativ wenige von ihnen gibt, werden sie überwiegend beneidet. Frau Sebastian zeigt auch die Nöte und Probleme reicher Menschen, und der Leser merkt buchstäblich: Geld allein macht eben wirklich nicht glücklich. Und um ein reicher Mensch zu sein, braucht es nicht nur das Geld, sondern auch die Bereitschaft, sich ständig mit diesem Geld zu beschäftigen - und diese Beschäftigung besteht durchaus nicht nur im Ausgeben.
Obwohl der Schreibstil klar und sachlich ist, bringt die Autorin immer wieder auch eigene Erfahrungen ein. Das bringt eine persönliche Note in das Buch - neben all den nützlichen Informationen. Was mir außerdem gut gefallen hat: sie wertet nicht. Die Autorin beschreibt alle möglichen Situationen, ohne sie in Gut und Schlecht einzuteilen.
Fazit: Wer sein Verhältnis zum Geld einmal wirklich gründlich beleuchten will, für den ist dieses Buch wirklich sehr empfehlenswert.