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Geld im Mittelalter
 
 
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Geld im Mittelalter [Gebundene Ausgabe]

Jacques LeGoff , Caroline Gutberlet
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608946934
  • ISBN-13: 978-3608946932
  • Originaltitel: Le Moyen Age et l'argent. Essai d'anthropologie historique
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 195.969 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Auszahlung am Jüngsten Tag: Als Geben noch seliger war als Nehmen.

Im Mittelpunkt des ökonomischen Denkensstand im Mittelalter die Gabe, nicht der Profit. Auch Händler und Bankiers sorgten sich zuerst um ihr Seelenheil. Am Beispieldes Geldes zeigt Le Goff, dass die Menschen im Mittelalter fundamental anders dachten und handelten.

Klappentext

Den Menschen des frühen Mittelalters war die Idee des Geldes als eines flexiblen, dauerhaften und leicht teilbaren Zahlungsmittels unbekannt. Nach dem Zusammenbruch des antiken Geldsystems entstanden zwar an einigen Orten regional gültige Kleinwährungen,und im Hochmittelalter kamen auch Bauern gelegentlich mit Münzgeldin Kontakt. Doch vor dem 13. Jahrhundert wäre ein Bauer nicht auf die Idee gekommen, Münzen als Wertvorrat zu vergraben - was in der Antike auch auf dem Land nicht ungewöhnlich gewesen war. Nicht zwischen materiell Armen und Reichen verläuft im Mittelalter zunächst der entscheidende soziale Unterschied, sondern zwischenhohem und niederem Stand. Im ausgehenden Mittelalter nimmt die Bedeutung des Geldes zu: in der konkreten Ökonomie ebenso wie in den Köpfen der Menschen. Damit kann der wirtschaftliche Wandel einsetzen.

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Den Werken des 1924 geborenen Historikers Jacques Le Goff begegnete ich zum ersten Mal, als ein Mitstudent in einem Seminar behauptete, der verdammenswerte Kapitalismus sei im Mittelalter entstanden. Denn damals entgegnete ihm der Professor, er solle sich doch lieber eingehend mit den Schriften des französischen Mittelalterspezialisten beschäftigen als solchen Schwachsinn zu predigen. Doch ganz so unschuldig an dieser These war Le Goff nicht, ließ sein bereits 1956 geschriebenes Buch "Marchands et banquiers au Moyen Age" doch solche Schlüsse zu, wenn man sie finden wollte.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später liegt nun wiederum ein Werk von Le Goff vor, in dem er sich der Bedeutung des Geldes im Mittelalter annimmt. Und um es gleich vorwegzunehmen: die Lektüre lohnt sich, falls man sich für dieses Thema und den Stand der neusten Forschung interessiert. Interessanterweise nennt Le Goff sein neustes Werk Essay, was Leser nachvollziehen können, die auch andere Bücher von ihm kennen. Denn üblicherweise sind Bibliographie und Anmerkungsapparat sehr viel umfangreicher als in diesem "Büchlein", wie es die Übersetzerin Caroline Gutberlet nennt. Ein 280 Seiten dickes Buch so zu bezeichnen, finde ich merkwürdig. Aber im Verlauf der Lektüre hatte ich ohnehin das Gefühl, die Übersetzung löse sich zu wenig vom französischen Original. Jedenfalls beeinträchtigt die starke Angleichung an die französische Syntax die Lesbarkeit.

Wie schwierig es ist, Geld einigermaßen verbindlich zu definieren, wird auch in einschlägigen Wörterbüchern und in diesem Buch klar. Und bewegt man sich in einem Zeitalter, in dem es keine ökonomischen Theorien und Begrifflichkeiten gibt, muss man sich erst recht mit Bildern und Metaphern behelfen. Le Goff zeigt anschaulich auf, dass Geld und Feudalismus einander nicht entgegengesetzt waren, das Geld auch auf dem Land zirkulierte und dessen Verbreitung eng mit den Einrichtungen fürstlicher oder königlicher Verwaltungen zusammenhing. Er erklärt seinen Lesern, warum sich die ideelle und soziale Aufwertung des Kaufmanns positiv auf die Handhabbarkeit des Geldes auswirkte und welche Rolle die Kirche spielte. Obwohl die Kirche im Laufe des Mittelalters so weit ging, das Geldnutzer unter bestimmten Bedingungen zu entschuldigen, blieb Geld das gesamte Mittelalter hindurch suspekt.

Hat man sich an den Satzbau einer lateinischen Sprache einmal gewöhnt, ist es nicht allzu schwer, den Ausführungen von Jacques Le Goff zu folgen. Und dem Verständnis dient auch, wie der Autor den Inhalt ordnet. Die Überschriften der 15 Kapitel ergeben so etwas wie einen roten Faden, an dem man sich als Leser halten kann, um eine ferne Zeit und ihre Ökonomie besser zu begreifen.

Mein Fazit: Obschon es bereits einige gewichtige Werke zur Geschichte des Geldes gibt, wird man an diesem Buch nicht vorbeikommen, wenn es um die Zahlungsmittel und den wirtschaftlichen Austausch im Mittelalter geht. Und lesen sollte es auch, wer sein Millionengehalt mit dem Argument rechtfertigt, in der Geschichte der Menschheit sei es schon immer um Profit gegangen. Nein, es gab auch Zeiten, in denen sich Händler und Banker auch um das Seelenheil sorgten.
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