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Geld. beat .synthetic: CopyShop Abwerten bio/technologischer Annahmen
 
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Geld. beat .synthetic: CopyShop Abwerten bio/technologischer Annahmen [Illustriert] [Broschiert]

Renate Lorenz , Stephan Geene , Susanne Schultz , BüroBert , Minimal club


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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Vorwort

,Technologie' wird von Seiten der Industrie, Medizin, in den Medien und vermehrt auch über Kunstausstellungen als herrschendes gesellschaftliches Paradigma aufgebaut. Demgegenüber fehlt ein breiter und kontinuierlicher linker Widerstand, wie er etwa in den 80er Jahren von feministischen Gruppen gegen Gen- und Reproduktionstechnologien formuliert wurde. Dieses Buch versucht daher, einen Zusammenhang verstreuter kritischer Praxis herzustellen, die in unterschiedlichen sozialen Bereichen wie an Universitäten/Symposien, in aktionistischen Gruppen oder im Kunstbereich entsteht: Feministische und gesellschaftskritische Formulierungen, Überlegungen zur Rolle von Kunst bei der Ästhetisierung von Biotechnologie, Archive, Recherchen, Öffentlichkeitsarbeit gegen konkrete biotechnologische Manöver oder praktische Interventionen (z.B. gegen Patentierung und Freisetzung).

Es ist offenkundig, daß sich die Durchsetzung von Bio/Technologien in einem Bereich abspielt, der sich im engeren und weiteren Sinn als Kultur versteht: sie läuft auch über Darstellungen und Moden im Populärbereich und wurde im Kunstsektor mit einer Reihe von Ausstellungen vorangetrieben. Gegenwärtig erweist es sich als zunehmend schwierig, zwischen einem einfachen Gefallen an Technologie und Techno-Ästhetik, einer Angleichung an die Vorgaben der Industrie und offen reaktionären techno-eugenischen Phantasien zu unterscheiden. Es ist daher kein Zufall, daß wir uns - beginnend mit der Veranstaltungsreihe geld*beat*synthetic - zuerst in einem Kunst-Raum formulierten. Der Ausgangspunkt unserer Kritik war, Gen- und Biotechnologien eindeutig abzulehnen, aber die eigene Verwicklung in die kulturelle Vermittlung der Technologien und ihre Attraktionen nicht nur nicht zu leugnen sondern auch produktiv zu machen. Eine Beschäftigung mit den Modellen, dem Metapherngebrauch in der Gentechnologie, mit Techno-Ästhetik, mit den Analogiebildungen aus dem Bereich der Kommunikationstechnologien und den daran geknüpften gesellschaftlichen Utopien zeigt, daß eine Beschreibung auf der faktisch-empirischen Ebene gentechnologischer Anwendungen (Gentherapie, Pränataldiagnostik, Gentests, Pharmazie, Tier und Pflanzenzucht) zu kurz greift. Auf der anderen Seite vernachlässigt eine kulturalistische Analyse, die sich ausschließlich mit Darstellungen beschäftigt, wie sie durch die verschiedensten Medien hervorgebracht oder verbreitet werden, ihre politische Konkretisierung (die Beschreibung von Machtkonstellationen, Profiterwartungen etc.)

Eine Kritik von Bio/Technologien aus dem Kunstkontext heraus wirft aber auch andere Probleme auf: Wie anschlußfähig ist als Kunst aufgewertete Kritik, wie verläßlich sind die eigenen sozialen und politischen Zusammenhänge, welches Verhältnis besteht zum Widerstand einer radikalen Linken, wenn dieser angeschlagen ist bzw. sich im Umbruch befindet?

Die Ausstellung when techno turns to sound of poetry brachte eine größere Gruppe von Künstlerinnen und Kulturakteurinnen zusammen, deren Ausgangspunkt eine feministische Kritik an Bio- und Kommunkationstechnologien war. Mit den beiden Ausstellungen Game Girl und Nature entwickelte sich eine z.T. enge Zusammenarbeit mit anderen aktivistischen oder publizistisch agierenden Gruppen, die in ihrer grundsätzlich ablehnenden Position mit uns übereinstimmen. Diese Projekte wurden zuerst in der Shedhalle Zürich - als Teil des dort seit 1994 verfolgten Programms - durchgeführt.

Das Buch ist eine Zusammenfassung unterschiedlicher Überlegungen/Interventionen, aber noch mehr Ansatzpunkt, weiter zu gehen: Nach wie vor stellen sich einer expliziten Kritik an Bio/Technologien Schwierigkeiten in den Weg, die zuerst die Frage nach den Aussichten auf Öffentlichkeit betreffen. So sind KritikerInnen mit einem Desinteresse in weiten Teilen der Linken ebenso konfrontiert wie mit dem verbreiteten Mythos, die Behandlung eines Themas wie das der Biotechnologien setze Expertenwissen voraus. Nichtsdestoweniger ist es entscheidend, sich selbst gegenüber bio-politisch gestutzten Machtverhältnissen verhalten zu können, im besseren Fall organisieren zu können. geld.beat.synthetik versteht sich als Investition in eine Unternehmung, die sich die Sprengung der gesellschaftlichen Bedeutung von Biotechnologie vorgenommen hat.


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