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Das Geld der Nonnen und Mönche: Münzrecht, Münzprägung und Geldumlauf der ostfränkisch-deutschen Klöster in ottonisch-salischer Zeit (ca. 911-1125)
 
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Das Geld der Nonnen und Mönche: Münzrecht, Münzprägung und Geldumlauf der ostfränkisch-deutschen Klöster in ottonisch-salischer Zeit (ca. 911-1125) [Taschenbuch]

Sebastian Steinbach


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Pressestimmen

Eine Rezension ist in der Zeitschrift Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters (Band 65, 1; Seite 277f.) erschienen: Die Dissertation entstand am Institut zur interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens (IEMAN) an der Universität Paderborn, wäre aber ohne den direkten Kontakt zum Berliner Münzkabinett kaum zu realisieren gewesen. Neben den Münzen werden Schriftquellen in breitem Umfang herangezogen. Zentrale Felder der Untersuchung sind klösterliches Münzrecht, monastische Münzprägung und die Verwendung des Geldes im Umfeld der Abteien in ottonisch-salischer Zeit. So kann es kaum verwundern, wenn der Autor am Beginn das Münzrecht und seine Verleihung an Klöster behandelt. Beachtenswert sind die Beobachtungen über die in den Urkundentexten unterschiedlich verwendeten Begriffe „moneta publica“ und „moneta in proprium“ („moneta propria“), ist doch der Charakter des Münzrechts immer noch nicht gänzlich geklärt. Man möge nur daran denken, dass am gleichen Ort königliche, herzogliche und klösterliche Münzen emittiert wurden (z.B. Esslingen, Zürich). Es folgen Geld- und Münzerwähnungen in chronikalischen und historiographischen Quellen (Widukind von Corvey, Thietmar von Merseburg, Adelbold von Utrecht, Lampert von Hersfeld, Adam von Bremen) sowie in klösterlichen Privaturkunden, Urbaren, Traditionen und hagiographischen Quellen. Anhand dieser Schriftzeugnisse wird erkennbar, dass in der Geldverwendung große regionale Unterschiedle, zum Beispiel zwischen dem Rheinland und Sachsen, bestanden. Überhaupt bestätigt sich die gängige Forschungsmeinung von einer eher gering zu veranschlagenden monetären Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft bis weit in das 12. Jh. hinein (gerade im Hinblick auf den Binnenwandel), was aber nicht bedeuten soll, dass lokale Ware-Geld-Beziehungen überhaupt keine Rolle gespielt hätten. Das nächste Kapitel wendet sich den monastischen Münzstätten und ihren Münzen zu, geordnet nach den Herzogtümern von Ober- und Niederlothringen bis Schwaben und Bayern. Nach einer kurzen Darlegung zur Gründungs- und Entwicklungsgeschichte des jeweiligen Klosters werden die Münzrechtsverleihungen genannt und die Münzen beschrieben. Letzteres erfolgt sehr ausführlich, besonders dann, wenn die Zuschreibung der Stücke nicht eindeutig ist. Nach diesem Textteil schließt sich der Typenkatalog der untersuchten klösterlichen Gepräge an, wobei insgesamt 149 Münztypen verzeichnet werden. Es folgt ein detaillierter Fundkatalog, in dem alle monastischen Münzen enthalten sind, die aus Schatzfunden herrühren (d.h. keine Einzelfunde). Hinzu kommen zahlreiche Karten, Tabellen und Übersichtsdarstellungen, die den Argumentationsverlauf untermauern und anschaulich gestalten. Am Ende stehen ein Verzeichnis und die Wiedergabe aller im Text genannten lateinischen Quellenstellen mit Erläuterungen sowie ein ausführliches Literaturverzeichnis.

Kurzbeschreibung

Im Jahre 833 übertrug König Ludwig der Fromme (814-840) dem Kloster Corvey an der Weser als erster Institution des Reiches das Münzrecht und eröffnete damit ein neues Kapitel karolingischer Münzprägung im ostfränkischen Reich zwischen 751 und 911. Von nun an war es nicht mehr allein dem König vorbehalten, Münzen in seinem Namen und mit seinem Bilde schlagen zu lassen. Besonders unter den mittelalterlichen Herrscherdynastien der Ottonen (919-1024) und Salier (1024-1125) wurde dieses nichtkönigliche Prägestättennetzwerk weiter ausgebaut und auf Bistümer, Grafschaften und Herzogtümer ausgeweitet.

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Numismatik (Münzkunde) und Mediävistik (Mittelalterliche Geschichte) in einem „intradisziplinären“ Projekt zu verknüpfen und damit den Anstoß zu einer neuen Sichtweise der Numismatik als wissenschaftlicher Teildisziplin innerhalb der mittelalterlichen Geschichtswissenschaft zu geben.

Gegenstand der Untersuchung ist dabei die Frage, inwieweit das Geld (lat. pecunia) und die Münze (lat. moneta) bereits bestimmend für das Alltagsleben der Menschen des späten 10. und 11. Jahrhunderts gewesen sein könnten und welche Rolle ihnen als Mittel der Herrschaftsausübung zukam. Den zur Beantwortung dieser Frage gewählten Ausschnitt stellen die Klöster des ostfränkisch-deutschen Reiches dar. Neben den numismatischen Zeugnissen (Münzprägungen der einzelnen Klöster) der Zeit werden auch schriftliche Quellen (Urkunden, Chroniken, Urbare, Traditionen, historiographische und hagiographische Texte) aus dem klösterlichen Umfeld analysiert. Dadurch wird ein facettenreiches Bild von Münzprägung und Geldwirtschaft innerhalb der Grenzen und Zeiträume ottonisch-salischer Herrschaft entworfen. Darüber hinaus können Grundstrukturen sowie Problemstellungen mittelalterlich-numismatischer Forschung anschaulich und verständlich diskutiert werden.

Die Publikation enthält einen umfangreichen bebilderten Typenkatalog der untersuchten klösterlichen Gepräge sowie einen detaillierten Fundkatalog monastischer Münzen in Europa. Hinzu kommen zahlreiche Karten, Tabellen und Übersichtsdarstellungen, die den Argumentationsverlauf untermauern und anschaulich gestalten. Den Abschluss bilden ein Verzeichnis und die Wiedergabe aller im Text genannten lateinischen Quellenstellen mit Erläuterungen sowie ein ausführliches Verzeichnis der numismatischen Literatur zum 10. und 11. Jahrhundert.


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