Dieses Buch behandelt den Einfluss des Geldes auf die Geschichte und reicht von der Antike bis in die Zeit zwischen den Weltkriegen.
Geld ermöglicht in seiner Eigenschaft als allgemein anerkanntes Tauschmittel erst den Handel und die Arbeitsteilung. Wenn es kein Geld gibt, ist der Wohlstand einer Gesellschaft deshalb vergleichsweise gering.
Auch bei den alten Griechen und Römern konnte man schon sehen, dass Geldwirtschaft Wohlstand bringt. Das Römische Reich endete deshalb auch, als die Geldwirtschaft zusammenbrach.
Erst unter Karl dem Großen kam die Geldwirtschaft langsam wieder in Gang. Im Mittelalter prägten viele Adlige und Bischöfe ihr eigenes Geld. Dieses wurde regelmäßig eingezogen und durch neues ersetzt, was mehrere Folgen hatte: (1) Die Menschen wurden an die Geldwirtschaft gewöhnt; (2) Horten lohnte sich nicht; (3) Das Geld blieb in Zirkulation und kurbelte die Wirtschaft an. In der Zeit der Gotik (12. bis 15. Jahrhundert) lebte die Menschheit am glücklichsten bzw. harmonischsten. Das sieht man an den kurzen Arbeitszeiten, den vielen Festen, der guten Ernährung, der Freude am Baden, der Bekleidung usw. Vor allem wird der Wohlstand in den zu dieser Zeit errichteten gotischen Kirchen sichtbar. Diese zeugen von Religiosität und Wohlstand. Woher stammt dieser Wohlstand? Er stammt vor allem aus dem Handel, welcher wiederum auf die Bürger der neu entstehenden Städte verweist. Durch den Zwist zwischen Kaiser und Fürsten konnten die Städte von den Lehnsherren unabhängig werden, sodass sie große Freiheiten genossen. Dadurch wurden die Arbeitsteilung gefördert.
Leider hielt dieser Zustand nicht für immer an. Frankreich verarmte durch den Hundertjährigen Krieg, was sich auf das Deutsche Reich auswirkte. Die Menschen verloren das rechte Maß; sie wurden ausschweifend und gierig. Die Bevölkerung sah dies besonders bei der Kirche (siehe Ablasshandel und Luther). Die neu entstehenden Nationalstaaten bekriegten sich. Dies alles mündete in Bauern- und Religionskriege und schließlich in den 30jährigen Krieg. Zur Finanzierung der Kriege entwertete der Staat die Münzen und lastete die dadurch entstehende Inflation den "Spekulanten" an. Zum Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit schwand somit das Vertrauen in die Marktwirtschaft; die Zünfte wurden wettbewerbsfeindliche, den Fortschritt hemmende Monopole und die Länder schotteten sich voneinander ab, damit das Geld im Inland verbleibt.
In Frankreich waren die Staatsfinanzen durch Kriege und Schlösser Ludwigs XIV. So zerrüttet, dass man den Schotten John Law ein Papiergeld einführen ließ. Dieses wurde auf staatlichen Wunsch immer weiter vermehrt, sodass es bald wertlos war. Nach der Französischen Revolution versuchte man es wieder mit Papiergeld und hatte ähnlichen Erfolg.
Schließlich setzte sich der Goldstandard durch. Deshalb musste der Staat mit dem meisten Gold den Ersten Weltkrieg gewinnen; das waren die USA. Die Goldbindung der Deutschen Reichsmarkt führte über die Reparationszahlungen in den Untergang unserer Volkswirtschaft. Die Weltwirtschaftskrise wirkte ähnlich.
Die Geschichte des Geldes zeigt, dass staatliche Eingriffe in die Handelspolitik (Merkantilismus) allenfalls kurzfristig funktionieren können (Colbert in Frankreich), aber langfristig Handelskriege nach sich ziehen. Staatliche Geldpolitik bedeutet notwendiger Weise Inflation. Beides ist für Handel bzw. Arbeitsteilung schädlich und mindert den Wohlstand eines Landes.
Was sind nun die Voraussetzungen für Wohlstand?
1. Kultur (Maß und Blick für das Ganze; im Mittelalter durch das Christentum verkörpert)
2. Freiheit (Selbstvertrauen statt staatlicher Befehle)
3. regelmäßige Erneuerung des Geldes
Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Die Zitate belegen, dass die Reallöhne zur Zeit der Gotik sehr hoch waren (zumindest in den Städten; aber die Bauern waren zu dieser Zeit noch nicht so belastet und die Städte im Gegensatz zu späteren Zeiten offen). Es stimmt, dass eine arbeitsteilige Gesellschaft ohne Geld nicht existieren kann. Das bedeutet aber nicht, dass mehr Geld immer gut ist (der Autor zeigt ja selbst, dass zu viel Geld Inflation erzeugt). Die These, dass Geld zirkulieren muss, ist heute auch widerlegt. Das Hauptanliegen des Autors bleibt im Unklaren; meint er mit der ständigen Erneuerung des Geldes vielleicht das Schwundgeld von Silvio Gesell? Heute wie damals stimmt es jedoch, dass die staatliche Geldpolitik die Menschen zu unproduktiven Tätigkeiten verleitet. Früher horteten die Leute aus Angst vor Münzverschlecherung ihr Silber oder Gold; heute wird das Geld in Rohstoffen und Derivaten angelegt wie damals in Ablassbriefen. Übrigens war nach dem Ersten Weltkrieg nicht der Goldstandard das Problem, sondern die falsche Bewertung des Goldes aus politischen Gründen.