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Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer [Gebundene Ausgabe]

Gerhard Seyfried
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Mai 2008
"Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht."Kaiser Wilhelm II.
Spannend, farbig, faktenreich: das erste große historische Epos über Deutschlands koloniale Vergangenheit und den Boxeraufstand in China - von Gerhard Seyfried
1900, Peking. Baron von Ketteler, der deutsche Botschafter in Peking, wird von einem Mitglied des fremdenfeindlichen Geheimbunds der chinesischen"Boxer"erschossen - der Startschuss zum"Boxeraufstand". Missionare, chinesische Christen und"fremde Teufel"werden landauf, landab massakriert. Tausende chinesische Aufständische wollen das Gesandtschaftsviertel in Peking stürmen, in dem die schlecht bewaffneten Diplomaten und ihre Familien, Diener und Gäste sich in ihrer Verzweiflung verschanzt haben. Das chinesische Kaiserhaus gibt sich entsetzt, scheint aber im Geheimen mit den Aufständischen zu paktieren - und tut nichts. Unter den Belagerten befindet sich auch die gerade frisch in China eingetroffene Familie des deutschen Kaufmanns Lenk, dessen Handelsimperium in der deutschen Kolonie Tientsin gerade zu florieren begann. Sein Sohn ist vor wenigen Tagen bei einem Ausflug zur chinesischen Mauer verschwunden - wahrscheinlich entführt. Einundfünfzig Tage müssen die Belagerten unter immer dramatischeren Umständen ausharren und um ihr Leben fürchten ...

Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 643 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821857978
  • ISBN-13: 978-3821857978
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 491.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"... minutiös recherchierte Roman, der auch als historisches Buch zu lesen ist." (Focus, 19. Mai 2008) "Gerhard Seyfried verbindet seinen historischen Roman über den Aufstand der Boxer, die im Jahr 1900 versuchten, die Kolonialmächte aus China zu vertreiben, mit eine Einzelschicksal." (dpa, Juni 2008) "Seyfrieds Dokumentarroman lässt uns die deutsch-chinesische Geschichte und damit auch das moderne China besser verstehen. (...) Gerhard Seyfried ist ein spannender Roman gelungen. Er lehrt uns, dass Fremdherrschaft keinen Bestand hat, ja scheitern muss." (RBB - Stilbruch, 22. Mai 2008) "Seyfried gelingt es, eine politische Dynamik zu beschreiben, die nicht nur das chinesische Kaiserreich hinwegfegen sollte." (Rheinischer Merkur, 15. Mai 2008) "Gerhard Seyfried legt den Finger abermals in eine Wunde der deutschen Vergangenheit und berichtet detailversessen aus einer Epoche, über die hierzulande noch immer viel zu wenig gesprochen wird." (NDR - Buchwelt, 4. Juli, Norbert Bourgeon) "Gerhard Seyfried entfaltet auf über sechshundert Seiten einen Tatsachenroman über Deutschlands koloniale Vergangenheit in Fernost, greift in die Farbtöpfe und pinselt ein kolossales Gemälde." (Handelsblatt, Dietmar Petersen, 25. Juli)

Über den Autor

Gerhard Seyfried, geboren 1948 in München, verbrachte den Großteil seines Lebens in München und Berlin. Mit seinen Cartoons und Comics, etwa "Wo soll das Alles enden", "Invasion aus dem Alltag" und "Flucht aus Berlin", wurde er in den siebziger und achtziger Jahren zu einer Ikone der deutschen Linken. Im Frühjahr 2003 veröffentlichte Gerhard Seyfried den historischen Roman "Herero", im Herbst 2004 folgte "Der schwarze Stern der Tupamaros". Mit "Gelber Wind" liefert er den ersten deutschen Roman über den Boxeraufstand.


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Kundenrezensionen

3.7 von 5 Sternen
3.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorbildlicher historischer Roman 12. Juni 2009
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Wer wenig gesehen hat, staunt über vieles. Er sieht ein Kamel und denkt, dass dieses Pferd einen einen geschwollenen Rücken hat."
(Chinesisches Sprichwort)

Da auch die (deutsche) Kolonialgeschichte zu meinen Interessen zählt, habe ich bereits im Februar 2009 das Sachbuch "Kolonialkrieg in China. Die Niederschlagung der Boxerbewegung 1900-1901" gelesen und rezensiert. Der amerikanische Monumentalfilm "Die 55 Tage von Peking" (1963) bietet diesbezüglich eine äußerst freie Darstellung, die sich kaum an die historischen Ereignisse und Personen hält. Vor diesem Hintergrund und den bisherigen, kontroversen Kundenrezensionen wird "Gelber Wind oder der Aufstand der Boxer" durchaus zu einer sorgfältig zu lesenden und zu analysierenden Lektüre.

Zunächst sei bemerkt, dass die mehr als 600seitige Handlung des Romans nicht "mitten in der Zeit der Opiumkriege" spielt, denn der zweite und letzte endete bereits 1860, also vierzig Jahre zuvor. Es sind auch nicht die "Westmächte", die gegen die sowohl wirtschaftlich-sozial, als auch religiös-national motivierten "I-ho-ch'üan" (Faustkämpfer für Recht und Einigkeit, kurz "Boxer" genannt) zu Felde ziehen, sondern sechs europäische Nationen plus US-Amerika und Japan, die jeweils ihre eigenen imperialistischen Ziele verfolgten. Der Roman ist weder "leicht zu lesen", noch wird er nach der Hälfte "besonders qualvoll".

Zu seiner literarischen Bewertung ist zu sagen, dass weite Teile der Handlung durch lebendige Dialoge geprägt werden und auch Telegramme, Berichte, Befehle pp. als Stilmittel eingesetzt werden.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitreise 9. August 2008
Von Dillinger
Format:Gebundene Ausgabe
Gerhard Seyfried ist nach seinem Erstling "Herero" wiederum das - leider im deutschen Literaturbetrieb im Gegensatz zum anglo-amerikanischen - so seltene Kunststück gelungen, detailiertes historisches Faktenwissen in eine packende und anschauliche Form zu gießen.

Dieses Buch ist meines Erachtens nach nicht bloß ein "Historienroman" a la Ken Follet sondern hat vielmehr einen soliden geschichtswissenschaftlichen Unterbau (siehe dazu etwa den umfassenden Anhang sowie die historischen Karten), der gleichsam als "Trägerfolie" für die handelnden Personen dient. Hier - wie einige Vorrezensionen vermeinen - vom Autor zu verlangen, einerseits akkurate, chronologisch präzise und faktentreue Detailschilderungen mit möglichst romanesken und schillernden Persönlichkeiten und "Beziehungsplots" zu verknüpfen, wäre ein Spagat, der wohl von keinem Autor verlangt werden kann.

Ich finde, dass gerade diese semi-dokumentarische, oft minutiöse, Schildung eine eigene Art von Spannung generiert, die sich sehr wohltuend von anderen, auschließlich oder überwiegend fiktiven Geschichtsromanen abhebt. Man hat dabei überwiegend den Eindruck als "Zeitreisender" mitten in das Geschehen geworfen zu sein.

Alles in allem: eine spannende, bunte und historisch korrekte Zeitreise in ein Stück stiefmütterlich vernachlässigter Zeitgeschichte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Diesen berühmt-berüchtigten Satz verkündete Kaiser Wilhelm II. zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in seiner Hunnenrede, mit der er die deutsche "Schutztruppe" - ein Begriff, der auch heute noch aktuell ist - nach China entsandte, um das von Aufständischen belagerte Diplomatenviertel Pekings "aufzuräumen". "Wie vor 1000 Jahren die Hunnen sich einen Namen gemacht haben, so möge der Name Deutscher auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bekannt werden, dass niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen auch nur scheel anzusehen." Die Soldaten nahmen Wilhelm wörtlich, und seit der "Hunnenrede" galt der Name als Synonym für deutsche Zerstörungswut.

Mitten in der Zeit der Opiumkriege, nach einer offiziellen Kriegserklärung Chinas gegen die Westmächte, bekämpfen die "Boxer" - Mitglieder des chinesischen Geheimbundes Yi-he quan ("Faust für Recht und Einigkeit") - unterstützt durch die Kaiserin-Witwe Tzu Hsi, die christliche Missionierung und gewaltsam übergestülpte Modernisierung und Industrialisierung mit ihrer einhergehenden Zerstörung von Traditionen durch die Kolonialherren: "Man hat dann angefangen, Eisenbahnen zu bauen; Webereien und Fabriken und Dampfschifffahrt eingeführt", so Gerhard Seyfried. "Es haben Abertausende von Chinesen die Arbeit dadurch verloren. Das sind alles Leute, aus denen sich die Boxerbewegung rekrutiert hat."

Gerhard Seyfried, der in den 70er und 80er Jahren als Cartoon-Zeichner berühmt wurde, hat daraus einen opulenten Roman gemacht, der den Leser die deutsch-chinesische Geschichte, vielleicht sogar das heutige China, besser verstehen lässt.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Brillant recherchiert - schwer zu lesen 6. November 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Gerhard Seyfrieds Roman "Gelber Wind oder der Aufstand der Boxer" handelt, wie es der Titel bereits nahe legt, von den Boxeraufständen im Jahr 1900 in China.

"Boxer" wurden die chinesischen Aufständigen genannt, die gewaltsam gegen die europäischen, aber auch US-amerikanischen und japanischen Kolonialisierungsversuche, ankämpften. Ein Höhepunkt dieser Aufstände war die Ermordung des deutschen Gesandten, Baron von Ketteler, auf offener Straße in Peking.

Seyfried verwebt in seinem Roman geschickt tatsächliche Ereignisse und Personen mit frei erfundenen Charakteren und Handlungen.
Seine Protagonisten sind eine junge Privatlehrerin, die für die Familie eines deutschen Geschäftsmannes in China arbeiten soll, ein Journalist, der aus China für verschiedene deutsche Zeitungen berichtet, ein Marine-Offizier, der mit dem ostasiatischen Kreuzergeschwader vor China unterwegs ist und ein Reichstagsabgeordneter, der ein Auge auf die in Berlin wartende Verlobte des Marine-Offiziers geworfen hat. Aus Sicht dieser Menschen, deren Schicksale sich im Laufe der Handlung miteinander verknüpfen werden, werden die historischen Ereignisse dargestellt.

Der Roman ist in vier Teile und viele Kapitel aufgeteilt, die streng chronologisch aufgebaut sind. Jedes Kapitel nennt Ort und Datum der Handlung - dieser Stil gewährt zwar stets einen guten Überblick, jedoch wird dadurch auch der Eindruck, es könnte sich hierbei ebenso um einen Tatsachenbericht handeln, verstärkt. Es ist überaus faszinierend, wie detailliert Seyfried nicht nur die Ereignisse, sondern auch die entsprechenden Hintergründe (z.B.
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