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Kundenrezensionen

78
3,5 von 5 Sternen
Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden
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111 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Habe mir das Buch gekauft, um etwas Schlaues zum Thema Älterwerden zu lesen - und wurde nicht enttäuscht. Leise Verzweiflung machte sich bei mir breit angesichts der Tatsache, dass viele meiner Altersgenossen ihr Leben im "letzten Drittel" hektischer und stressiger denn je gestalten. Da werden altbewährte Ehen plötzlich geschieden, nervenzerfetzende Liebschaften angefangen. Nicht nur die Männlein, auch die Weiblein orientieren sich hier gern an (erheblich) Jüngeren, was ich einfach (schon als Beobachter) furchtbar anstrengend (für beide Betroffenen) finde. Ist das offizielle Berufsleben beendet, werden noch einmal Firmen gegründet, Läden oder Restaurants eröffnet. Manche Ältere meinen, nun plötzlich als "Künstler" Karriere machen zu müssen. Es werden schreckliche Bilder gemalt und Ausstellungen in unschuldigen Ostsee-Gemeinden organisiert. Hektische Reisetätigkeit setzt dem Fass die Krone auf und selbstverständlich muss man bei all dem noch blendend aussehen und dünn wie ein Bindfaden sein.
Wilhelm Schmid sorgt hier für Entlastung. Er ermuntert den Leser, die Freuden des höheren Alters anzunehmen und zu genießen. Wir sind raus aus dem Wettbewerb? Wie wunderbar. Wir können lesen, Musik hören, mit unseren Enkeln spielen - oder einfach nichts tun, aus dem Fenster schauen und sinnieren. Was für ein schöner Luxus! Wir entwickeln Schrullen, Eigenheiten, Gewohnheiten, von denen wir nicht mehr lassen wollen? Das ist gut, weil es unser Leben leichter und einfacher macht. Wir möchten nicht mehr aus unserer gewohnten Umgebung weg, um nochmal nach ins Ausland zu gehen oder doch mindestens in die Hauptstadt zu ziehen, wo das Leben tobt? Dann sollten wir einfach dazu stehen. Wir sind jetzt ganz gerne mal alleine, möchten einige nervige Zeitgenossen aus dem Adressbuch streichen und uns ansonsten auf den Kreis der Menschen beschränken, die uns wirklich etwas bedeuten? Falsch kann das nicht sein.
Leider geht der Trend dahin, einen älteren Menschen, der sich nach einem Leben in Ruhe und Einfachheit sehnt, zu diskriminieren. Nicht selten wird eine solche Sehnsucht wie eine Art Krankheit behandelt, die man mit Medikamenten und Coaching-Programmen meint "behandeln" zu müssen. Es ist erscheckend, wie vielen älteren Menschen Anti-Depressiva verordnet werden. Wer diese Medikamente braucht, soll sie natürlich bekommen. Aber oft werden die Pillen schon verordnet, wenn Menschen ein gesteigertes Ruhebürfnis entwickeln oder sich ein wenig aus der lärmigen Welt zurückziehen wollen. Das kann's nicht sein.
Die Art, wie Wilhelm Schmidt den Leser ermutigt, das Alter mit seinen Einschränkungen, aber auch vielen neuen Möglichkeiten anzunehmen, finde ich sehr ansprechend. Das Buch hat nichts von der Penetranz eines Lebensratgebers, es reiht einfach kluge Gedanken aneinander, gewürzt von Zitaten großer Denker. Auch den Gedanken an den näherkommenden Tod - und wie man ihn irgendwann ohne Panik annehmen kann - behandelt Schmid in seinem Buch. Ich werde das kleine Bändchen an einige Freunde verschenken. Es ist eins jener Bücher, nach deren Lektüre man sich bereichert fühlt und auf einige Dinge einen neuen Blick hat. In vielen Situationen, in denen ich mich früher aufgeregt habe, denke jetzt an Passagen aus Schmids Buch und stelle fest: Es hat mich wirklich ein wenig gelassener gemacht. Ich muss natürlich noch weiter "üben".
Vielen Dank, Herr Schmid!
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166 von 187 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Seit längerem wollte ich mal ein Buch von Wilhelm Schmid lesen, der sich ja mit seiner „Lebenskunst“ eine ergiebige Nische auf dem Buchmarkt eingerichtet hat. Nun habe ich zufällig zur „Gelassenheit“ gefunden.

Offenbar handelt es sich bei dieser Art Bestsellern um kurzgefasste Handreichungen, die man statt einer Tafel Schokolade o.ä. gut verschenken kann. Das ist es dann aber auch. Auf originelle Gedanken bin ich kaum gestoßen (womöglich finden sich welche in den umfangreicheren Büchern des Autors). Stattdessen: ein Schnellfeuer an Plattitüden, von wenigen Ausnahmen abgesehen (etwa das kleine Lob der „Feindschaft“ auf den Spuren Nietzsches).

Nun gehöre ich sicherlich noch nicht zum Seniorenpublikum, aber „älter“ wird man ja schon lange, bevor das eigentliche Alter einsetzt. Und ich denke mir, als wirklich alter und lebenserfahrener Mensch muss man sich von dieser Art „Lebensweisheit“ ein bisschen verschaukelt vorkommen. Es wirkt, drastisch gesagt, wie eine Ansprache an bereits Vierteldemente, denen man Selbstverständlichkeiten als Selbstgedachtes und Banalitäten als der Weisheit letzten Schluss offeriert. Zum Beispiel: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Kaffee zu trinken.“ Oder: „Eine Lust, die im Alter eher noch intensiver wird, ist die Lust des Gesprächs… Aber das Gespräch scheitert, wenn keiner zuhören will…“ Oder: "Aus der Zukunft wurde Gegenwart, aus der Gegenwart Vergangenheit." Ja, so ist das mit der Zeit.

Man liest viele schlichte Sätze, die trotzdem noch geschwollen klingen: „Das Medium der Annäherung von Menschen ist oft die Berührung.“ Was soll hier das Floskelwort „Medium“? Menschen berühren sich gern, Berühren tut gut – aber das hätte dann wohl doch zu dürftig geklungen.

Und was ist von einem Philosophen zu halten, der ständig die Formulierung „Sinn machen“ verwendet? Und über die Liebe im Alter Sätze wie den Folgenden verfasst: „Übereinander herzufallen kommt nicht mehr so oft vor.“

Immerhin weiß ich jetzt, wie man einen Bestseller schreibt: den Leuten das sagen, was sie sowieso wissen, dem Ganzen aber einen etwas feierlichen Rahmen geben…
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60 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Philosoph Wilhelm Schmid hat eine außerordentliche Begabung. Sehr lebensnah versucht er seine Lebenskunstphilosophie zu verorten. Dies gelingt ihm auch. Denn seine Ideen, die ihren Grund in dem Selbstsorge-Konzept des französischen Philosophen Michel Foucault haben, wirken authentisch. Schmid schafft es in seinen kleinen Büchern, wahre Erörterungen zum jeweiligen Thema zu schreiben.

Das Buch „Gelassenheit“ beschäftigt sich mit dem Älterwerden. Statt Trübsal zu blasen, sorgt sich Schmid, das Gegenteil zu tun. Er ermuntert, die Aufgaben des Älterwerdens anzunehmen, sicher in dem Bewußtsein, dass jede Lebensphase seinen Reiz hat. So ist das Buch „Gelassenheit“ von einem Optimismus geprägt, der das höhere Lebensalter eher reizvoll erscheinen lässt.
Schmid fordert den Leser auf, ein eigenes Verhältnis zu den Aufgaben des Älterwerdens und des Alters zu finden. Ermutigung ist die eine Seite der Medaille. Gut verstandener Protest ist die andere Seite der Medaille. So schreibt Schmid plakativ: „Art of Aging statt Anti-Aging – eine Kunst des Älterwerdens, um mit diesem Prozess zu leben statt dagegen anzuleben.“ (11)

Zehn Schritte schlägt Schmid vor. So schreibt er über ein „Verständnis für die Eigenheiten des Alt-und Älterwerdens“ und über „Gewohnheiten, die das Leben leichter machen“. Unter anderem formuliert Schmid, von unschätzbarer Bedeutung beim Älterwerden sei die Freundschaft. Vertrautheit sei die Schönheit der Freundschaft. Konkreter: „Der Freund ist ein Mensch, von dem ich nichts will und nichts erwarte, mit dem ich einfach nur gerne zusammen bin, weil er so ist, wie er ist. Es macht mich froh, dass da einer ist, der mich mag und ich ihn, bei dem ich Verständnis finde und er bei mir, bei dem ich Privilegien genieße und er wiederum bei mir.“ (82)

Schmid sinniert auch über die „Besinnung, um heiter und gelassen zu werden“. Er schreibt davon, dass es bei der Besinnung um „die Suche nach Sinn, nach Zusammenhang“ gehe. Der Sinn, um den es gehe, sei eher selten der Sinn des Lebens als vielmehr der Sinn im Leben, „der Sinn einzelner Phänomene und Erfahrungen“ (86).

Während der Lektüre stellt sich mehr als einmal die Frage, ob die zahllosen Psychotherapeuten und Psychiater arbeitslos wären, wenn die Gegenwartsmenschen mehr und mehr sich mit philosophischen Vorstellungen eines Lebenskunstphilosophen Wilhelm Schmid auseinandersetzen würden. Ersetzt ein kleines Buch im Jackentaschenformat die Gebührenordnung für niedergelassene Mediziner und ambulante Psychotherapeuten ? Es würde möglicherweise nicht nur zu einer Heiterkeit führen, würde man diese Idee einmal in einer breiteren Öffentlichkeit diskutieren.

„Die eigene Deutung des Lebens ist der oberste Gerichtshof der Existenz, nur vor sich selbst hat ein Mensch sich für sein Leben zu rechtfertigen.“ (88) Dieser Gedanke ist nicht einer radikalen Subjektivität geschuldet, sondern einer wirklichen und überzeugenden Haltung zur Eigenverantwortung. Schmid lässt es unter anderem führen in eine innere Haltung, die jeder einzelne Mensch zu entwickeln hat: „Mit Hilfe von Besinnung kann anstelle einer finalen Nervosität schließlich die ultimative Gelöstheit entstehen, die auch als Heiterkeit bezeichnet werden kann.“ Haben Sie keine Angst, setzen Sie sich mit Wilhelm Schmid auseinander. Es lohnt sich.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. April 2015
Nicht lesenswert - nicht tief. Allgemein Bla Bla. Keine neuen Ideeen. Formulierungen nicht pregnant und nicht weise. Preis - Leistungs Verhältnis nicht angemessen
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2015
Das Buch habe ich mit großer Erwartung erworben um mich in der mir bereits eigenen Gelassenheit noch mehr zu bestärken, weitere positive Ansätze zu finden, den (wunderschönen) Herbst des Lebens noch mehr zu genießen. Doch Kapitel für Kapitel wird - unterbrochen durch ein paar lieblos eingefügte Zitate, zum Beispiel über die "Kunst des Lebens" - nur immer weiter detailliert die Mühsal des Alterns zerpflückt. Dieser Lebensabschnitt hat so viel Schönes, so viel Reichtum, so viele Erlebnisse - warum muss ich da über die schwindende Liebeskraft, die sich verstärkende Vergesslichkeit, ja die herannahende Inkontinenz so haarklein aufgeklärt werden?
Mit jedem weiteren Kapitel hoffte ich, dass nun endlich ein fröhlicher Ansatz des Lebens, eine Aufforderung zum "Genießen", ein sich freuen auf die tollen Erlebnisse dieses Lebensabschnitts kommen muss - leider gefehlt!
Zum Glück bin ich zutiefst in mir ruhend, zufrieden, glücklich, genieße jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick - dieses Buch hat es nicht geschafft mich "herunter" zu ziehen.
Wer diese tiefe Festigkeit in sich nicht hat, der sollte dieses Buch um Gottes Willen nicht lesen - es geht ihm bestimmt danach schlechter wie zuvor!
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2015
Wie, Sie sind etwas "älter" und haben bisher noch keine Idee, auf was Sie sich demnächst gefasst machen müssen? Tja, dann hilft Ihnen dieses kleine und freundlich aussehende Büchlein deutlich weiter. Darin verzeichnet sind wirklich alle kleinen und großen Leiden, die Ihnen jenseits der 50 begegnen können. Alles was Ihnen an körperlicher und geistiger Lebenskraft im Laufe der zweiten Lebenshälfte verloren gehen wird, ist hier anschaulich dargestellt. Jede Krankheit, die Sie, statistisch gesehen, bald erhaschen wird, ist aufgeführt.

Was bietet der Autor als Rezept - immerhin ist auf dem Cover angedeutet, dass wir etwas "gewinnen werden" beim Älterwerden! Das Rezept ist kurz und beschränkt sich auf die Dankbarkeit, dass Sie es überhaupt bis hierher geschafft haben! Und dass es ganz wichtig ist, den widrigen Statistiken und deprimierenden Aussichten mit ganz viel Gelassenheit zu begegnen. Freuen Sie sich über Ihr biblisches Alter! Es hätte Sie ja auch schon viel früher erwischen können! Was macht es denn da, dass Sie bald nichts mehr ohne Brille sehen können und keine Treppe mehr hochkommen? Und ja, irgendwann (ziemlich bald) werden Sie einsehen, dass eine schöne Umarmung doch genauso intim sein kann, wie früher der Sex war (den können Sie sich jenseits der 50 mit all dem Bluthochdruck und den Rückenbeschwerden eh bald abschminken - aber macht ja nix :)

Mich hat dieses Buch absolut schockiert! Ich hatte es mir als leichte Zuglektüre am Bahnhof gekauft. Großer Fehler! Statt ein amüsantes kleines Buch über die Vorzüge des Alters zu geniessen, musste ich mich den erdrückenden Darstellungen hingeben, was mit fortschreitendem Alter alles weniger wird - aber macht ja nix. Auch der Alzheimer wartet quasi um die Ecke - aber macht ja nix. Mit den sportlichen Leistungen wird's jetzt bald eng - wenn da überhaupt noch was geht - aber macht ja nix! Wir sehen das ja alles ab sofort gelassen. Da wird in leichter und oberflächlicher Sprache einfach mal über Ihr enormes Risiko spekuliert, demnächst an Alterskrankheiten dahin zu siechen.

Dieses Buch war das erste Buch, dass ich auf einem Bahnsteig beim Umsteigen im Abfalleimer entsorgt habe! Ich könnte es ja noch nicht einmal weiter verschenken oder im Zug liegenlassen! Wem will man das denn antun? Diesen negativen Ausblick auf die zweite Hälfte des Lebens kann man wirklich niemandem zumuten. Und dass vielleicht etwas Gelassenheit und Ruhe ein gutes Rezept im Alter sein wird, ist wohl wahr. Aber diese Dichte an deprimierenden Aussichten und die Durchgängigkeit, mit der das Glas halbleer gesehen wird, hat nichts mit "gewinnen" zu tun.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Juli 2014
Dieses Buch hat mich berührt. Meine Gedanken, meine Gefühle. Älterwerden ist ein Privileg, genau wie die damit gewonnen Möglichkeit zu Gelassenheit. Unseren Grosseltern war das noch nicht vergönnt. Da war der Kampf ums Überleben wichtiger als das Leben in Gelassenheit. Gönnen wir uns also dieses Buch, das Philosophieren, die Hoffnung auf ein schönes, gelassenes Alter! Welcher Generation nach uns wird das mit unserem Konsumerbe noch vergönnt sein? Dieser Gedanke raubt mir dann doch ein Stück mühsam errungener Gelassenheit!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Juni 2015
Der Autor beschreibt offensichtlich seine eigenen, wenig originellen Erfahrungen mit dem Älterwerden, verpackt in pseudophilosophischen Schnickschnack und Fragmente klassischer Bildung. Die vermeintlichen Kernaussagen hält er für so bedeutsam, dass er sie rot hervorhebt; wohl sehr von sich überzeugt. Schon im Vorwort macht er sich darüber lustig, dass vom "Älterwerden" die Rede ist. "Ist älter nicht die Steigerungsform von alt? Wollen Menschen also lieber älter sein als alt? Wenn ich 60 werde, ... werde ich mich selbst nicht als älter bezeichnen, alt zu sein wird mir genügen." Hat der Mann Probleme! Man fragt sich, ob der die deutsche Sprache nicht beherrscht oder den Bezugspunkt des Wortes "älter" nicht verstehen will. Wer das für Philosophie hält, mag das Büchlein "aus einem Philosophenhaushalt" lesen.
In zehn Schritten (Kapiteln) schildert Schmid Aspekte des (wohl eigenen) Älterwerdens und umschreibt dabei umständlich Begriffene wie "Besinnung", "Heiterkeit", "Gemeinsamkeit" usw. Diese Passagen lesen sich wie Abschriften aus einem Lexikon oder seinen früheren Büchern. So füllt er die 115 Seiten.
Die Krönung sind die abschließenden "metaphysischen" "Gedanken zu einem Leben nach dem Tod" und dem Sinn des Seins in Kapitel 10. Die metaphysische Dimension "muss keines Wegs, wie manche glauben, "jenseits der Natur" sein (ta meta ta physika, wie eine Schrift des Aristoteles nachträglich betitelt wurde). Es könnte sich auch um die diesseitige kosmische Natur handeln, die jede Endlichkeit weit überschreitet,, sie also im Wortsinne transzendiert". "Energien können in andere Energieformen umgewandelt, jedoch nicht vernichtet werden. Im Klartext heißt das: Energie stirbt nicht. Ein anderes Wort für Energie könnte Seele sein "(?!). Auf diese, im Text durchaus versteckte, durch nichts begründete, völlig unsachliche, unwissenschaftliche Gleichsetzung und den Energieerhaltungssatz aus der Physik wird dann die pseudowissenschaftliche These einer nicht alternden, letztlich unsterblichen Seele gestützt. "Wenn dann wieder ein Ich entsteht, beginnt erneut das große Staunen. Atome staunen nicht, staunen kann nur die Kombination von Atomen, die irgendwann "Ich" sagt." Bemerkenswerte Erkenntnis, so schön geschwollen formuliert, dass man es für Philosophie halten könnte.
Utinam tacuisses, philosophus mansisses.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Juli 2014
Das Beste an dem Büchlein ist seine "Verpackung": (fast) quadratisch, praktisch und - gut zum Verschenken. Deswegen verkauft es sich wohl auch so gut. Am Inhalt kann es meiner Meinung nach nicht liegen. Um zur angestrebten Gelassenheit zu kommen, bedarf es mehr als der zehn angeführten Denkanstöße. Ein vertieftes Weltverständnis und daraus resultierend eine gesicherte Selbsterkenntnis werden benötigt. Das kann das Büchlein nicht leisten. Auch Faust stand vor dem Problem: "Anti-Aging" oder "Better-Aging"?. Faust verschrieb sich dem Teufel, Schmid dem Kommerz.
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39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. März 2014
Wir leben in einer Zeit, in der Jugendlichkeit idealisiert und die Endlichkeit des Lebens tabuisiert werden. Lebenssinn wird reduziert auf die Steigerung des Habens (Erich Fromm: Haben oder Sein). Glück wird zum Objekt der spirituellen Leistungssteigerung, angeboten auf dem Markt zwischen Produkten wie Abnehmen oder Zen . Erfolgszwang in jeder Beziehung lässt Menschen ausbrennen.
In dem neuen Büchlein von Wilhelm Schmid findet sich ein wunderbarer Gegenpol zu all dem: ein Juwel seelsorglicher Philosophie, Lebenskunst im besten Sinne: die Begegnung mit der Kunst, das Alter und das Älterwerden gelassen und humorvoll anzunehmen. Schmid erkennt die Polarität des Lebens an: Lust und Schmerz, gute und böse Tage, die Melancholie, Leben in Fülle und die Realität des Scheiterns. Schmid unterscheidet sich wohltuend von der Riesenflut esoterisch angehauchter Ratgeberliteratur nach dem Motto: “Ich bin dann mal positiv!”
Der Gnadenlosigkeit der Selbstoptimierung setzt Schmid eine weise Milde entgegen, die sogar den Feind aufwertet: “Hat der Feind es aufgrund langjähriger Treue nicht verdient, aufrichtige Anerkennung in seiner Rolle zu finden? Ein Feind kann Ansporn zu großen Dingen sein, die ansonsten sehr schwer gefallen wären.”
Der 17jährige Sohn Schmids hat gerade die Schule geschmissen. Auf die Frage des Vaters, was hilfreich beim Älterwerden sei, weiß der Sohn vortrefflichen Rat: “Gutmütige Kinder.” - Der Philosoph hat zuhause Alltag. Das tut beim Lesen gut, denn nichts ist abgehoben, aber alles ist in dieser Philosophie gut aufgehoben.
Humor kommt nicht zu kurz: Der letzte (erdachte) Erdentag des Philosophen möchte auf köstliche Weise der Tatsache entfliehen, dass der Tod uns und auch ihn wahrscheinlich in denkbar ungünstiger körperlicher und seelischer Verfassung antrifft.
Aber dies ist nur das vorletzte Kapitel. Das letzte Kapitel eröffnet die Tür zu einem möglichen neuen Raum des Seins. Aber wenn es nun doch nicht so sein sollte? - “Dann war dieses eine Leben wenigstens ein schönes Leben!”
Ein schönes, warmherziges, gnädiges Buch!
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