Schon allein der Anfang, in dem die Geschichte der Luxusliner -riesigen fliegende Kisten- beschrieben wird, ist überzeugend. Warum? Ganz einfach, der Autor spricht mit der Stimme seiner Hauptperson Jack Randall und die erscheint irgendwie bekannt. Keine Kopie, nein, sondern eine neue Version aus Bladerunner und Bruce Willis. Jack Randall -ehemaliger Cop in einem der riesigen Luxusliner- ist auf der Flucht (wie sollte es auch anders sein) vor dem Organisierten Verbrechen und den Mächtigen, denen er in seiner starrsinnigen Wut zu oft auf die Füße getreten ist. Doch er will die offene Rechnung noch begleichen. Dass ist der eine Teil der Handlung, der mit Erinnerungen an seine Vergangenheit, seine Familie und seine toten Freunde und seine orientierungslosen Gedanken zu seiner aktuellen Situation erfüllt sind. Die andere Seite dreht sich um den Teil von Randalls Vergangenheit, bevor er Cop wurde. Als Teenager meldete er sich als Soldat, für den Krieg in "Dem Spalt". Was Michael Marshall Smith bewogen hat, diese Idee in diesem Buch zu verwirklichen, läßt sich wohl nicht mit Sicherheit sagen. Man kann es genial oder völlig verrückt nennen. Jedenfalls wurde durch einen speziellen Programm-Code, der sich im WWW verselbständigte, eine neue Dimension geöffnet und dort lebten Wesen, und fremder als alles andere. Die Militärs hatten nichts besseres zu tun als diese Dimension zu erobern. Das Ganze wurde ein Desaster und nur wenige Soldaten überlebten die Aktion. Seitdem ist Der Spalt tabu, nur wenige Tore in diese Dimension existieren noch. Als ob seine aktuellen Probleme dann nicht schon genug wären, holt Randall dann auch noch diese Vergangenheit ein. Die Story ist teilweise unglaublich abgefahren, aber der ironische Sarkasmus Randalss hält alles immer im Lot. Ein brillante Geschichte zwischen Wahnsinn und realer Zukunft. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)