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Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus
 
 

Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus [Kindle Edition]

Wolfgang Streeck
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Streeck findet eine Form soziologisch aufgeklärter Krisenerzählung, die es erlaubt, klarer zu sehen, statt angesichts der Komplexität der Welt zu resignieren.«

(Süddeutsche Zeitung)

»Man muss Streecks Skepsis nicht teilen, aber sie ist wohlbegründet. Seinem Buch sind viele Leser zu wünschen.«

(Steffen Vogel taz. die tageszeitung)

»Seine soziologische Gesamtanalyse der Krise [ist] durchaus lesenswert, weil sie den inneren Zusammenhang ihrer ökonomischen, politischen und sozialen Aspekte nachdrücklich beleuchtet.«

(Martin Huber WDR 3 "Passagen")

»Streeck erweist sich mit seiner fulminanten Studie als ein scharfsinniger Kritiker, der weder Fürstenberater für markthörige Politiker noch achselzuckender Beobachter schicksalhaft hinzunehmender Entwicklungen sein will.«

(Lutz Wingert Süddeutsche Zeitung)

»Keine leichte Sommerlektüre, aber ein wichtiger reality check, der deutsche Illusionen überzeugend verhagelt.«

(Eva Marlene Hausteiner Philosophie Magazin)

»Wolfgang Streecks Buch ... beruht auf profunder, in jahrzehntelanger Forschung erworbener politökonomischer Expertise, ist glänzend geschrieben und voller präziser Beobachtungen und Pointen.«

Kundenrezensionen

4.5 von 5 Sternen
4.5 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, das Zusammenhänge aufzeigt 24. Juli 2013
Von Gerhard
Format:Gebundene Ausgabe
Anhand seiner wissenschaftlichen Herkunft aus der Schule Adorno beurteilt er die Entwicklung in der EU, im Euro und in der Wirtschaft allgemein. Er sieht die Demokratie in Gefahr durch die Verlagerung von Kompetenzen und sog. „Marktmacht“ und warnt vor immer stärkeren Eingriffen in Renten, Sozialprogramme. Belegt durch die tägliche Entwicklung. Viele Tabellen liefern Hintergrund.
Zentralbanken werden zu gigantischen Badbanks mit angeschlossener Notenpresse. Er stellt die Frage, wie lange die Bürger dies hinnehmen.
Seine Lösung liegt in höheren Steuern, mehr Einfluss der Bürger und des Staates und vor allem Rückgabe des Rechtes auf Änderung der Währungsparität nach den Erfordernissen des Staates bis zum Schuldenschnitt zu Gunsten des Staatsvolkes und zu Lasten des Machtvolkes.

Er zeigt die Zusammenhänge zwischen den Amtsträgern bei den Staatsbanken, Goldman, der EZB und bei den Staatsregierungen und EU-Ämtern klar auf. Die EU verlangte niemals von Griechenland die Besteuerung der Reichen mit Wegzugsteuer oder der internationalen Einkünfte und Vermögen. Er fordert die Bürger auf, sich gegen einen undemokratischen europäischen Einheitsstaat zu wehren.

Meine Kritik:

Es wird nicht einbezogen:
• Die Frage, was braucht der Staat, wird nicht gestellt.(Moloch Staat) Die Ausgabenseite greift er nicht auf. Weder in der EU-Organisation, den Nordstaaten aber auch nicht in Griechenland oder der Bürokratie im Allgemeinen. Der Autor geht davon aus, dass die Ausgaben im Wesentlichen die sozial schwachen Bürger betreffen und nur hier „gespart“ werden soll.
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Falk Müller TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor zeigt, wie die Politik seit vielen Jahrzehnten immer wieder mit Geld Zeit kauft, um die Lösung der Probleme, für die man keine Antwort hat, in die Zukunft zu verschieben. Das beste Beispiel ist die derzeitige Euro-Krise. Mit immer neuen Rettungsmilliarden wird versucht, überschuldeten Krisenländern wieder auf einen wirtschaftlichen Wachstumskurs zu bringen. Doch Streek zeigt im Buch, dass diese Strategie zum Scheitern verurteilt ist, weil es der staatlichen und europäischen Wirtschaftsförderung bisher so gut wie nie gelungen ist, die Unterschiede zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Regionen zu verringern.

Doch der Autor macht auch klar, dass diese Form von Krisenmangagement nicht nur weitgehend wirtschaftlich nutzlos ist, sondern sogar die Demokratie in ganz Europa gefährdet. Denn die Souveranität von Staaten wird beschnitten, die Regierungen unterwerfen sich den Finanzmärkten und machen eine Politik gegen die eigene Bevölkerung: entweder in dem sie ihre Bürger zu Zwangssolidarität verpflichten oder indem sie ihnen schmerzhafte soziale Einschnitte abverlangen. Streek ruft daher die Bürger auf, sich gegen einen undemokratischen europäischen Einheitsstaat zu wehren - mit Hilfe der Reste ihrer nationalen Demokratien. Fazit: ein wichtiges Buch zur rechten Zeit.
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36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz bittere und einleuchtende Erkenntnis 27. März 2013
Von Frank
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Nach der Lektüre dieses Augenöffners habe ich es begriffen: Seit Ende des Weltkrieges ging es im Westen immer nur um den möglichst friedlichen Erhalt des kapitalistischen Systems. Solange bis das Konkurrenzsystem besiegt war.

Der Friede wurde anfangs durch reale Beteiligung der Lohnabhängigen an Produktivitätsfortschritten und Gewinnsteigerungen erzielt. Weil sie nicht wussten, wie gut es ihnen dabei ging, schlugen die Gewerkschaften mit immer höheren Forderungen und Streiks über die Stränge. Das Kapital trat auf die Bremse.

Fortan musste der Staat uns Arbeiter und Angestellte glauben machen, dass wir beteiligt werden: Zuerst durch Inflation, die unsere in Lohnabschlüssen erzielte Kaufkraft wieder aufzehrte. Dann kamen Reagan und Thatcher und traten auf die Inflationsbremse, in dem sie ihre Leitzinsen erhöhten. Investitionen wurden gebremst, Arbeitsplätze gingen verloren. Wir zahlten die Zeche. Die deutsche Wirtschaft suchte einen Weg, von der heimischen Nachfrage und Lohnentwicklung unabhängig zu werden: Sie setzte auf Exporte. Eine Rhetorik, der sogar SPD und einige Gewerkschaften bis heute folgen.

Der Staat sprang ein: Er finanzierte die ausgedörrten Sozialkassen auf Pump. Reagan und Thatcher, später auch Kohl wurden die Schuldenkönige der westlichen Welt. Bis auch das nicht mehr weiter ging.

Der letzte Weg für die Politik war: Nicht mehr den Staat, sondern die Bedürftigen selbst in Kreditaufnahme zu treiben. Der "Subprime" wurde durch Deregulierung ermöglicht. Die finanziell Schwachen sollten nicht merken, dass es mit ihrem Wohlstand seit Jahrzehnten abwärts ging, der Kredit wirkte als Betäubung. Bis auch das crashte.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut geschossen, nur etwas zu kurz 4. Juli 2013
Von Volkmar Weiss TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Bei dem Buch handelt es sich um sehr gelungene Analyse der letzten Jahrzehnte Gesellschaftsentwicklung, mit einem Blick in die nahe Zukunft. Streek sieht als eine der Möglichkeiten (auf S. 234), auf die wir zusteuern, "die Inflation ... als Strategie zum Schuldenabbau, zuerst langsam im Schritt, dann möglicherweise auch trabend, und am Ende vielleicht sogar galoppierend und außer Kontrolle geratend." Wie sollte es auch anders kommen? Als Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln spricht er damit eine Einsicht aus, auf die die meisten Bürger aber auch schon allein gekommen sind.

Aber Streek wird noch deutlicher (auf S.235): "Wenn der Kapitalismus ... auch die Illusion sozial gerechten Wachstums nicht mehr erzeugen vermag, kommt der Moment, an dem sich die Wege von Kapitalismus und Demokratie trennen müssen. Der heute wahrscheinlichste Ausgang wäre dann die ... Diktatur einer vor demokratrischer Korrektur geschützten kapitalistischen Marktwirtschaft. Ihre Legimität hinge davon ab, dass diejenigen, die einmal ihr Staatsvolk gebildet haben" - Streeck spricht also vom Volk in der Vergangenheit, denn es gibt dann offenbar nur noch Multikulti-Bevölkerung; Streek nennt es "vereinigtes Marktvolk" - "gelernt hätten, Marktwirtschaft und soziale Gerechtigkeit für dasselbe zu halten." Funktionieren kann das aber nur, solange es den Konsumenten noch einigermaßen gut geht. Andernfallls werden sie diese Gesellschaftsform hinwegfegen und die Überlegungen des Verfassers überflüssig machen.

Wenn man als Direktor eines solchen Instituts berufen werden will, muß man sich zuvor jahrzehntelang der Politischen Korrektheit befleißigt haben.
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5.0 von 5 Sternen Ich bin zufrieden mit der schnellen und korrekten bestellung
Ich bin zufrieden mit der schnellen und korrekten bestellungIch bin zufrieden mit der schnellen und korrekten bestellungIch bin zufrieden mit der schnellen und korrekten bestellung
Vor 4 Monaten von Gerhard Alkenbrecher veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Gefällt mir sehr
wegen der Einblicke in die komplexen Prozesse. Hilfreich für Politiker und Steuerzahler und alle die diese Problematik verstehen wollen. JA
Vor 7 Monaten von Rosa Maria Andersch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Verriß des EURO
Streeck liefert eine eigenwillige und spannend zu lesender Interpretation der EURO-Krise aus der Sicht eines von der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer,... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Roland Springer veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Schwer nach zu vollziehen, daß es »Gekaufte Zeit« bis zur...
»Ich möchte im Folgenden eine historische Narration der kapitalistischen Entwicklung seit den 1970er Jahren vorschlagen, die eine Verbindung herstellt zwischen dem, was ich... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Rumpelstilzchen veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch
Einer der interessantesten Beiträge zur aktuellen Diskussion über die Finanzkrise. Sehr erhellende Darstellung der Ursachen und Folgen seit dem Ende der Nachkriegszeit.
Vor 11 Monaten von Axel Baumann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr verständlich
Wer sich für Kriesen innerhalb der Europäischen Union und die Finanzpolitische Entwichklung interissiert, dem kann ich diese Buch sehr empfehlen. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Peter Knaup veröffentlicht
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