Im Buch geht es um die sog. "Achtsamkeit", die in der Forschungsliteratur zum "Buddhismus" oftmals als der "Kern der Lehre" bezeichnet wird.
Interessanterweise ist die "Achtsamkeit" mittlerweile auch Gegenstand anderer Forschungsdisziplinen (Psychologie und Neurologie, siehe hierzu beispielhaft die Suchergebnisse z.B. zu Dr. Britta Hölzel betreffend Harvard University; siehe auch FAZ vom 03.04.2008).
Was man von dem Buch also nicht erwarten darf:
"Schnelle Anleitungen" i.S.v. Lebenshilfe-Literatur.
Was man von dem Buch erwarten darf:
Liest man es gründlich und setzt sich gleichermaßen mit den Inhalten auseinander, wird ein "geistiger Prozess" angestoßen, an dessen Anfang Neugier und dann später ein (kleiner) Gewinn an Gelassenheit und Einsicht ("lassen") stehen.
Der besagte Prozess dreht sich im Wesentlichen um das Erkennen von Motivationen, die zu "unnützem" oder "leidbringendem" eigenen Handeln führen. Dafür nennt die Lehre drei Gruppen:
"unbedingt haben wollen" (d.h. Gier, mit z.B. den Folgen entweder Angst zu haben, etwas nicht zu bekommen oder es wieder zu verlieren),
"unbedingt nicht haben wollen" (d.h. Ablehnung, mit z.B. der Folge etwas allein deshalb zu hassen, weil es nicht dem eigenen Wunsch entspricht),
"unbedingt nicht wahr haben wollen" (d.h. Verblendung, mit z.B. der Folge etwas derart zu verzerren und zu entstellen, dass es wieder in das eigene Wunschbild passt).
Als Alternative wird angeboten sich die Frage zu stellen, wie das eigene Handeln für einen selbst als auch für andere wenigstens nicht schädlich, idealerweise nützlich ist.
Das Buch zeigt insofern keinen direkten Weg auf, wie "man gelassen wird", sondern direkt zeigt, weshalb man es nicht wird / werden kann.
Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die nüchterne Gelassenheit ("Lassen" + "Annehmen") als absolutes Grundprinzip gegenüber der Umwelt (Menschen, Dinge, Geschehnisse) durch Achtsamkeitsübungen zu entwickeln (z.B. durch reines + wertfreies Beobachten von Vorgängen wie z.B. der eigenen Atmung). Diese Methode hingegen ist einfach, direkt und wirksam.
Außerdem vermittelt das Buch m.E. die Eisicht, dass Menschenkenntnis ("Menschenverständnis") stets bei sich selbst beginnt.