Amazon.de-Hörbuchrezension
Gruselgeschichten: meisterhaft gelesen, auf hohem literarischen Niveau. Allerdings: verschärftes Gruseln, dieses heiß-kalte Kindheitsgefühl, will sich nicht so recht einstellen.
Totes, Unsichtbares, Untotes, Ungreifbares: Themen, mit denen Erzähler seit jeher ihren Lesern den Wahnsinn unter die Schädeldecke treiben möchten. Fast stets ist es Nacht und, merkwürdig, durchweg gruselt es Männer.
Leider haben die Hörbuchmacher hier auf den reinen Text gesetzt. Worte aber bleiben -- auch bei größter Meisterschaft der Lesenden -- immer einen Tick zu rational, als dass einem wirklich gräsig am Rücken würde. Ein paar wirkungsvolle Geräusche hätten dem Hörhorror gewaltig aufgeholfen. Am nächsten kommt dem Gruselideal des Rezensenten noch die einzige Sprecherin, Renate Kuhn (bekannt aus Ein Fall für zwei). Sie liest die Schilderung (Julio Cortàzar) einer nicht greifbaren Bedrohung im stillen Haus: Das könnte auch hier sein und jetzt, und da gruselt es einen dann doch. --Michael Winteroll
Lesung, 2 CDs, knappes Booklet mit Kurzporträts der Autoren und Schauspieler, Gesamtspieldauer ca. 120 Minuten.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Ambrose Bierce wurde 1842 in Ohio geboren und begann nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges eine Karriere als Journalist. Berühmt wurde er durch seine meisterhaften Kurzgeschichten und Erzählungen. 1913 ging er nach Mexiko, wo er auf rätselhafte Weise spurlos verschwand.Mark Twain, eigentlich Samuel Clemens, wurde am 30.11.1835 in Florida (Missouri) geboren. Im Alter von 12 Jahren musste er die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb.
Von 1857 bis 1860 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, mußte aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen.
Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Conneticut).Alfred Andersch, 1914 in München geboren, war nach dem Krieg u. a. Redaktionsassistent Erich Kästners bei der 'Neuen Zeitung', gab zusammen mit Hans Werner Richter die Zeitschrift 'Der Ruf' heraus, nahm an den ersten Tagungen der Gruppe 47 teil und war Herausgeber der literarischen Zeitschrift 'Texte und Zeichen'. Er lebte seit seinem Weggang als Leiter der Redaktion 'radio-essay', die er beim Süddeutschen Rundfunk begründete, als freier Schriftsteller in der Schweiz, wo er 1980 starb.Michael Quast, 1959 in Heidelberg geboren, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und eroberte sich sein Publikum als vielseitiger Komödiant, Solokabarettist und Operettenregisseur. Als Schauspieler war er u.a. am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, an den Hamburger Kammerspielen und am Schauspiel Frankfurt engagiert. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Michael Quast lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.