Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bunte Fantasiereiche der Comic Strips, 13. November 2008
Der unglaublich interessante junge deutsche Autor, Thomas von Steinaecker, der mit "Wallner beginnt zu fliegen" (siehe auch meine Rezension vom 17.10.2007) debütierte und für dieses Buch mit Recht viel Aufmerksamkeit bekommen hat, stellt jetzt seinen zweiten Roman mit dem verheißungsvollen Titel "Geister" vor.
Zum Plot: Eines Tages verschwindet die sechsjährige Ulrike auf ihrem Schulweg. Alle Suche nach ihr ist ergebnislos, sie bleibt spurlos verschwunden, kehrt nie wieder nach Hause zurück. In dem nächsten Erzählstrang lernen wir den Psychotherapeuten Jürgen kennen, der seine ältere Schwester nie kennen gelernt hat. Sie bleibt undefinierbares Wesen in seiner Biographie, hat für ihn etwas Mythisches, bis zu dem Tag, an dem er die Bekanntschaft der Comic-Zeichnerin Cordula macht.
In diesem Erzählstrang versucht der Autor etwas sehr Schwieriges, nämlich zu beschreiben was passiert, wenn einem die eigene Identität zerfällt und man das Gefühl hat, das alles was man gespenstisch nur noch in Bildern wahr nehmen konnte, der so genannte visuelle Bildspeicher zerspringt. In ihrem Comic Strip Ute lässt er Cordula das Schicksal von Ulrike wieder aufgreifen, lässt durch die Flucht in Mangas (aus Japan stammender handlungsreicher Comic, der durch besonders grafische Effekte gekennzeichnet ist) die verschwundene Ulrike wieder am Leben teilhaben. So entsteht im Grunde eine zweite Identität für Ulrike, wie für alle Menschen, die sich in Comic Figuren verwandeln. Schritt für Schritt begibt sich Jürgen immer mehr in die Abhängigkeit der mysteriösen Cordula und verwebt sich zunehmends in die esoterischen Fantasiegebilde ihrer abenteuerlich grotesk utopischen Comic Strips.
Die ganze Geschichte hat einen sehr theoretischen Hintergrund, es gelingt ihm diese komplexen Vorgänge ohne jedweden Jargon in eine wirkliche Geschichte zu packen. Thoma von Steinaecker, der über literarische Foto-Texte promoviert hat, ist es ganz ausgezeichnet und eindrucksvoll gelungen diese komplexen Vorgänge mit einem sehr theoretischen Hintergrund, ohne jedweden Jargon in eine wirkliche Geschichte zu packen. Ich empfehle dieses Buch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lese lieber ungewöhnlich, 2. November 2008
Mir hat's wirklich sehr gut gefallen. Ein Buch für alle, die mal etwas anderes lesen wollen. Modern, feinsinnig, raffiniert - und vor allem ein spannendes Spiel zwischen Schein und Sein, Medien und Wirklichkeit, das viele Überraschungen bereithält!
Bis zur Hälfte des Buches liest sich Geister abwechselnd wie die Alltagsbeschreibung eines fast überdurchschnittlich normalen Menschen (Jürgen, vom Autor messerscharf beobachtet und mit all seinen Marotten herrlich porträtiert) und dann wieder wie ein Krimi. Lebt Jürgens Schwester noch? Oder doch nicht? Immer wieder wird der Leser auf falsche - oder doch wahre? - Fährten gelockt. Dieser Teil kriegt von mir vier Sterne.
Richtig begeistert hat mich dann die letzte Hälfte des Romans: Mysteriös wird es, als Jürgen auf einmal Post von einer geheimnisvollen Comic-Zeichnerin bekommt, die das Leben seiner früher auf ungeklärte Weise verschwundenen Schwester weiterspinnt. Jetzt tauchen im Buch immer wieder toll gezeichnete Comics auf (gerne hätten es mehr sein können!), eine Geschichte in der Geschichte entwickelt sich - ein Medium im Medium! Sogar im Internet (Ute Comic) lebt der Charakter der Comic-Zeichnerin weiter, was ich so noch nie gesehen habe. Schöne Idee!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bückware, 2. August 2009
Dieses Buch hätte in vergangener Zeit wohl unter "Bückware" firmiert: Der Verkäufer muß sich bücken, um die "heiße" Ware unter der Ladentheke hervorzuholen. Nur von wenigen Kennern und Genießern (jedoch umso heißer) begehrt und schwer zu bekommen.
Das Wagnis, das der Autor hier eingeht, mag sich vielleicht nicht in Verkaufszahlen niederschlagen; Innovation wird ja von jeher verkannt. "Geister" ist vielmehr all jenen ans Herz zu legen, die sich von herkömmlicher und voraussehbarer Ware angeödet fühlen. Ich denke, daß diese Menschen zahlreicher sind, als man glauben mag. Nur ist der Markt nicht mehr zu überschauen...
Lieber Thomas, laß Dich nicht von Deinem Weg abbringen!
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