Drei Männer leben in einem alten Herrenhaus auf einer irischen Insel unter ihnen ein begnadigter Mörder, der Kunstprofessor Kreutznaer und dessen wunderliches Faktotum Lux. Kreutznaer arbeitet seit geraumer Zeit an einem Werk über den niederländischen Barockmaler Vaublin, Lux sein Ghostwriter und Diener. Nach 10 Jahren Gefängnis lebt nun auch der einstige Mörder unter ihnen friedlich in der scheinbaren Idylle, bis 6 schiffbrüchige Ausflügler bei ihnen stranden - Der alte Mann Croke, die junge Flora,die alternde Blondine Sophie, der undurchschaubare Felix und drei Kinder. Nichts scheint nun mehr wie es war, und nach und nach kommt man hinter deren Geheimnisse.
Banville kreierte ein prachtvolles Konzert der Bilder, zugegeben nicht leicht zu lesen, aber die Mühe lohnt sich. Versteckt unter Anspielungen auf die Weltliteratur und einer vollkommenen bebilderten Sprache, sind die Hinweise auf den Verlauf der Geschichte. Es gibt keinen roten Faden, alles liegt in den Bildern. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, aber das tut es nicht und dann just auf der letzten Seite bekommt man alle Antworten und wieder doch keine, die einen zufrieden stellt. Aber genau das wollte Banville erreichen, keinen Geschichte um der Geschichte willen. Nur die Geister, die jeder um sich schaart, die Geister der Vergangenheit.
"Geister" ist das mittlere Buch einer Mördertrilogie, zu der auch "Athena" und das "Buch der Beweise" gehören. Schwere Kost für Leser, die eine Geschichte wollen die keine Fragen offen lässt.