Bufords Werk ist mehr sensationslustiger Tatsachenbericht denn tiefgründiges Basisbuch über die Hooliganszene.
Bufords Werk ist interessant, manchmal ironisch-witzig, unterhaltsam, schonungslos und hart.
Doch Bufords Buch ist leider auch oft oberflächlich, geradezu effektheischend und wirr.
Er selbst macht sich auf, die Hooligans zu erkunden, deren Beweggründe hinsichtlich scheinbar sinnfreier Gewalt zu erleben. Er reist u.a. nach Italien und Deutschland, fährt quer durch England, trinkt in englischen Pubs, "interviewt" besonders ausgewählte Exemplare und findet die Verantwortlichen der Gewaltmasse.
Alles gut und schön: so lange Buford seine Erlebnisse schildert, bleibt es interessant und durchaus unterhaltsam.
Doch sobald er seine Theorien hinsichtlich des Massenphänomens schildert, sobald er versucht, die Gewaltexzesse mit eigenen Worten zu erklären und ihnen sein persönliches Schema überzustülpen, wird es wirr. Er schreibt sich in Rage, der bis dato recht souveräne Schreibstil verkommt vollends, so dass unpassende Vergleiche und blumige Halbsätze den eigentlich bis dato guten Gesamteindruck schmälern. Oder, um es anders auszudrücken: sobald der Autor analysiert, nicht mehr bloß "Bericht erstattet" und seine Eigenleistung einbringt, lässt er in seinem Schaffen deutlich nach.
Das Hooliganproblem wird eher oberflächlich angegangen, manche Aussagen sind eher sensationslustiger Natur, seine Tatsachenberichte wirken zwar interessant, bisweilen jedoch darauf bedacht, einen bestimmten Effekt nicht zu verfehlen. Buford kann den Journalisten in ihm anscheinend nicht leugnen.......und dies merkt man dem Buch bisweilen allzu deutlich an.
Ob es bessere Bücher über die Hooliganszene gibt, kann ich nicht sagen. Ich kann jedoch behaupten, dass mich Bufords Buch nicht überzeugt hat.