Zwar kenne ich das Großstadtmilieu im Ruhrgebiet nur vom Fernsehen und weiß nicht, wie realistisch dieser Roman wirklich ist, aber er wirkt echt. So echt, daß die Geschichte manchmal kaum zu ertragen ist. Kein bißchen Humor lockert die Sache auf, die Handlung und die Erzählweise sind so gnadenlos wie das Leben.
Der Held des Romans - Gonzo - ist ein Videogeier, der den Polizeifunk abhört und sofort unterwegs ist, wenn Unglücksfälle oder Verbrechen lohnende Bilder versprechen. Trotzdem wirkt er sympathisch, denn im Grunde reflektiert er nur die Welt, in der er sich bewegt. Er weiß, daß er die Welt nicht ändern kann und Gefühle kann er sich in seinem Job nicht leisten. Zwischen korrupten Sicherheitsleuten, desillusionierten Polizisten, Skinheads und Drogenabhängigen muß man eben sehen, wo man bleibt.
Manchmal kommen zwar Situationen im Roman vor, bei denen man den beteiligten am Liebsten einen Tritt geben möchte, weil sie das Offensichtliche nicht sehen, aber im Großen und Ganzen ist es ein guter Krimi. Erst im Laufe des Romans wird das Bild und die Motive der Personen klarer.
Die Umfeld in diesem Roman ist extrem trostlos und deprimierend. Vielleicht ist es aber auch genau das, was das Buch so gut macht.