Ja, und das ziemlich gut, wie PJ Wolfson in "Geissel der Niedertracht" zeigt.
Inspector Buck Safiotte ist italienischer Abstammung und in einem Slum groß geworden. Er hat gelernt zu kämpfen und zu überleben. Jetzt will er nach oben, ganz nach oben. Dafür ist er bereit alles niederzutrampeln. Durch Bestechung hat er sich in den Polizeidienst eingekauft. Er ist korrupt, brutal, gewalttätig und fähig, notfalls auch jemanden kaltblütig zu erschießen. Mittels politischer Intrige wollte er Commissioner werden, aber seine Hoffnungen werden enttäuscht. Das trifft ihn hart und lässt ihn krank werden.
Im Krankenhaus lernt Safiotte Beth, die Frau seines Assistenten, kennen und verliebt sich zum ersten Mal in seinem Leben unsterblich. Als sein Jugendfreund Tinevelli, inzwischen Chef einer Bank, die auch sein Geld verwaltet, untertaucht, weil er Geld wegen einer Erpressung unterschlagen hat, beauftragt Safiotte seinen Assistenten das Haus seines Jugendfreundes zu überwachen. Safiotte nutzt dessen Abwesenheit aus und beginnt eine Liaison mit Beth. Die beiden werden ein Liebespaar. Als Safiotte einen skrupellosen Plan schmiedet, um seinen Nebenbuhler aus dem Weg zu räumen, erfüllt sich sein Traum, aber auch sein Schicksal.
PJ Wolfson übersetzt die biblische Geschichte vom großen König David und seiner Mätresse Batseba in das urbane Amerika der 1930er Jahre. Er zeichnet brillante, eindrucksvolle Figuren und zeigt stilistisch überzeugend, dass die im Diesseits begangenen Sünden nicht erst nach dem Jüngsten Gericht gesühnt werden. Das Fegefeuer lodert bereits in der Gegenwart.
„Geissel der Niedertracht" ist eine Entdeckung, die dem/der Liebhaber/in spannungsgeladener Noir-Romane nur weiterempfohlen werden kann.