Dieses Buch ist nicht zu empfehlen.
Zunächst möchte ich mich den Vorrezensenten Wiedemann und Hübner-Kosney in großen Teilen anschließen.
Ich bin Psychologischer Psychotherapeut und Supervisor und Lehrtherapeut der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback und beschäftige mich seit 1995 klinisch, wissenschaftlich und in der Ausbildung mit Neurofeedback.
Das Buch ist nicht zu empfehlen weil:
- es (teilweise unerträglich) naiv, stilistisch schlecht und
sprachlich unpräzise geschrieben ist
- es eine esoterische, nicht sachliche, nicht wissenschaftliche
Ausrichtung hat
- es falsche Behauptungen aufstellt, die
- nicht nachvollziehbar (kaum Quellenangaben) sind und
- vielfach unzureichend recherchiert sind
In dem Buch wird der Eindruck erweckt, dass Wissenschaft zu kompliziert sei und nur von Personen (`den Intelligenten`) betrieben werde, die ihr Wissen im Elfenbeinturm für sich behalten wollen. Das Buch will damit `aufräumen` und das Wissen unter allen (den `Rest der Menschheit`) `verteilen`. Dieses Sendungsbewusstsein durchzieht große Teile des Buches.
Von einem Buch, das als `Sachbuch` (Innenklappentext) angekündigt wird oder das mit `angewandten Neurowissenschaften` wirbt (Cover-Text) erwarte ich jedoch wesentlich mehr Sachlichkeit, Genauigkeit, ja und sogar Wissenschaftlichkeit. Das muss ja nicht gleichzeitig bedeuten, dass ein Buch dadurch unverständlicher wird.
Es wird überhaupt nicht deutlich, woher der Autor sein Wissen hat: Sind es eigene Gedankengänge, Vermutungen, Studienergebnisse, Eingebungen, Visionen oder werden Dinge aus anderen Büchern nur abgeschrieben?
Wissenschaftlich sein heißt für mich auch, dass Wissen nicht nur mitgeteilt wird, sondern auch deutlich gemacht wird, woher dieses stammt (Quellenangaben, Zitate, etc.).
Dann kann der Leser sich seine eigene Meinung bilden und beurteilen, wie glaubwürdig eine Behauptung ist oder nicht. Diese Möglichkeit wird dem Leser in diesem Buch jedoch vorenthalten.
Dass es möglich ist, ein deutschsprachiges, gut lesbares Buch für Laien zu schreiben und trotzdem sachlich und wissenschaftlich orientiert zu bleiben, zeigt z.B. das Buch `Biofeedback` von Weißacher und Heuser.
Disqualifizierend finde ich übrigens auch die Tatsache, dass der Autor sein Buch auf diesen Seiten selber `hochbewertet`.