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Gehirn, Psyche und Körper. Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie
 
 

Gehirn, Psyche und Körper. Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie (Gebundene Ausgabe)

von Johann Caspar Rüegg (Autor)
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Schattauer; Auflage: 4., aktualis. u. erw. A. (10. April 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3794525736
  • ISBN-13: 978-3794525737
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 52.993 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Gerade darin liegt für mich die Genialität des Werkes: Die Psychosomatik - medizinhistorisch geisteswissenschaftlich orientiert - mit den harten Facts der Neurobiologie zu verweben. (...) Ich nehme das Buch ständig in die Hand, es ist für mich spannend wie ein Roman. (Kundenrezension auf amazon.de, 09.05.2008)

Das vorliegende Buch ist eine Pflichtlektüre für alle Therapeuten und Erzieher. Es ist gut verständlich aufgebaut und auch ohne neurobiologische Vorkenntnisse lesbar. (amazon.de)

Kurzbeschreibung

Dass strukturelle Veränderungen im Gehirn, z.B. durch Verletzungen oder Degenerationen, unser Verhalten beeinflussen, wissen wir seit langem. Aber: Wie verändern umgekehrt Lebenserfahrungen, insbesondere Kindheitstraumen, aber auch chronische Schmerzen, Ängste oder Depressionen unsere Hirnstruktur? Auf welche Weise bewirken Verhaltensänderungen oder psychotherapeutisches Handeln - "sprechende" Medizin - eine neuronale Umstrukturierung? Und: Wie können Gehirn und Psyche wiederum die Gesundheit unseres übrigen Körpers beeinflussen, etwa Entzündungen und die körpereigene Abwehr von Infektionen oder die Funktionen von Herz und Kreislauf? Diesen und ähnlichen Fragen zu den komplexen Wechselwirkungen von Psyche und Soma und zur zunehmend erforschten Neuroplastizität des Gehirns widmet sich der Heidelberger Physiologe Johann Caspar Rüegg in seinem Buch "Gehirn, Psyche und Körper". Hirnforschung und Psychotherapeutische Medizin bewegen sich mehr und mehr aufeinander zu, und Rüeggs Werk über eine neurobiologisch fundierte Psychosomatik ist ein eindrucksvoller Beleg für diesen interdisziplinären Prozess. Sein fesselndes und wissenschaftlich fundiertes Buch, das nun - überarbeitet und aktualisiert - bereits in der vierten Auflage vorliegt, ist in einer sprachlich so eingängigen Form geschrieben, dass die neurophysiologischen und biochemischen Vorgänge und ihr Bezug zu Psychosomatik und Psychotherapie verständlich und gut nachvollziehbar werden.

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57 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartig in Didaktik, Überblick und Detail, 5. Februar 2002
Eine wirklich beeindruckende Gesamtschau der komplexen Vernetzung von Psyche und Gehirn, von Geist und Körper. Detailliert und global, in der Perspektive sowohl „Top down“ als auch "Bottom up” werden von J. C. Rüegg biologische, physiologische und psychische Prozesse und Phänomene in einer verständlichen, nie langweiligen, stets mit Praxisbeispielen aus Fleisch und Blut aufgelockerten Sprache und dennoch einer Fülle von wissenschaftlichen Daten besprochen, ja teilweise erzählt. Didaktisch eine Meisterleistung ist die vorliegende gedankliche und konzeptuelle Verknüpfung von Grundlagenforschung, Klinik und zukunftsweisender Vision.

Jedes individuelle Erleben mit gewisser Relevanz in der emotionalen Bewertung führt im Rahmen der individuellen Konstitution zu Lernprozessen, Veränderung von Synapsenstärken, "Konnektivität", neurophysiologischen Stoffwechselveränderungen und neuroanatomischen Strukturveränderungen von Dauer. Geistige Prozesse werden fortlaufend im Gehirn aber auch im peripheren Nervensystem und im ganzen Körper „materialisiert“ in Form von Konnektivität, Sensibilitätssteigerung und Reaktionsverstärkung bzw. -Abschwächung.
Wir verändern uns laufend dank dieser plastischen Eigenschaften unseres Gehirns und zwar lebenslang. Diese Prozesse können mit modernen bildgebenden Verfahren z.T. sogar sichtbar und meßbar gemacht werden.
Themen wie Stressachse, autonomes Nervensystem, Stammhirnfunktionen, frontalocorticale Steuerung, limbisches System, neuerogene und hormonelle Vernetzung, Gedächtnis, Lernen und Verlernen, Emotionen, Repräsentationen, Schmerzerleben, sprachlicher und bildhafter Zugang und Unterbewußtsein, Verdrängung sowie deren Auswirkungen auf Organfunktionen werden umfassend dargestellt.
Die Mechanismen des „Einbrennens“ und des Verlernens, der Konditionierung und Umkonditionierung werden eindringlich geschildert.
Zentrale Einflüsse auf komplexe Regelkreise, Organsysteme und Immunologie - auch immer in Hinblick auf Konstitutionsfaktoren – finden sich in der Darstellung ebenso wie deren Rückkopplungsmechanismen auf zentrale Funktionen und Engramme. Störungen der Organfunktion beeinflussen die „Psyche“ und Wahrnehmung ebenso wie Psyche und Erleben die Organfunktion beeinflußt (psychosomatisch-somatopsychisch).
Innere Bilder, Vorstellungen, Imaginationen und Fiktionen können für uns Individuen so real wie echte Wahrnehmungen sein, werden sie doch von den gleichen neurologischen Strukturen erzeugt. Imaginationen und Fiktionen werden zu Erinnerungen mit dem selben Realitätswert wie tatsächliche Wahrnehmungen und Erlebnisse, werden doch in all diesen Fällen die selben neurophysiologischen Stoffwechselveränderungen und die selben neurohistologischen Strukturveränderungen meß- und sichtbar.
Die Macht des gesprochenen Wortes - ein Privileg des Menschen - wird ebenso klar wie die Macht der inneren Kommunikation, der Selbstgespräche und inneren Handlungsanleitung. Beides verändert „Synapsenstärken“, führt zu Lernen und dauerhaften „materiellen Engrammen“.
Autosuggestion aber auch Fremdsuggestion können sich im Gedächtnis so einbrennen, daß Löschung ein schwieriges Unterfangen wird. Glaube, subjektive Bewertung und Hoffnung bzw. Hoffnungslosigkeit kann Berge versetzen aber auch Leiden beschwören.
„Placebo-Wirkungen“ werden in diesem Konnex verständlich.

Viele Leiden beziehen ihre Ursache und/oder ihre Dynamik aus tiefliegenden, unbewussten oder vorbewussten „psychogenen“ Prozessen und „Gedächtnis-Engrammen“. Der häufige Umkehrschluß, daß jegliches Leiden, das ohne jeden Zweifel von dieser machtvollen psychogenen Dynamik mitbestimmt wird, auch die Ursache seiner Entsehung in der Psyche, in der Kindheit, in gestörten Bindungsmustern ect. haben muß, wird gerade auch im Kapitel über Schmerzen und am Beispiel von Krebs und Psyche kritisch hinterfragt.
Ebenso wird die alte Erbe-Umwelt-Dichotomie aufgehoben. Bei aller Plastizität des menschlichen Gehirns und bei aller Bedeutung von sozialer Umwelt- und Milieufaktoren wird immer wieder die Bedeutung der Genetik, der Genexpression und die Erblichkeit diverser Veranlagungen, Konstitutions- Vulnerabilitäts- und Resilienzfaktoren angesprochen. Wir Menschen sind biologische Geschöpfe der Evolution, gehorchen somit selbstverständlich uralten evolutionär stabilen Strategien, besitzen darüber hinaus jedoch wenigstens die theoretischen Möglichkeiten, die uns unser plastisches Gehirn eröffnet: Nämlich fast alles zu erlernen, zu verlernen, unsere Erfahrungen z.T. selbst zu gestalten und unsere Umwelt nahezu beliebig zu manipulieren - und sei es nur im „Geiste“.

In der Konsequenz öffnet sich dem Leser der Blick auf die Potenz der sprechenden, psychotherapeutischen aber auch der medikamentösen Behandlungsverfahren. Zugleich beginnt dieser Leser auch zu ahnen, wie viel Missbrauchspotential und unerwünschte Nebenwirkungen neben allem Segen diese mächtigen Instrumente bei fahrlässiger oder missbräuchlicher Anwendung beinhalten. Psychotherapie und Psychopharmakologie müssen demzufolge sowohl methodisch als auch personell einer strengen Qualitätskontrolle unterstehen. Sie gehören keinesfalls in die Hand von Ideologen egal welcher Sorte.
Dialog der Disziplinen, Abbau von Voreingenommenheiten und die Mahnung zu Weitblick, Umsicht und Verantwortung, die dieses Buch beschreibt und vorantreibt, sind nicht nur erfreulich sondern unabdingbar zum Wohle des Patienten aber auch zum Nutzen der Fachdisziplinen.
Ein großartiges Plädoyer für eine moderne „Geist-Körper-Medizin“, für ganzheitliche, wahrhaft „humane“ Sichtweisen und für praktikable, multimodale Ansätze, die sich am subjektiven Leiden des Patienten orientieren.

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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Neue Sichtweise, 8. September 2006
Von Erich KASTEN (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Worte können kränken; verletzende Bemerkungen bei Mobbing können sogar regelrecht krank machen. Umgekehrt kann man schon bei Sokrates nachlesen, dass Worte auch heilen können. "Sprechende Medizin" ist heute das treffende Schlagwort. Aber wie genau können Worte krank oder gesund machen? Was geschieht in unserem Gehirn? Welche Neurotransmitter und welche Hormone spielen eine Rolle? Was genau ist es, das unsere Immunsystem aus der Balance bringt? Die Psychosomatik, schon mehrfach totgesagt und doch immer wieder auferstanden, kann durch die Vereinigung mit aktuellen Ergebnissen aus den Neurowissenschaften heute auf eine völlig neue Basis gestellt werden.
Dass Hirnschädigungen neben Symptomen wie der Halbseitenlähmung auch das Erleben, Denken und Verhalten der Betoffenen verändern, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Umgekehrt prägen aber auch Lebenserfahrungen die Hirnstruktur. Psychische Traumen in der Kindheit können dominante Verknüpfungen zwischen Hirnarealen erzeugen, die später z.B. in depressive Denkweisen einmünden können. Auch Psychotherapie wirkt auf Gehirnstrukturen und kann eingefahrene (Fehl-)Verknüpfungen in ihrer Stärke vermindern und sinnvollere Denkstrukturen aufbauen helfen. Diesen hochaktuellen Themen widmet sich das bei Schattauer erschienene Buch "Psychosomatik, Psychotherapie und Gehirn".
Der Lebensweg des Autoren, Johann Caspar Rüegg, ist bewegt. Rüegg wurde 1930 in Zürich geboren. Er studierte und promovierte dort im Fach Medizin. An der Universität Camebridge folgte ein Studium der Biochemie und die Promotion zum PhD. Bis 1967 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. 1963 Habilitierung für Physiologische Chemie an der Universität Heidelberg, 1964/65 Senior Research Officer in Oxford, 1967-73 wissenschaftlicher Rat und Professor am Institut für Zellphysiologie in Bochum, 1973-1988 Ordinarius in Heidelberg, 1981 Gastprofessor und seit 1985 Adjunct Professor in Physiologie an der Universität Cincinatti. Rüegg ist inzwischen emeritiert und lebt in Hirschberg.
Der Band behandelt das Spannungsfels Psychosomatik:Hirnplastizität auf kompakten 200 Seiten, die ein 14seitiges Stichwortverzeichnis beinhalten, 20 Seiten sind mit Literaturangaben gefüllt. Um vor dem Lob mit der Kritik zu beginnen: Etwas störend bei der Lektüre fand ich die rund 20 Seiten umfassenden Anmerkungen ab Seite 145, die man besser in den Text integriert oder als Fußnoten hätte machen sollen. Es stört das Lesen ungemein, wenn man ständig nach hinten blättern muss, um die entsprechende Anmerkung zu finden, insbesondere da die Nummerierung sich bei jedem Kapitel wiederholt. 14 schwarzweiß Abbildungen und eine farbige auf dem Buchcover lockern den Fließtext etwas auf. Einige besonders wichtige Sätze wurden grau unterlegt.
Rüegg beschäftigt sich zunächst auf 27 Seiten mit den neuropsychophysiologischen Grundlagen. Auch für den Laien gut verständlich gibt er eine übersichtliche Einleitung in das Thema, in der dem Leser zunächst einmal die Neurochemie des Gehirns erklärt wird wie auch die Bedeutung der elektrischen Hirnpotentiale. Es folgt ein Unterkapitel über moderne Möglichkeiten der Messung mit bildgebenden Verfahren. Rüegg geht dann kurz aber prägnant auf kognitive Prozesse ein, schildert z.B. Sehen, Erkennen und Gedächtnis. Im Rahmen eines Teils über Gehirnplastizität während der frühkindliche Entwicklung führt er den Leser dann an psychosomatische Fragestellungen heran und erklärt die Zusammenhänge zwischen Krankheiten wie Ulcus oder Hyperventilationssyndrom und Gehirnplastizität. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Physiologie und Psychosomatik chronischer Schmerzen. Auch hier wieder wird der Leser zunächst mit den Grundlagen vertraut gemacht, wie Schmerzen entstehen, wodurch sie verstärkt werden können und wie das Gehirn Schmerz hemmt. Ausführlich wird dann auf das "Schmerzgedächtnis" eingegangen, das aus heutiger Sicht für die Chronifizierung dieses Störungsbildes verantwortlich ist..
Der folgende Teil beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Störungen des Herz- und Kreislaufsystems und dem Gehirn. Dargestellt werden hier z.B. die Auswirkungen psychosozialer Faktoren auf Herzerkrankungen; ein Beispiel, das Rüegg insbesondere auch dazu dient, die Funktionen des sympathischen und parasympathischen Nervensystems zu verdeutlichen. Ein wesentlicher Punkt ist die Korrelation zwischen Stress, hohem Blutdruck und kardiovaskulären Entgleisungen, deren Kenntnis dann auf das Störungsbild der Panikattacke angewandt wird. Im vierten Kapitel kommt Rüeg auf die Bedeutung von Hormonen zu sprechen. Hierbei wird das Schwergewicht auf die Hormone der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und dem Zusammenhang zu Konrollierbarkeit und Bewältigung von Stress gelegt. Ein weiterer Punkt, mit dem das Buch sich an dieser Stelle beschäftigt, ist der Einfluss von Hormonen auf das Ess- und Trinkverhalten, sowie die daraus entstehenden psychosomatischen Störungsbilder. Der fünfte Teil ist der Psycho-Immunologie gewidmet. Neben der Darstellung grundlegender Sachverhalte wie z.B. der Konditionierbarkeit des Immunsystems und dem Zusammenhang zwischen Stress und körpereigener Abwehr, widmet Rüegg sich insbesondere der hochinteressasnten Frage der Psychoonkologie, insbesondere der Wechselwirkung zwischen Depression und Krebs. Ein weiteres Subkapitel stellt hier dann Autoimmunerkrankungen und Allergien dar, wobei Rüegg insbesondere auf die reziproken Beziehungen zwischen Gehirn und körpereigener Abwehr abzielt.
Das vorletzte Kapitel beschäftigt sich dann mit dem Zusammenhang zwischen psychosomatischen Störungen und Lernen bzw. Gedächtnis. Wichtigster Punkt für den Autoren ist hierbei das emotionale Gedächtnis. Beginnend mit der Darstellung molekularer Mechanismen des assoziativen Lernens zeigt Rüegg auf, wie es über frühkindliche Erfahrungen zu psychosomatischen Erkrankungen kommen kann. In diesem Sinne werden auch die Auswirkungen von Sprache, Gedanken und imaginativen Vorstellungen auf Emotionen und psychosomatische Veränderungen diskutiert.
Im 7. und letzten Kapitel geht Rüegg auf leider nur noch neun Seiten auf den Zusammenhang zwischen Psychotherapie und Verbesserungen psychosomatischer Störungen ein und erklärt, warum heilende Worte oft wirklich eine heilende Wirkung haben.
Das Buch ist sehr flüssig und gut lesbar geschrieben und auch hervorragend verständlich, wenn man kein allzu großes Vorwissen hat, da Rüegg sich große Mühe gibt alle Sachverhalte von Grund auf zu erklären. Es stellt die Psychosomatik, deren Existenz durch eine Vielzahl neuer Forschungsergebnisse in den letzten Jahren immer wieder auf tönernen Füßen stand, endlich auf einen festen Boden, indem es eine Fülle von Daten vorstellt, die zeigen wie eng verwoben körperliche und psychische Prozesse sind. Schon der Heidelberger Psychosomatiker Viktor von Weizsäcker hatte behauptet: "Was wir im Bewußsein verbannen (den Konflikt), wird im Körper wirksam (als Symptom), und was wir ins Bewusstsein ziehen, verliert an seiner leiblichen Kraft." Eine damals eher hypothetische Aussage, die sich heute mit neurobiologischen Befunden beweisen lässt. Ich habe dieses lehrreiche Buch mit großem Interesse gelesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Elektrisierende Einblicke in Psychosomatik, 9. Mai 2008
Von Michael Pilliger "Grato" (Dachau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Unter dem Titel Gehirn, Psyche und Körper hat Prof. Dr. med. Ph. D. Johann Caspar Rüegg ein außergewöhnliches Buch vorgelegt. Das im Schattauer-Verlag erschienene Buch widmet sich einschlägigen psychosomatischen Themen: Schmerz, Herz-Kreislauf, Stress, Immunsystem und Psychotherapie. Als emeritierter Ordinarius für Muskelphysiologie kann Rüegg auf einige Jahrzehnte biochemischer Tiefenforschung zurück greifen. Psychosomatik sei eine frühe Begeisterung in den ersten Medizinsemestern gewesen, sagt er, und bezeichnet sich bescheiden als Amateur. Gerade darin liegt für mich die Genialität des Werkes: Die Psychosomatik - medizinhistorisch geisteswissenschaftlich orientiert - mit den harten Facts der Neurobiologie zu verweben. In einem einleitenden Kapitel legt er die Verständnisgrundlagen für die Gehirnforschung. In den weiteren sechs Essays führt der Autor durch die faszinierende Welt der wunderbaren Körper-Psyche-Geist-Einheit Mensch. Er braucht 157 Seiten dazu! Er bezieht sich auf philosophische Vorreiter der abendländischen Kultur, zitiert Texte der Weltliteratur, webt Monographien ein und beschreibt bis ins Kleinste die Vorgänge synaptischer Nervenimpulsübertragung. Er extrahiert die Ergebnisse neuester Studien internationaler Herkunft. Kompetent wie ein Fisch im Wasser beschreibt er die hochdifferenzierten Wechselwirkungen von Anlage und Umwelt. Und er bringt Redewendungen des Volksmundes organisch in Verbindung mit High-Tech-Wissen. Sein hochkonzentriertes Buch fußt auf der Verarbeitung von über 670 Literaturquellen! Jedes einzelne Kapitel ist sehr schön aufgebaut. Obschon ein hochdifferenziertes Fachbuch, ist es für mich auch ein ästhetischer Genuss, immer wieder darin zu lesen. Zweispaltiger Text und gut dosierte Graphiken machen die Orientierung leicht. Ich nehme das Buch ständig in die Hand, es ist für mich spannend wie ein Roman. Das, was ich intuitiv fühlte, nun aber in wissenschaftlichen Konzepten ausgedrückt finde, hat mich bei der Lektüre ständig elektrisiert.
Für die Neuauflage habe ich Anregungen: 1) Johann Caspar Rüegg verwendet für das Autonome Nervensystem die Vorstellung von den gleichberechtigten Ästen Sympathikus und Parasympathikus. Mit diesem Modell ist aber nicht stringent zu erklären, warum eine Zunahme von parasympathischer Aktivierung in den Todstellreflex, in den freeze bzw. in die Dissoziation führt. Mit der Aufnahme der Polyvagalen Theorie von Stephen Porges würde sich die theoretische Erklärungskraft psychosomatischer Vorgänge erhöhen.
2) Zwar haben die einzelnen Kapitel jeweils ein Fazit, das Gesamtbuch aber nicht. Dieses finde ich im ersten Satz des Vorwortes der vierten Auflage: Psychosomatische Störungen haben ihren Ursache oftmals in Stress und traumatischen Erfahrungen... Diese Kernaussage zieht für meinen Geschmack u. a. die Konsequenz nach sich, jene Bedingungen zu reduzieren bzw. abzuschaffen, die Stress und Trauma fördern. Leistungs-, Zeit- und Effizienzdruck, Singularisierung, Mediengewalt und vieles andere schüren in unterschiedlichsten Lebensbereichen (wie Familie, Kindergarten, Schule, Arztpraxis, Krankenhaus, OP-Stationen, Arbeitsplatz, etc.) nicht nur Stress. Sie verursachen auch Schock- oder/und Entwicklungstraumata. Insofern liegt in Rüeggs Buch ein ungeahntes Potential. Mit der Autorität positivistischer Forschungsergebnisse kann es helfen, unser gesellschaftliches Leben wieder menschlicher zu gestalten. Daher wünsche ich mir, dass es zur Grundlagenliteratur in der Ausbildung von Ärzten, Heilpraktikern und Psychotherapeuten wird. Ich wünsche es mir als Lektüre für die Vorstände der Krankenversicherungen und der multinationalen Konzerne genauso wie für Gesundheitspolitiker, für Manager, für Regierungen. Und ich wünsche mir, dass uns der Autor weitere Ein- und Durchblicke vermittelt.
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Vor 13 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht

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