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Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau
 
 
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Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau [Gebundene Ausgabe]

Stefan Lautenbacher , Onur Güntürkün , Markus Hausmann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Unterscheidet sich das männliche vom weiblichen Gehirn? Wie interagieren Hormone und Geschlecht? Gibt es geschlechtsspezifische kognitive Fähigkeiten? Fundiert und anschaulich fasst dieses Fachbuch neurologische, neurowissenschaftliche, psychologische und hormonelle Grundlagen zusammen. Spannend sind auch die anwendungsbezogenen Fragen nach Geschlechterunterschieden bei Entwicklungsstörungen, Multipler Sklerose, Demenz oder Depression. In Zusammenarbeit mit einem internationalen Expertenteam untersuchen die Herausgeber Fragen, die über das Einparken von Frauen und das Nicht-Zuhören von Männern hinausgehen – ein Buch für Männer und Frauen!


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Folgt man öffentlichen Diskussionen und Stammtischgesprächen, so könnte man meinen, es bräuchte gar kein Buch über Gehirn und Geschlecht. "Jeder weiß schon Bescheid, also fehlt Information" sagt dazu lapidar Stefan Lautenbacher. Er machte sich auf und trug gemeinsam mit Onur Güntürkün und Markus Hausmann gefühlte 1.500 Fachartikel zusammen und extrahierte, in guter wissenschaftlicher Tradition, emotionslos Fakten, Fakten und Fakten. Bei einigen Gehirnstrukturen und -funktionen zeigen die Daten Unterschiede zwischen Frauen und Männern, Mädchen und Jungen; bei anderen keine. Die Fakten deuten darauf hin, dass Frauen und Männer in mancher Hinsicht unterschiedliche Gehirnstrukturen und geistige Verarbeitungsprozesse entwickeln. Sowohl biologische wie psychosoziale Faktoren spielen dabei eine Rolle. Diese Unterschiede sind aber nicht nur von akademischem Interesse. Um beispielsweise Therapiemaßnahmen auf Patienten individuell abstimmen zu können ist es unabdingbar, beide Aspekte einzubeziehen. Wer sich die Faktenlage ansieht, wird möglicherweise dem Rat Albert Einsteins folgen und seine Lieblingstheorie morgens beim Frühstück über den Haufen werfen. Gehirnjogging tut gut; dies gilt dann doch für das weibliche und das männliche Gehirn gleichermaßen.

*Strukturen, Funktionen, Erkrankungen*
Die Begriffsdefinitionen am Anfang machen deutlich, wie leicht Begriffsunklarheit zu dazu führen kann, total aneinander vorbeizureden. "Geschlecht" ist biologisch definiert, es basiert auf dem Chromosomensatz XX oder XY. "Gender", eine soziokulturelle Definition, wird vor allem in englischsprachigen Ländern und in der wissenschaftlichen Literatur benützt, wenn soziokulturelle Lebensaspekte von Individuen einbezogen werden.

Drei große Themenbereiche, nämlich Struktur des Gehirns, psychische Funktionen und Erkrankungen des Zentralnervensystems behandeln die Frage, worin sich die Geschlechter unterscheiden - und worin nicht. Am Ausgangspunkt stehen die unterschiedlichen Wirkungen von X- und Y-Genen, welche die Geschlechtsunterschiede hervorrufen. Sie bestimmen die Art der Geschlechtsdrüsen und die Ausschüttung der Sexualhormone. Die Hormone wirken auf das Gehirn ein, auch auf seine Struktur. Neuroanatomische Geschlechtsunterschiede finden sich im Neokortex, in subkortikalen Regionen und in der Organisation des Gehirns. Besonders deutlich ist die unterschiedliche Asymmetrie von Verarbeitungsprozessen, also, ob die Informationen vorwiegend links- oder rechtsseitig verarbeitet werden. Dass verschiedene Verarbeitungsprozesse auch mal zu gleichen Endergebnissen führen können, ändert nichts an der Tatsache, dass männliche und weibliche Gehirne in Teilen verschieden strukturiert sind. Manchmal zeigt sich die Verschiedenheit erst, wenn etwas passiert. Eine Hirnläsion in der linken Hemisphäre führt bei Männern zu stärkeren sprachlichen Defiziten als bei Frauen (da bei Männern die Lateralisierung stärker ausgeprägt ist). Die Gehirnstrukturen und Verarbeitungsprozesse haben Auswirkungen auf die geistigen Leistungen. Der zweite Teil behandelt deshalb kognitive Funktionen, Riechen, Schmerzempfinden und Schlaf und Traum. In wie weit Geschlechtsunterschiede belegbar sind bei psychischen Störungen, darunter Depression, Essstörung, Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, Schizophrenie und Multiple Sklerose, erörtert der dritte Teil.

*Die Resultate sind ergebnisoffen zusammengetragen und kommentiert*
Die Zusammenfassungen sind ergebnisoffen in dem Sinn, dass sowohl biomedizinische wie psychosoziale Ergebnisse Eingang gefunden haben; kurz, eben das präsentiert wird, was die Faktenlage hergibt. Das Buch ist nicht nur für Neurowissenschaftler, Psychiater, Neurologen und Psychologen geschrieben, sondern ausdrücklich auch für den interessierten Laien. Nun handelt es sich hier sicherlich um ein Fachbuch und nicht um ein populares Sachbuch. Aber die Autoren haben es so gestaltet, dass der Inhalt auch für den interessierten Laien erfassbar ist: Jedes Kapitel ist mit einem einleitenden Vorspann versehen und mit einem Fazit; beides ist durchgängig sehr verständlich geschrieben. Die Quintessenz eines jeden Kapitels ist damit auch für den interessierten Laien mühelos nachvollziehbar. Dieser Kunstgriff dürfte auch von Fachleuten, die nicht in dem jeweiligen Gebiet heimisch sind, und von Studenten, mit klammheimlicher Dankbarkeit gerne angenommen werden. Fazit: Sehr empfehlenswert für jeden, der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen möchte!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ob Verhaltensunterschiede zwischen Mann und Frau eher genetisch oder durch die Umwelt bestimmt seien, werde ich bestimmt nach jedem Referat gefragt. Aber wenn ich dann nicht die Antworten gebe, die populärwisssenschaftliche Autoren, Männer- oder Frauenzeitschriften verbreiten, sinkt das Interesse an der Frage schnell. Doch damit müssen alle leben, die sich tiefer mit dem Aufbau und der Funktionsweise des menschlichen Gehirns auseinandersetzen. Auch den drei Autoren dieses Buches ist diese Erfahrung nicht unbekannt. Autoren, deren Arbeit es ist, den Dingen genau auf den Grund zu gehen, mit Behauptungen vorsichtig zu sein und Widersprüchlichkeiten stehen zu lassen, wenn die Beweislage für eine klare Stellungnahme zu dünn ist.

Wenn ein Buch zu diesem Thema aus dem Springer Verlag stammt, nimmt man zu Recht an, es richte sich primär an ein Fachpublikum. Das ist auch bei diesem Werk der Fall. Auch wenn im Vorwort steht, als erste Leserzielgruppe habe man den wissenschaftlich interessierten Laien vor Augen, den Leser, der viel von Hirnunterschieden zwischen Männern und Frauen gehört und gelesen habe und über teilweise populistisch abgefasste verwirrt oder verärgert sei. Als zweite Lesergruppe wolle man dann die Wissenschaftler ansprechen, für deren Arbeitsgebiet das Verstehen der Mechanismen neurowissenschaftlicher Geschlechtsunterschiede wichtig sei. Also Kollegen, die den neusten Stand der Diskussion suchen. Ich meine, dass die Reihenfolge der Leserzielgruppe genau umgekehrt ist. Denn ohne erhebliches Vor- und Fachwissen wird man allzu oft zu einem medizinischen Lexikon greifen oder ganze Stelle überlesen müssen.

Aufgeteilt ist das Werk in drei grosse Kapitel. Unter der Überschrift "Neurobiologie" finden wir Ausführungen zu Geschlecht und Hormone, Biologische Grundlagen von Geschlechtsunterschieden, Zelluläre Mechanismen steroid-induzierter Geschlechtsunterschiede sowie Genetische Grundlagen von Geschlechtunterschieden in ZNS-Funktionen. Das Kapitel "Psychische Funktionen" behandelt Funktionelle Hirnorganisation und Geschlecht, Kognitive Geschlechtsunterschiede, Das transsexuelle Gehirn, Geschlechtsdifferenzen in der Emotionalität aus der Sicht des Neuroimaging, Riechen Frauen anders als Männer?, Schlaf und Traum sowie Der kleine Unterschied beim Schmerz. Auf Seite 211 beginnt der dritte Teil, "Erkrankungen des ZNS". Darunter werden auch Themen wie ADHS, Essstörugen, MS, Demenz, Schizophrenie oder Depression behandelt.

Mein Fazit: Im Gegensatz zu den Autoren bin ich der Meinung, dass ihr Buch primär für Wissenschaftler geschrieben wurde. Aber da sie sprachlich und formal grosse Anstrengungen unternehmen, den gegenwärtigen Stand der Forschung auch interessierten Laien zugänglich zu machen, kann ich das Buch auch einem grösseren Publikum empfehlen. Allerdings nur, wenn es bereits über ein beträchtliches Vorwissen verfügt oder das Buch als Gelegenheit auffasst, sich in die Welt der Neurologie einzuarbeiten. Es lohnt sich.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In den letzten Jahren erlebte die populärwissenschaftliche Literatur einen wahren Boom an Büchern zum Thema 'Unterschiede zwischen den Gehirnen von Männern und Frauen'. Meist geht es darum, wer besser einparken oder zuhören kann. Viele dieser Veröffentlichungen sind grob pauschalisierend und geben üblicherweise keine Quellen an. Das Interesse an dem Themenkomplex ist allerdings gewaltig, so dass ein großer Bedarf auch an gut recherchierten Fakten herrscht.

In dem vorliegenden Buch haben Experten der Neurowissenschaften des Geschlechtsunterschieds ein wissenschaftlich fundiertes und umfassendes Buch zu dem Thema herausgegeben. Verlegt ist das Buch im Springer Medizin Verlag, der für seine biomedizinischen Fachbücher anerkannt ist.

Als Zielgruppen benennen die Herausgeber selbst in erster Linie 'wissenschaftlich interessierte Laien' und in zweiter Linie 'Wissenschaftler, für deren Arbeitsgebiet das Verstehen der Mechanismen neurowissenschaftlicher Geschlechtsunterschiede wichtig ist'.
Über die Reihung der Zielgruppen kann man geteilter Meinung sein. Ich würde die Reihenfolge umgekehrt sehen. Eine neurowissenschaftliche Ausbildung erleichtert das Lesen des Buches ungemein. Allerdings sind die Autoren stets bemüht alle Sachverhalte so einfach wie möglich unter Beibehaltung der Richtigkeit zu erklären. Jedoch setzt das Studium des Buches voraus, dass man sich nicht leicht durch Abkürzungen wie PGE2, COX-2, SDN-POA und andere abschrecken lässt. Die Abkürzungen werden zwar üblicherweise im Text erklärt, stellen für den Laien aber oft ein Hindernis dar. Sieht man als Laien den interessierten Lebenswissenschaftler ohne besonderen Bezug zur Geschlechterforschung (ich würde mich in dieser Gruppe wieder finden), so ist für diese Gruppe das Buch eine echte Bereicherung.

Ein weiteres Ziel der Herausgeber war die Darstellung des Standes der neurowissenschaftlichen Geschlechterforschung in einer nie da gewesenen Breite. Dies ist Ihnen meines Erachtens gut gelungen. Dabei wirkt das Buch immer lebhaft und nie langatmig. Obwohl das gesamte Buch in schwarz-weiß gehalten ist, sind die Abbildungen immer instruktiv und klar und tragen zum Verständnis der Sachverhalte bei.

'Gehirn und Geschlecht' gliedert sich in die drei Themenbereiche Neurobiologie, Psychische Funktionen und Erkrankungen des ZNS. Im ersten Teil werden die biologischen Grundlagen der Geschlechtsunterschiede, der Einfluss der Hormone und Geschlechtsgene sowie die zellulären Mechanismen dargestellt. Hierbei werden zahlreiche Beispiele aus Tiermodellen genannt. Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf funktionellen, kognitiven und physiologischen Unterschieden sowie auf dem transsexuellen Gehirn als Modell der Entwicklung der Geschlechtsidentität. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem weiten Feld der geschlechtsspezifischen Unterschiede in Erkrankungsverlauf und 'häufigkeit für diverse Erkrankungen des ZNS. Dabei wird besonders auf ADHS, Essstörungen, MS, Demenz, Schizophrenie und Depression eingegangen.

Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, bei dem die Herausgeber ihr Ziel einer breiten Darstellung dieses interessanten Themengebietes erreicht haben. Als Zielpublikum sehe ich eher den lebenswissenschaftlich Vorgebildeten, als den kompletten Laien. Gegen eine größere Verbreitung unter interessierten Laien spricht meines Erachtens auch der Preis, der mit 50 Euro eher in der Fachbuchliga angesiedelt ist.

Nachdem ich das Buch gelesen habe, werde ich es jetzt im Rahmen eines Seminars an einen Studierenden verleihen. Dieser soll einen zusammenfassenden Essay schreiben. Hierbei wird ein (Fast-) Laie auf das Buch treffen und ich bin gespannt, wie seine Meinung ist. Ich werde ihn anregen, eine eigene Rezension schreiben. Das Buch wird auch in Zukunft von mir in der Lehre eingesetzt, da das Thema auch unter Studierenden von allgemeinem Interesse ist.
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