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5.0 von 5 Sternen
Italo-Wester pur, 7. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gehetzte der Sierra Madre (DVD)
Sergio Sollima hat - leider - nur drei Italo-Western gedreht: Der Gehetzte der Sierra Madre *****, Von Angesicht zu Angesicht ***** und Lauf um dein Leben ****. Seine Filme zählen zu den Highlights des Italo-Western und es ist nicht vermessen ihn auf eine Stufe mit Sergio Leone und Sergio Corbucci zu stellen. Das hier rezitierte Werk war der erste seiner Filme und handelt, stark vereinfacht, von einer Menschenjagd. Der Geschäftsmann Brockston (Walter Barnes) hat anlässlich der Hochzeit seiner Tochter illustre Gäste eingeladen, unter anderen auch den in Texas landesweit bekannten rechtschaffenen und idealistische Kopfgeldjäger Jonathan Corbett (Lee van Cleef) der auf Initiative von Freunden für ein politisches Amt kandidieren will. Brockston möchte Corbett bei seinen politischen Ambitionen unterstützen da er sich dadurch Vorteile beim Bau einer Eisenbahnlinie erhofft. Unter den Hochzeitsgästen, im Gefolge Brockstons, auch der österreichische Baron Schulenberg (Gerard Herter) der vom Ruf Corbetts sehr angetan ist und sich insgeheim nichts sehnlicher wünscht als sich mit ihm zu duellieren. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten wird die Vergewaltigung und Ermordung eines 12-jährigen Mädchens bekannt. Der Tat verdächtig ist der Mexikaner Cuchillo (Thomas Milian). Auf Drängen von Brockston macht sich Corbett auf um Cuchillo zu fassen. Dies gestaltet sich aber schwieriger als ursprünglich angenommen. Cuchillo gelingt es immer wieder Corbett entweder knapp zu entkommen oder aus dessen Gewahrsam wieder zu entfliehen. Während der Verfolgung die von Texas nach Mexiko führt kommt es zu mitunter skurrilen Begegnungen mit einem Mormonentreck, einer lüsternen sadistischen Witwe die quasi als Bienenkönigin inmitten ihrer Pistoleros thront sowie einem Mönch der früher selbst einmal Pistolero war. Umso verbissener Corbett hinter Cuchillo herjagt, desto mehr kommt er in Situationen in denen seine eigene Rechtschaffenheit auf die Probe gestellt wird. In Mexiko taucht dann überraschend Brockston mit Schwiegersohn (Tom Felleghy) und Gefolge auf, der mit Hilfe örtlicher Geschäftspartner die Suche nach Cuchillo intensivieren will. Während der finalen Verfolgungsjagd in der Sierra Nevada verstärkt sich jedoch Corbetts bestehender Zweifel an der Schuldigkeit Cuchillos, der wohl ein Dieb aber kein Mörder ist. Es kommt schließlich zur Konfrontation Cuchillos mit dem wahren Schuldigen die in einem Duell der beiden mündet. Aber auch Baron Schulenberg kommt zu seinem Duell. Sollima versteht es fast unübertrefflich Personen, Landschaft und Musik harmonisch zu einem überaus vergnüglich anzusehenden Film zu verbinden. Der Gehetzte der Sierra Madre ist Italo-Western pur. Die Darsteller sind ideal besetzt und verkörpern ihre Charaktere überzeugend. Die wunderbare Musik von Morricone ist abwechslungsreich, sehr eindringlich und ähnlich wie bei Leone meist nicht nur stimmungsvolle Hintergrundmusik sondern integraler Teil der Handlung. Die Einbindung von Landschaft in die sehr sorgfältige Bildgestaltung ist besonders hervorzuheben, die finale Jagd auf Cuchillo absolut sehenswert. Duellszenen - von denen es im Film gar drei gibt - sind sehr gefällig und episch arrangiert. Bis zur Bearbeitung durch Koch-Media war der Film im deutschsprachigen Raum nur in einer stark gekürzten Fassung erhältlich. Aus schwer nachvollziehbaren Gründen wurden damals einzelne Szenen gekürzt und sogar ein ganzer Handlungsstrang aus dem Film entfernt. Die fehlenden ca. 25 (!) Minuten sind nun vollständig, wenn auch nur im Originalton mit deutschen Untertiteln, im Film enthalten. Sie vertiefen und erläutern vor allem Motive und Hintergründe der Hauptcharaktere, erweitern aber auch einige Szenen durchaus sinnvoll. Fast 15 Minuten der neuen Szenen betreffen den aus der ursprünglichen Fassung fast vollständig entfernten Charakter des österreichischen Barons Schulenberg, eines Gefolgsmanns Brockstons, der sich von der ersten Begegnung an nichts mehr wünscht als sich mit Corbett zu duellieren und eine echte Bereicherung des Films darstellt. Restaurierte Bild- und Tonqualität sind durchaus akzeptabel, vor allem wenn man das Alter des Films berücksichtigt. Innenumschlag der DVD-Packung beinhaltet Informationen über Film- und Filminhalt in gewohnter Koch-Media Qualität. Zusatzmaterial: *Interview mit Sergio Sollima (32 Minuten) - sehr informativ, mit Filmausschnitten *Deutscher, italienischer und US Originaltrailer. *Drehort-Fotos - einst und jetzt *Bildergalerie Noch zu erwähnen ist, dass der Film bereits 2005 als Teil der von Koch-Media hervorragend gestalteten "Sollima Italo-Western Box" veröffentlicht wurde, zusammen mit Von Angesicht zu Angesicht und Lauf um dein Leben. Resümee: Auch wenn nicht so bekannt wie Filme von Leone und Corbucci so ist Sollimas Der Gehetzte der Sierra Madre definitiv einer der besten Italo-Western und in der Koch-Media Ausgabe uneingeschränkt zu empfehlen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannendes Katz- und Maus Spiel mit Lee Van Cleef!, 24. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gehetzte der Sierra Madre (DVD)
Lee Van Cleef und Tomas Milian liefern sich in diesem Italo Western Klassiker ein atemberaubendes Katz- und Mausspiel. Immer wieder gelingt es Chuchillio (Tomas Milian) seinem Verfolger Corbett (Lee Van Cleef) zu entkommen. Doch Corbett kommen immer mehr die Zweifel of Chucillio tatsächlich das schreckliche Verbrechen getan hat für das er gesucht wird. Am Ende stellen sich Chucillo und Corbett ihren wahren Feinden. Wirklich einer der besten und spannendesten Italo-Western. Auch Freunde von US Western werden daran ihre Freude habe.Als Zusatz gibt es tolle Musik von Morricone und die Geschichte wird intelligent erzählt. Gleich zum Auftakt sieht der Zuschauer einer der besten Westenszenen überhaupt. Regisseur Sergio Sollima ist so wirklich ein Meisterwerk gelungen. Zur DVD selbst: Wer nicht schon die Sollima Box von Koch Media besitzt soll hier zugreifen. Die DVD hat sich zur alten Box nur leicht im Ton verändert. Bei dem Bild gab es leider keine Verbesserung. Es gibt auch eine englische Tonspur, die aber nicht am Cover vermerkt wurde. Die Bildergalerie ist aber ein Schmankerl, dort wird zahlreiches Werbematerial geboten und zusätzlich fast der ganze Soundtrack abgespielt. Als Special sind noch Trailer zum Film und eine kleine Featurette zum Regisseur beigefügt. Glatte Empfehlung für Lee Van Cleef Fans und Western Fans.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spaghettiwestern...liebevoll restauriert, 2. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gehetzte der Sierra Madre (DVD)
Der Italowestern, so billig er oft auch war, atmet Kinomagie und ist B-Picture in einer seiner erfolgreichsten Form. In den 60s und 70s meist zwischen Schulmädchenreport und Kung Fu im Bahnhofskino nebenan gezeigt, in aller Regel noch einmal durch den deutschen Verleih deutlich gekürzt und mit vergessenswerten wie irreführenden Filmtiteln (es gibt ca. 200 Django Filme) versehen. Erst Sergio Leone sollte mit seinen Meisterwerken die Wende bringen, durch seinen immer noch steigenden Ruf als einer der grossen Kinomagier sieht es dann auch in den letzten Jahren wesentlich besser für seine Genrekollegen Corbucci oder eben Sollima aus. Und die haben ja auch tatsächlich gute Western gemacht. Sollima hat eine starke Italo-Western Trilogie inszeniert. "Der Gehetzte der Sierra Madre" ist der erste dieser Sollima Reihe, es folgten "Von Angesicht zu Angesicht" und "Lauf um dein Leben". In letzterem wird die Figur des Cuchillo wieder aufgegriffen. Mit Tomas Milian als "cooles Schlitzohr" Cuchillo tritt auch ein Verwandter von Terence Hill in das Genre ein. Eine Figur, die nicht alles so ganz ernst nimmt, schelmisch wirkt und den Humor beibehält. Für die nötige Ernsthaftigkeit ist Lee van Cleef zuständig. Der Mann, der durch die kleine Rolle des Jack Colby in "High Noon" weltberühmt wurde und in der nachfolgenden Dekade dann eine Ikone des Italowesterns wurde. Im Sollina Film glänzt er als Kopfgeldjäger und Lawman Jonathan Corbett, der vom reichen Geschäftsmann Brokston (Walter Barnes)nach der erfolgreichen Exekution von 4 gesuchten Gangstern überredet wird, als Senator zu kandidieren. Brokston ist Eisenbahnpionier, will damit Millionen verdienen und braucht für sein Vorhaben beliebte Volkshelden oder besser Marionetten in der Regierung, die machen was er möchte. Dann wird ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt und ermordet. Der Täter soll eben der Mexikaner Cuchillo Sanchez (Tomas Milian) sein. Corbett wird nun beauftragt, den Flüchtigen schnell einzufangen und vor Gericht zu stellen. Allerdings ist Cuchillos Festnahme nicht ganz einfach, unsere Helden begegnen kuriosen Mormonen, schiesswütigen Pfaffen oder Drachenladys mit eigener Ranch samt sadistisch veranlagtem Personal..und irgendann nach 105 Minuten in den Bergen der Sierra Madre Mexikos sich im Showdown gipfelt. Im Laufe des Films beginnt Corbett immer mehr an der Schuld des Flüchtigen zu zweifeln und stellt sich am Ende auf dessen Seite, als er erfährt, wer der Mörder des Mädchens wirklich ist. Der Film selbst ist ein sehr guter Vertreter seines Genres, nicht nur durch den Score von Morricone erinnert der Film an die Leone Meisterwerke. Ich vergebe 4 Sterne und einen gibts für die wirklich extrem gelungene Aufbereitung des Klassikers durch Koch Media dazu. Der Film ist erstmalig ungekürzt zu bewundern, der verstümmelten deutschen Kinofassung fielen fast 30 Minuten der Schere zum Opfer. Die neuen Szenen sind nicht synchronisiert, jedoch untertitelt und geben dem Film endlich eine künstlerische Geschlossenheit und eine weitaus gelungenere Dramaturgie, ja sogar durch die Figur des Brokston eine interessante politische Note. Ausserdem kommt mit der Nebenrolle des Baron von Schulenberg eine ganz neue Figur zum Vorschein, weil damals sämtliche relevanten Szenen rausgeschnitten wurden. Dieser Scharfschütze ist, wie ich erfahren habe, dem grossen deutschen Stummfilmpionier Erich von Strohheim nachempfunden, weil Sollima selbst Fan von Strohheim war.
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