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Gehen (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Bernhard
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

29. September 1971 suhrkamp taschenbuch
Auf regelmäßigen Spaziergängen berichtet Oehler, der früher mit Karrer ging, einem Dritten, warum Karrer verrückt geworden und nach Steinhof hinaufgekommen ist. Für Karrer war das Gehen Anlaß und Ausdruck seiner Denkbewegung. "Mit Karrer zu gehen, ist eine ununterbrochene Folge von Denkvorgängen gewesen.", Denkvorgänge, in den Karrer sich klarwerden wollte über die Beziehung des Denkens zu den Gegenständen, über das Verhältnis von Bewegung und Stillstand.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 100 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 21 (29. September 1971)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518365053
  • ISBN-13: 978-3518365052
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 274.419 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag publiziert eine Werkausgabe in 22 Bänden.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitgeteilter Solipsismus mit Bernhard 31. Dezember 2002
Format:Taschenbuch
Ein Buch, 100 Seiten, schlichter Titel, schlichte Handung, schlichte Beurteilung: erstklassig.
Erzählt wird eigentlich nur eines: Daß ein, anscheinend hoch seltsamer Typ, namens Karrer "nach Steinhof hinaufgekommen" sei. Steinhof, eine Irrenanstalt und das, was (einen) Menschen dorhinbringt, ist das Thema des Buches. Und das, was das ist, wird unzweifelhaft und zum Erstaunen des ein oder anderen relativ schnell klar: es ist schlicht: Denken. Und zwar, so wird es aus der Perspektive eines Ich-Erzählers geschildert, ein Denken, das zu intensiv ist; das die Grenzen überschreitet und letztlich im vollendeten Idiotismus, in der totalen Selbstbezüglichkeit, im Wahn des Sehens der Welt durch die subjektive Brille, kurz im Solipsismus endet. Das Buch "Gehen", der Titel, das wird klar, steht in innerem Zusammenhang mit dem wahnsinnig machenden Denken,ist in unverwechselbarem "Bernhard-Stil" geschrieben: Es operiert ausschließlich mit z.T. sehr langen und verschachtelten Sätzen, im Stil der indirekten Rede und (fast) ohne Absatz. Man muß diesen Berhard lieben, sonst wird man selbst wahnsinnig; häufige Wiederholungen des gleichen Themas, die strenge "Ex-Klusivität" des Ich-Erzälers, der das Verhalten eines anderen beschreibt, schafft eine ganz eigene, graue und zwielichtige Stimmung, die Nietzsche als Geist des Tragischen bezeichnet hätte. Für mich ein echtes Highlight auf dem Buchmarkt, das den Zauber einer "anderen Schreibe" hat. Wie oben gesagt: durch seine Einmaligkeit schlicht erstklassig.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein geeignetes Buch, um dem Wahnsinn zu verfallen 11. Juli 2011
Von Villette TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich bin weder Bernhard-Kenner noch Bernhard-Liebhaber, kann "Gehen" daher weder in den Kontext seines Werkes einordnen noch das Genie gerade dieses Buches herausstellen. Ich bleibe ganz bei meinem subjektiven, sehr laienhaften Eindruck. Der ist dieser: Während des Lesens hatte ich nicht selten das Gefühl, Hollensteiner, Karrer und Oehler in den Wahnsinn folgen zu müssen. Der namenlose Erzähler referiert beim Gehen Oehler, seinen Spaziergangspartner, der sich wiederum über Karrer auslässt, mit dem er eigentlich gehen sollte, der aber nun verrückt geworden ist während des letzten Spaziergangs, und zwar hauptsächlich wegen seiner Beziehung zu Hollensteiner, der sein Leben durch Selbstmord ein Ende gesetzt hat. Dieser Monolog von Oehler trägt selbst wahnsinnige Züge, dreht er sich doch dauernd, Gedanken wiederholend, im Kreis. Die Themen des Monologs waren für mich als Leser schon fast nicht erkennbar, so sehr lenkt einen der Stil ab. Hindurch scheint nur jede Menge Trübsal, Enttäuschung, letztlich das Gefühl von Sinnlosigkeit und Gleichgültigkeit. Allerdings ist dies offenbar ein anzustrebender Zustand und nichts, gegen das man sich wehren sollte. Wie ich in vielen anderen Rezensionen lese, ist dies ein Meisterwerk der Literatur. Für mich ist es das nicht. Ich möchte allerdings auch nicht wirklich gern wahnsinnig werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DENKEN UND GEHEN - Ein herrliches Gehirnjogging 1. August 2010
Format:Taschenbuch
Der Zusammenhang zwischen GEHEN und DENKEN, die Wechselwirkung aufeinander,...Dieses Werk untersucht diesen Zusammenhang in typischer Bernhard-Dialektik,... Es ist ein philosophisches Wunderwerk. Kurz, aber erhellend. Man wird nach diesem Buch anderst durch Leben "gehen" und sich aufmerksamer bei "gehen" und "denken" beobachten, ja womöglich die gleichen Schlüsse wie der Autor ziehen.

"Denken wir intensiver, lässt unser Gehen nach. Gehen wir intensiver, lässt unser "Denken" nach. Wir können als nicht mit gleichen Geistesgegenwart gehen wie wir denken, wie wir,...[usw.]"

Ein herrliches Gehirnjogging
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ideale Einstieg in Bernhards Erzählwerk 6. Oktober 2008
Format:Taschenbuch
Anfang der 80er Jahre stieß ich als Schüler zufällig auf diese Erzählung. Das Büchlein - damals noch in einem dunkelbraunen Broschurumschlag - klemmte in einem Drehständer mit Taschenbüchern. Der merkwürdige Titel weckte mein Interesse. Ich fing an zu lesen - und war wie elektrisiert. Verglichen mit dem, was ich von der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur kannte (hauptsächlich Grass, Walser und Handke), war dies ein völlig anderer Ton. Der monomanische Stil, der wieder und wieder um die gleichen Satzzeile kreist, die verschachtelte indirekte Rede, das eigenwillige Thema des Denkens, Gehens und Verrücktwerdens - all das zog mich so in den Bann, dass ich von Bernhard nie wieder loskam und seither (fast) alles von ihm gelesen habe. Tatsächlich würde ich heute jemandem, der noch nichts von Bernhard gelesen hat, "Gehen" als Einstiegswerk empfehlen, weil es alle typischen erzählerischen Merkmale der Bernhardschen Prosa auf 100 Seiten vereint.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Bernhard-Destillat 16. Juli 2004
Format:Taschenbuch
Ideale, hochprozentige Einstiegsdroge fÃr Neulinge, Elixier dem Kenner; der Bernhard'sche Kosmos in nuce und zugleich eine spielerische, aber nicht minder tiefgrÃndige Auseinandersetzung mit Leitmotiven der analytischen Philosophie. Bezeichnend fÃr Bernhard: Alles erschliesst, entwickelt und verdichtet sich schliesslich zur existentiellen Krise im Ãusserlich monotonen, tatsÃchlich aber ausserordentlich intensiven, unablÃssigen, ja zwanghaften Abschreiten eines (Wiener) Mikrokosmos. Der Geist, der bei ernsthafter, aufmerksamer Auseinandersetzung den Zumutungen der Klosterneuburger Strasse und der tschechoslowakischen Ausschussware im Rustenschacherschen Laden gewachsen ist, dem wird auch die Philosophie zum leichten Spiel. Wer jedoch an letzterer irre wird, wird unweigerlich auch an ersteren zerbrechen.
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