Pressestimmen
"Seine Texte zeichnen sich durch eine präzise Sprache mit knappen Bildern aus, lyrisch erzählt und von auffälliger Musikalität." (LIT'FORM 2/2001, Zeitschrift des Westfälischen Literaturbüros,, Bericht zum Ernst Meister-Preis für Lyrik der Stadt Hagen)
Kurzbeschreibung
Es gibt viele Arten, Welt zu erfahren, doch zumeist sind Annäherungen im Spiel - ein Herangehen an Orte, an Natur, an Menschen und nicht zuletzt an sich selbst. Diesen Weg verfolgt auch Helwig Brunner, wenn er sich mit dem geschärften Blick des Naturwissenschaftlers und dem feinsinnigen Ohr des Musikers die Welt erschließt. Die Sprache ist es dann, die Form gebende Grenzen zieht; mit den letzten Schritten verinnerlichter Wahrnehmung vollzieht sie gleichzeitig schon die ersten Schritte der Distanzierung, der staunenden Entfremdung.
Als Lyriker ist Brunner ein Virtuose der genauen Sprache. Er schafft präzise Miniaturen, treffend skizzierte Orts- und Situationsbeschreibungen, die in existenziellem Ernst, in gelassener Lakonie, aber auch voller Ironie und feinem Spott daherkommen. Konsequent treibt er die lyrische Annäherung von naturhaften Außenräumen über technisch und urban geprägte Szenerien bis ins Zwischenmenschliche und in die verdichteten Innenwelten subjektiven Erlebens v oran.
Helwig Brunners Gedichte sind keine schwärmerische Poesie der ungebrochenen Oberflächen. Sie fordern den Leser durchaus zum Gebrauch des eigenen Intellekts, verführen in einen facettenreichen Mikrokosmos, wecken widersprüchliche Stimmungen und Assoziationen. Irisierende Bilder und sprachliche Doppelbödigkeiten fördern die Vielfalt möglicher Wirklichkeitsentwürfe zutage. Das Gedicht selbst, von dem man sagt, es sei bisweilen klüger als sein Autor, durchschaut die Hinfälligkeit einer Trennung von Außen und Innen, die Abhängigkeit des Betrachteten vom Betrachter - und macht sich seinen Reim aufs Ungereimte.