- Wussten Sie, dass es in Wien eine originaltreue Kopie des 'Abendmahls' von Leonard da Vinci gibt?
- Wussten Sie, dass eine sensationelle neue Entdeckung den wahren Geheimcode im Gemälde entschlüsselt?
- Kennen Sie die Versammlungsräume der Templer in Wien?
- Wird der Heilige Gral vielleicht in Wien aufbewahrt?
- Führen die Habsburger die Blutlinie Jesu fort?
- Kennen Sie die Bauhüttengeheimnisse des Stephansdoms?
- Kennen Sie die Logen und Geheimbünde Wiens?
Eigentlich genug Gründe (S.9) um Dan Browns nächsten Robert Langdon-Thriller nach Rom, Paris, London und Washington in Wien anzusiedeln. Illustriert von Fotografien Robert Bouchals entführt die Herausgeberin der Broschürenreihen "Geheimnisvolles Wien" und "Mystischer Wienerwald" zu einem Wienrundgang der besonderen Art. Eine Reise die dem österreichischen Leser auch vernaschaulichen kann wie faszinierend die eigene Heimat schon ist und das von Freimaurern, Illuminaten, Templern und allerlei Ritterorden geprägte Wien durchaus mit der freimaurerisch inspirierten Architektur Washingtons mithalten kann.
So manch interessiertem Leser mag die Idee bei der Lektüre von Dan Browns Bestsellern schon gekommen sein, derart fantasiereich wie er die regionale Legenden und Mythen nutzte um Südfrankreich und die Ewige Stadt Rom zu interessanten Reisezielen für "Gralsforscher" zu machen, hätte man auch Wien und Österreich verwenden können. An heimatkundlicher Literatur, Kraftorten und den nötigen Legenden samt Reliquien hätte es nicht gefehlt, nur sind bisher keine Herren Lincoln, Baigent und Leigh der Idee verfallen diese effektreich für ihre Verschwörungstheorien zu verwenden. Zumindest zwei habsburgische Erzherzöge finden sich in der Liste der Großmeister der von Pierre Plantard erfundenen Prieure de Sion, wobei diese Liste samt Dossiers infolge eines Prozesses wegen Dokumentenfälschung längst als Fälschung entlarvt wurde. Dem Mythos hat das freilich keinen Abbruch getan, doch bis jetzt sind die Habsburger nicht wirklich ins Zentrum der Gralsforschung gerückt, auch wenn sie ihre Abkunft auch bis auf die Merowinger zurückführten und damit auch ihren Anspruch auf die römisch-deutsche Kaiserwürde legitimierten. Ja das Geschlecht der Habsburger selbst bietet eigentlich genug Stoff für einen brownschen Roman, wenn Gabriele Lukacs Fragen aufwirft (S. 50) "Warum wurde Franz Stephan von Lothringen als Begründer einer neuen Dynastie gewählt? [...] Die Tatsache, dass Franz Stephen anstatt des eigentlich vorgesehenen älteren Bruders und wegen dessen plötzlichem Tod, zum Prinzgemahl auserkoren wurde, und die doppelte Rückversicherung durch die Verheiratung Maria Theresias Schwester mit dem dritten Bruder gilt als Beweis dafür, dass hinter der Wahl eines Lothringers ein Geheimnis steckt."
Als Sitz der Großloge von Österreich und zahlreicher verbliebener Ritterorden ist Wien geradezu prädestiniert für Mythen und Legenden, welche noch dadurch verstärkt werden, dass sich an den Wahrzeichen der Stadt architektonische Besonderheiten finden lassen, die auf eine Verbindung zu den Freimaurer hindeuten. Nicht zuletzt war es in Wien wo sich einst auch Wolfgang Amdeus Mozart einer Loge anschloss und nicht neben zahlreichen Hochadeligen gehörte auch Kaiser Franz Stephan selbst den Freimaurern an.
Fazit:
Ein faszinierender Stadtführer, nach dessen Lektüre man die geheime Seite an der Kulturmetropole Wien erkennen wird.