Dieses Buch ist ein Zwitter - aber beide Hälften ergänzen sich perfekt. Sowohl Geheimdienstler als auch Hobbyköche kommen voll auf ihre Kosten. Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind erst einmal völlig unverfänglich: Über Sakuska, Über Pelmeni, Über die Pilze, Vom Sabantui zum Tee... Typisch russische Kochrezepte, für die man meistens etwas mehr Zeit braucht, die sich dann aber um so besser von westdeutschem McMuffel abheben und einfach köstlich schmecken - diese Rezepte sind allesamt von nicht weniger köstlichen Anekdoten, Geschichten und Erlebnissen Markus Wolfs gewürzt, die seiner Zeit als oberster Spion und Leiter des Nachrichtendienstes der DDR entstammen. Gewitzt und nicht nachtragend wie andere biografische Zeitgenossen (Zeit-Genossen!) berichtet der Oberspion von Obern und Spionen und herrlichem russischen Essen... Darf man dem Buch in der Hinsicht Glauben schenken, dann ist die russische Küche die gastfreundlichste und überproportionierteste der Welt. Allein die Vorspeisen scheinen einen deutschen Durchschnittsmagen bei Weitem zu überfordern...
Nach diesem Buch sollten Sie nicht nur dann greifen, wenn trinkfreudige Russen ins Haus stehen und nach ordentlicher Beköstigung verlangen - es ist ein Lesespaß zu jeder Tag- Nacht- und Essenszeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)