Der Schriftsteller und Gourmet Peter Mayle würdigt mit diesem gelungenen kleinen Büchlein das handwerkliche Können seines Freundes Gerard Auzet. Dieser kreiert in Cavaillon, einer Stadt , die etwa eine Dreiviertelstunde Fahrtzeit von Avignon entfernt liegt, feine Backwaren und zwar bereits in der vierten Generation. Mit seinen Produkten hat er sich überregional einen legendären Ruf erworben. Er zählt in Frankreich zu den Stars der Bäckerszene und erhielt beim diesbezüglichen Grandprix den Titel "Meilleur Ouvrier France".
Baguette ist heute noch das beliebteste Brot und gewissermaßen ein Wahrzeichen Frankreichs. Man sollte es möglichst frisch essen, denn es bleibt nie länger als vier bis fünf Stunden knusprig. Bei Gerard Auzet werden die Laibe immer noch von Hand gegestellt. Mayle berichtet ausführlich wie die Baguettes und andere Backwaren entstehen. Welches Mehl man dazu verwendet, in welchen Öfen gebacken wird und womit die diagonalen Kerben auf der Oberseite des Brotes angebracht werden, bleibt dem Leser nicht länger verborgen.
Immer wieder stößt man im Text auf kleine separte Anekdoten, Geschichten und Empfehlungen wie etwa dieser:
" Wenn Sie das ungute Gefühl haben, dass bei Ihnen im Augenblick alles schief läuft, wie verhext, finden Sie das Gegenmittel in der nächsten Bäckerei. Wickeln Sie ein Stück Brot in eine saubere weiße Serviette und schenken Sie es der erstbesten Person, der Sie am Morgen begegnen. Damit wird der Bann gebrochen."
Damit das Brot erstklassig , gesund und frisch auf den Tisch kommt, benötigt man einige grundlegende Küchenutensilien - Mayle benennt sie- und man muss in der Lage sein bis 56 zu zählen, da die Gesamtzahl aller Komponenten, die das Brot " nobles, sains et frais" machen, immer 56 Grad ergeben muss.
Zutaten für Auzets Spezialitäten sind Oliven, Zwiebeln, Knoblauch, Safran und Knoblauch. Der Autor lässt den Leser wissen, weshalb durch diese Ingredenzien das Brot den letzten Kick bekommt.
Rezepte für Baguettes, Boules und Batards, für Pain au Lait, Fougasse, aber auch für Croissants werden ausführlich geschildert und man lernt Leckereien der Bäckerei Auzet, wie etwa Pain au Thym, Pain aux Abricots et Noisettes, , Pain au Roquefort und Pain a L`Ail näher kennen.
Die Erfindung des Croissants lässt sich übrigens auf das Jahr 1683 zurückdatieren.
Wiener Bäcker haben dieses Produkt entwickelt. Es stellt eine kleine Mondsichel dar, die an die Türken erinnern soll, die von den Österreichern einst besiegt worden waren. Die moderne Form des Mini- Brotes, seit 1920 aus Blätterteig gemacht, gilt als besonders delikate französische Spezialität.
Mayle gibt Tipps welcher Wein zu welchem Brot gut mundet und empfiehlt u.a. zu Knoblauchbrot Bandol, zu Brot mit grünen und schwarzen Oliven Cahor,zu Roquefortbrot Sauterne und zu Fischerbrot Tavel Rose.
Eine kurzweilige Lektüre, die Ihnen nicht nur viele Infos rund ums französische Brot liefert, sondern Ihnen sogar noch verrät wie zwischen Menschen gutes Einvernehmen hergestellt werden kann. Was will man mehr!!!
Lesen Sie bitte selbst oder verschenken Sie das Buch. Es lohnt sich!