Das Buch ist keine Anleitung wie man Chi erreicht, halten kann, seine eigenen Chi-Gong Übungen verbessert oder ähnliches. Es ist ganz enfach der Erfahrungbericht eines jungen Journalisten, der mehr oder weniger aus Neugierde (jedenfalls ist das der bewußte Teil) an einen Chinesischen Arzt gerät, eigentlich nur ein Interview mit ihm möchte, dann aber sein Patient und später sein Lehrling wird. ABER - ich habe bisher noch kein Buch in der Hand gehabt, dass ich ständig lächelnd gelesen habe, das mich so oft laut auflachen ließ (was mir beim lesen eigentlich selten passiert) und für dessen Figuren ich so schnell fast liebevolle Gefühle entwickelt habe. Der trockene Humor, mit dem hier das Aufeinandertreffen eines sehr "westlichen" jungen Mannes und den Geheimnissen uralten Wissens beschrieben wird, ist einfach zu komisch (zumindest, wenn man sich selber schon manchmal in ähnlicher Situation befand). Oft fühlt man Mitleid mit dem "armen Schüler" der grad mal wieder völlig verwirrt seine eigenen Erklärungen suchen muß, oft muß man dennoch mit dem Arzt über sein verdutztes Gesicht lachen - jedenfalls schafft es Peter Meech irgendwie, das man "dabei" ist - mitten in der Geschichte, in dieser Arztpraxis, die doch so viel mehr ist. Oder manchmal mitten in seinem Körper und gleichermaßen fasziniert von dem, was er da alles zu fühlen bekommt. Ach - und wie gerne würde man sowas auch mal erleben - einen so RICHTIG weisen Lehrer finden, der einem so große Geheimnisse des Lebens lehren kann - und das auch noch mitten in einer Großstadt wie Toronto und nicht in irgendwelchen Bergregionen im Himalaya!
Mir hat das Buch richtig Spaß gemacht! Und ich frage mich die ganze Zeit ob das Absicht ist vom Autor, ob es überhaupt möglich ist, in ein Buch so viel Chi zu packen, dass der Leser es spürt - auch beim soundsovielten Druck und sogar noch in Übersetzung ... denn auch ohne jede Chi-Gong Praxis habe ich mich nach jedem Lesen nur einiger Kapitel wie mit Energie aufgeladen gefühlt. Ich denke ich lese das Buch gleich nochmal - nur wegen der guten Laune, die es bei mir ausgelöst hat. ;)
Ein anderer, ernsthafterer Aspekt ist, dass das Buch so authentisch geschrieben ist, dass man an dem Inhalt keine Sekunde zweifelt. Da ist jemand (der Autor), der ist AUCH mit "westlichen" (in dem Fall Kanadischen) Gedankengut aufgewachsen und hatte Anfangs noch keine Ahnung von Chi, Energien usw. und hat sie dennoch sofort gespürt - und zwar körperlich, eindeutig und nachvollziehbar. Und das stärkt den Glauben an solche Techniken oder allgemein an ein "mehr" zwischen Himmel und Erde doch ungemein. Ich habe das Buch gekauft, weil ein Lungenarzt mir empfohlen hat, mich doch mal mit dem Chi, z.B. durch Tai Chi oder Chi Gong oder Yoga-Atemübungen, auseinanderzusetzen. Neben einem Übungsbuch zum Thema lief mir auch diese Lektüre über den Weg und ich dachte mir "schaden kann's nicht einfach mal mehr zum Thema zu lesen und nicht nur Atem-Übungen zu machen." Und wie sehr hat diese Lektüre doch das Verständnis dafür gestärkt, das all die verschiedenen Lehren über Chi oder Prana, Meridiane im Körper, Energiebahnen usw. kein Humbug oder altmodische Glaubensvorstellungen sind, sondern jederzeit erlebbar und tatsächlich auch lenkbar und heilbringend sind! Ich sehe die Welt (und auch manche Übungen, die ich bisher evtl. eher als langweilig empfunden hätte) jetzt jedenfalls doch noch mal mit anderen Augen.