In der Einleitung heisst es vielversprechend, dass der Blick auf "ungeklärte Ereignisse, neue verblüffende Forschungsergebnisse" gerichtet wird. Hierfür greift sich der Autor 6 einzelne Bereiche der Geschichtsforschung zum "Dritten Reich" heraus. So geht es um Hitlers Familie, seine finanziellen Verhältnisse, seine Beziehung zu Frauen, und es geht um enge Weggefährten von ihm, wie Heinrich Himmler, Erwin Rommel und Albert Speer.
Die Texte sind lesenswert und durchaus spannend geschrieben. Aber den Anspruch, neue Geheimnisse zu enthüllen, kann das Buch eher nicht erfüllen. Oft stellt der Autor eine spektakuläre These auf, versucht neue Forschungsergebnisse dazu zu finden, die diese bestätigen könnten, um die These dann doch wieder zu relativieren oder gar zurück zu nehmen.
Ein Beispiel ist Hitlers Familie. So wird erwähnt, dass sich in Hitlers Ahnentafel unter der Nr. 45 der jüdisch klingende Name Katharina Salomon findet, und die Vermutung geäußert, dass Hitler vielleicht doch jüdische Vorfahren gehabt haben könnte. Aber wahrscheinlich lag wohl nur ein Übertragungsfehler vor. Denn am Ende des Kapitels muss der Autor einräumen, dass es wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen keine Belege für jüdische Vorfahren Adolf Hitlers gibt.
Ein anderes Beispiel ist die Absicht des Autors, an der Legende vom asketischen, selbstlosen Führer zu rütteln, der sogar auf sein Gehalt als Reichskanzler verzichtete. Knopp erwähnt hierzu z.B. die Tatsache, dass sich Hitler 1934 eine umfassende Steuerbefreiung hat ausstellen lassen, so dass er als Reichskanzler nie Steuern bezahlen musste, obwohl er eigentlich wie jeder andere auch steuerpflichtig war. Aber der Grund hierfür dürfte weniger in Hitlers Geldgier liegen, sondern seiner Abneigung, sich überhaupt mit solchen, für ihn lästigen Dingen befassen zu müssen. Und so erwähnt Knopp später z.B. auch, dass Hitlers Askese in puncto Essen und Kleidung unbestritten ist.
Fazit: Das Buch hilft Dinge zu vertiefen, von denen man bisher nur am Rande gehört hat. Wirklich neue "Geheimnisse" werden aber eher nicht enthüllt.