Das Buch ist ein vergnüglicher Streifzug durch Karriere und Privatleben der berühmten Schweizer Komödiantin, garniert mit witzigen Anekdoten und kurzen zeitgeschichtlichen Betrachtungen. Köstlich sind z.B. die Wortgeplänkel mit ihrem Chemielehrer (S.24) oder einem ihrer Regisseure (S.35). Ihr Schreibstil ist gediegen und einige Helvetismen (z.T. mit erklärenden Fußnoten) vermitteln Schweizer Flair. Dass es keine chronologisch lückenlose Biografie ist, stört nicht im Geringsten. Lilo nimmt sich kein Blatt vor den Mund, und man erfährt so manche Details über ihre Kollegen. Sie bleibt aber vornehm zurückhaltend, wenn es allzu privat wird, und bewahrt die persönliche Perspektive, wenn es um Zeiterscheinungen und Politik geht.
Im Vorteil sind Leser, die ihre Filme und die deutschsprachigen Schauspieler der 40er bis 70er Jahre kennen und mit den vielen Namen, die im Text auftauchen, Gesichter und Assoziationen verbinden. Im zweiten Teil wird gelegentlich die Kenntnis von Ereignissen vorausgesetzt, auf die im Buch selbst nicht näher eingegangen wird, z.B. der Tod ihrer Tochter und ihres Mannes. Das fällt aber vermutlich nur jenen auf, die die früheren Bücher der Pulver nicht kennen. Abgerundet wird das Buch mit einer persönlichen Hommage an Lilos langjährige Sekretärin und an O.W. Fischer.