Pressestimmen
»Die knapp vierhundert Seiten lesen sich atemberaubend spannend, was sich ebenso dem Erzählten wie der Erzählweise verdankt. ... Wut ist neben Liebe, Begeisterung, Melancholie und Ironie eine unabdingbare Ingredienz von Juri Andruchowytschs eigenwilligem, lebensprallem Bekenntnisbuch. Wut als Zeichen von Vitalität und als rebellisches Hinterfragen ost-westlicher Stereotypen. Wer heute besorgt auf die Ukraine blickt, tut gut daran, sich in »Geheimnis« zu vertiefen. Er wird auf erschütternde Paradoxien treffen und zugleich auf so viel Poesie und Witz, dass es ihm bisweilen die Sprache verschlägt. Andruchowytschs rastlos kreativer Geist hält es nämlich trotz allem mit der Hoffnung. »Ich finde, wir haben unheimliches Glück im Leben, stimmt's?« Nach aufregenden vierhundert Seiten ein versöhnliches Schlusswort.« (Ilma Rakusa Neue Zürcher Zeitung )
Kurzbeschreibung
Über den Autor
Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte Journalistik und begann als Lyriker. Exotische Vögel und Pflanzen (1991; mit einem Zusatz "Indien" 1997). Dt. u.d.T. Spurensuche im Juli. Reichelsheim 1995. Übersetzungen aus dem Russischen, Polnischen, Englischen und Deutschen. 1985 Mitbegründer der legendären literarischen Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu (Burlesk-Balagan-Buffonada). Mit seinen drei Romanen Rekreacij (1992), Moskoviada (1993), Perverzija (1999), die ins Polnische und Russische übersetzte wurden, ist er unfreiwillig zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. 2000 erschien in Polen Mein Europa (mit Andrzej Stasiuk), Ergebnis einer gemeinsamen Reise durch den unbekannten europäischen Osten. Die deutsche Übersetzung erschien im Mai 2004 in der edition suhrkamp.
Andruchowytsch wurde mit dem Sonderpreis des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2005 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Der Schriftsteller vermittle mit seinen brillanten Essays einen wichtigen Beitrag zur Entdeckung einer nahezu unbekannten Region im erweiterten Europa, hieß es in der Begründung.
Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006 wurde Juri Andruchowytsch im März 2006 anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.