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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen
Lemberg,
Rezension bezieht sich auf: Geheimnis: Sieben Tage mit Egon Alt (Gebundene Ausgabe)
Juri Andruchowytsch schreibt einfühlsam und genial, ich bin noch nicht am Schluss des Buches. Die Schilderung der Studienzeit in Lemberg, wenn man die Stadt kennt, das ist grosse Literatur. Dass dies auch in der Übersetzung so gut rüberkommt, ist erstaunlich. Ich erwäge, schon nur wegen Juri Andruchowytsch, die ukrainische Sprache zu lernen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hütet die Ukraine das Geheimnis?,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Geheimnis: Sieben Tage mit Egon Alt (Gebundene Ausgabe)
Für die meisten Menschen ist die Ukraine das Land durch das unser Gas fließt, wenn es denn fließt, wer aber die Ukraine wirklich kennenlernen will, der sollte dieses Buch lesen, nach dessen Lektüre ist dieses Land das wie einst Ostdeutschland, wie Polen, wie Ungarn oder wie Tschechien zu Europa gehört sicher kein terra incognita mehr. Wenn man das Buch liest, dann hat man in der Tat den Eindruck, dass Literatur in der Ukraine zumindest eine ganz andere Rolle gespielt hat als hier und man Europa erst mit der Ukraine versteht. Dort war die Literatur lebensnotwendig und auch Gesellschaft verändernd.Die Ukraine ist die Heimat von Juri Andruchowytsch, einem der "wichtigsten intellektuellen Botschafter seines Landes", der ein Jahr in Berlin verbrachte und für seinen letzten Roman "Die zwölf Ringe" 2006 den Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung erhielt. Das Buch hat eine sehr eigenwillige Form, bei der sich der Autor bewusst betrügerisch ins Zentrum des Romans stellt und als Fata Morgana über beeindruckende Ereignisse der sechziger, siebziger, achtziger und neunziger Jahre berichtet. Es sind schillernde Memoiren, Momente der Fassungslosigkeit, Momente großer Profundität und vielsagender Auslassungen. Das alles erfährt man in einem sieben Tage dauernden Gesprächsprotokoll, das zwischen dem Autor und einem hartgesottenen deutschen Journalisten, der Egon Alt heißt, geführt wird. Juri Andruchowytsch ist ein wahrer Meister des Verwirrspiels, doch man kann diesen Egon Alt, der die Biografie von Andruchowytsch aufrollt, unschwer als Alter Ego identifizieren. Die kritischen und einfühlsamen Fragen die der deutsche Journalist dem ukrainischen Schriftsteller, über seine Kindheit und Jugend, über die Ereignisse während der russischen Besatzungszeit, über die Jahre die er in der Sowjetarmee verbrachte, die Jahre seiner Reisen zwischen Ost und West, die Nivellierungsleistungen der Sowjetunion, die Katastrophe von 1969, die Beisetzung von Breschnew, die Orangen Revolution, die arme Zeit, in der es keine Medienfreiheit gab, die Fragmente der Kultur verboten waren und den Zerfall der Sowjetunion stellt, beantwortet dieser mal aufgeregt und ungeduldig kurz, mal undiszipliniert ausschweifend. Wenn man nur den Autor im Fokus hat dann könnte man sagen, dass es ein völlig egozentrisches Buch ist, von dem der 48 jährige Juri Andruchowytsch im Vorwort treffend sagt Sieben Kapitel über mich und die Zeit, in der ich lebe", aber es ist neben der mitreißenden eigenen Biografie fraglos ein emotional bewegender und spannender Abschnitt erlebter Zeitgeschichte. Egal, ob "Geheimnis" letztlich der Kategorie Autobiografie, Roman oder politischem Glaubensbekenntnis zuzuordnen ist, meisterhaft wird hier Politisches und ureigen Privates in einer vermeintlich unprätentiösen Frage-Antwort-Partie mit fein ziselierter Ironie, mit kaum je verletzendem Witz, in unterschiedlichen Erzählsträngen verwoben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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