...wird nicht gelüftet. In zwölf Kapiteln werden alle Facetten der divergierenden Meinungen zur so genannten '"Hohle-Erde-Theorie"' erörtert. Dazu zählen u.a. die Theorie der konzentrischen Sphären, die zellulare Welt-Entstehungslehre, Forschungen aus der Zeit des Dritten Reiches, Mythos Neu-Schwabenland, die Innerirdischen und Erdöffnungen an den Polen sowie vermeintliche UFO-Sichtungen an derselben. Anhand dieses breiten Themenspektrums ist bereits zu erahnen, dass die Hohle Erde für sich betrachtet nicht so viel Material hergibt. Dem Autor Maclellan mag mal löblich zugestehen, dass er durch diesen Blick über den Tellerrand hinaus mögliche Zusammenhänge dem Leser näher bringt, doch hackt das Ganze an folgenden Schwachpunkten:
1. Es werden sehr viele vermeintliche Fachtermini wie 'konzentrische Sphären' oder das so genannte 'Phantom-Universum' in den Raum geworfen, ohne sie (populär-)wissenschaftlich schlüssig zu erklären. Vielmehr gewinnt man hier den Eindruck, dass sowohl Autor als auch die jeweiligen Verfechter der verschiedenen Theorien selbst nicht so recht wissen, wie sie das gesagte logisch veranschaulichen können. Zu viel Fiktion, zu wenige harte Fakten. Auf gut deutsch: viele der ' durchaus interessanten ' Ansätze kann man als Laie nicht nachvollziehen. Teils nicht einmal hypothetisch -' und das ist Schade.
2. Die UFO-Manie. Zu sehr versteift sich der Autor meiner Meinung nach auf die UFO-Thematik. Hierzu gibt es schließlich bereits genug einschlägige Abhandlungen. Der Versuch einen direkten Zusammenhang zwischen Hohler Erde einerseits '- und den Flugscheiben anderseits herzustellen, macht die Angelegenheit auch nicht unbedingt glaubhafter / wahrscheinlicher. Hier war es einfach zu viel zu Guten wenngleich die Fälle der Sichtungen äußerst sachlich dokumentiert wurden und soweit als möglich Quellen genannt werden.
3. Stichwort Quellenlage. Sie stellt sich für den deutschen Leser als relativ schwer nachprüfbar heraus. Zum einem sind die wenigen Illustrationen bzw. Abbildungen von äußerst zweifelhafter Qualität / Reproduktion ' zum anderen weist der Literaturanhang ausschließlich englischsprachige Quellen auf. Schön wären hier z.B. 'richtige' Bildkopien von Zeitungsausschnitten gewesen -' keine bloßen Rezitierungen im Fließtext.
4. Die Widersprüche. Hat man sich einmal mit einer Theorie halbwegs angefreundet holt einen das jeweils darauf folgende Kapitel wieder in das Reich des gesunden Skepsis zurück. Die Theorien widersprechen sich extrem und lassen sich nicht mal unter äußersten Verrenkungen miteinander in Einklang bringen. Zur Veranschaulichung: Die einen sagen WIR leben in Wirklichkeit auf der Erdinnenfläche und das Universum ist letztendlich doch nur 'unsere kleine Erde' -' die anderen wiederum glauben an die Existenz von uralten Rassen im Erdinneren und sehen die Sonne nur als optische Täuschung bzw. Reflexion der "'inneren Zentralsonne der Erde"' an. Andere behaupten wiederum, dass andere Planeten auch hohl seien und man deshalb noch kein außerirdisches Leben auf der Oberfläche gefunden hat bzw. auch nicht finden kann. Nur zwei Beispiele -' aber davon gibt es viele in diesem Buch.
Fazit: Um Appetit auf mehr zu machen, reicht dieses Werk aus. Es gibt auch nicht wirklich Alternativen auf dem deutschen Buchmarkt. Der Autor bemüht sich sachlich und unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Dies gelingt ihm jedoch nur zum Teil: Irgendwie hat man stets das Gefühl, dass einen Maclellan schleichend versucht zu lenken. In Richtung Glaube, in Richtung "'Was wäre wenn?", in Richtung Utopie. Trotz aller Kritik ein spannendes Thema, dass eine ernsthafte wissenschaftliche Überprüfung verdient hat. In Relation zum günstigen Buchpreis -' spricht nichts gegen eine Anschaffung.