Die Ross Hunter - Produktion "Das Geheimnis der Dame in Schwarz" (Originaltitel "Portrait in Black") unter der Regie von Michael Gordon basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von 1945 und weist mit Lana Turner, Anthony Quinn, Richard Basehart und Sandra Dee eine bemerkenswerte Starbesetzung auf.
Zum Inhalt:
Sheila (Lana Turner), zweite Ehefrau des reichen Reedereibesitzers Matt Cabot, leidet unter den Schikanen ihres schwerkranken und tyrannischen Mannes.
Trost findet sie in den Armen von Dr David Rivera (Anthony Quinn), dem Arzt ihres Mannes, mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre verbindet.
Eine Scheidung kommt nicht in Frage, da Sheila befürchtet, daß Matt ihr dann den gemeinsamen Sohn wegnehmen könnte und so beschließen Sheila und David, Matt umzubringen.
Der Mord gelingt überraschend problemlos, aber als ein mysteriöser anonymer Brief eintrifft, verlieren die beiden zunehmend die Nerven...
Verheiratete Frau und ihr Geliebter wollen den ungeliebten Ehemann aus dem Weg räumen und stoßen auf unerwartete Schwierigkeiten, hm - der Plot ist natürlich alles andere als neu.
Dennoch ist "Das Geheimnis der Dame in Schwarz" durchaus spannend, schon alleine durch eine recht stimmig ausgeklügelte, leicht melodramatisch anmutende breit angelegte Familiengeschichte mit zahlreichen Personen:
Da ist einmal Matts zwielichtiger Partner Howard (Richard Basehart), der Sheila seit Jahren liebt und nach Matts Tod seine Chance gekommen sieht, Cathy (Sandra Dee), Matts Tochter aus erster Ehe, die ihrer Stiefmutter seit jeher misstrauisch gegenüber steht und ihr "unstandesgemäßer" Freund Blake (John Saxon), der etwas schmierige Chauffeur Cobb (Ray Walston), die undurchsichtige Hausangestellte Tawny (Anna May Wong) und Matts langjährige Sekretärin Miss Lee (Virginia Grey).
Leider weist der Plot einige nicht unerhebliche Unwahrscheinlichkeiten auf, so fragt man sich zum Beispiel, warum man überhaupt unbedingt das Risiko eingehen muss, einen Mann, der nach Aussage seines Arztes ohnehin nicht mehr lange zu leben hat, umzubringen und auch die Tatsache, daß David es für nötig erachtet, auch noch denjenigen aus dem Weg räumen zu müssen, der den anonymen Brief geschrieben haben KÖNNTE, ohne irgendwelche Gewissheit darüber zu haben und ohne, daß irgendwelche Forderungen gestellt worden wären, fand ich nicht ganz überzeugend.
Auch die Auflösung fand ich nicht unbedingt nachvollziehbar, sondern schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen.
Aber nun gut, 100%ige Wahrscheinlichkeit sollte man bei einem Unterhaltungsfilm weder suchen noch erwarten.
Ein größeres Problem ist da schon, daß Anthony Quinn, der in Filmen wie "La Strada" oder "Alexis Sorbas" wirklich mit herausragenden Schauspielleistungen begeistern konnte, in dieser doch vermeintlich "einfacheren" Rolle nicht auf ganzer Linie überzeugen kann.
Weder den romantischen Liebhaber noch den zunehmend durchdrehenden Mörder konnte ich ihm wirklich abnehmen, auch die Chemie zwischen ihm und Lana Turner schien mir hier nicht hundertprozentig stimmig zu sein.
Diese spielt ihre Rolle überzeugend, neigt aber - wie des öfteren in ihrer Karriere - ein wenig zu einem gewissen Overacting.
Die Nebenrollen sind durchgehend sehr gut besetzt, insbesondere der von mir sehr geschätzte Richard Basehart als Sheilas Verehrer und Virginia Grey als heimlich und hoffnungslos in ihren Chef verliebte treu ergebene Sekretärin überzeugen auf ganzer Linie.
Ich habe hier zwischen drei und vier Sternchen geschwankt.
Den Ausschlag zu (knappen) vier hat die wirklich schöne Inszenierung gegeben, die nicht nur mit attraktiven Menschen in edler Garderobe und schönen Settings, sondern auch und vor allem mit einigen wunderschönen Aufnahmen von San Francisco und Umgebung, einer tollen Farbgestaltung und einigen interessanten Kameraeinstellungen aufwarten kann.