Die Geschichte dieses kleinen Romans spielt in einem abgelegenen Tal in Norditalien, und sie spielt zugleich auf der Grenze zwischen Realität und Phantasie, Wirklichkeit und Märchenwelt.
Der unnachgiebige Oberst Procolo hat, gemeinsam mit seinem kleinen Neffen, ein Waldstück geerbt, den so genannten Alten Wald. Der Alte Wald ist ein seit Jahrhunderten unberührtes Stück Natur, in dem die Baumgeister wohnen und in dem man - nicht jeder, meist nur die Kinder, aber auch der Oberst - die Vögel, Waldtiere und Winde sprechen hören kann. Der Oberst aber möchte den Wald allein besitzen, er möchte ihn roden, verkaufen, zu Geld machen, und er wünscht seinem Neffen, der ihm dabei im Wege steht, den Tod. Doch im Laufe der Geschichte wandelt sich der Oberst, erkennt er das Recht der Natur auf Eigenleben an. Als er hört, sein Neffe sei unter einer Lawine begraben, macht er sich auf, ihn zu retten, und findet dabei den Tod.
„Der Alte Wald" ist ein märchenhafter, geheimnisvoller Roman, mit dessen, wie man heute sagen würde, ökologischer Grundhaltung Buzzati seiner Zeit weit voraus war (der Roman erschien erstmals 1935). Erst heute, so scheint es, können wir dieses poetische Plädoyer für die Bewahrung und den Respekt vor der Natur richtig verstehen.