Wer Nepal kennenlernen will, über Klischees hinaus, der ist mit diesem sensibel geschriebenen Roman bestens bedient. Das Buch beschreibt die Jahre vor den ersten freien Wahlen in den neunziger Jahren aus der Sicht verschiedener Figuren in einem kleinen Dorf. Man kommt den Menschen sehr nahe, taucht tief in die Kultur ein und verlässt die Protagonisten am Ende ungern wieder, weil sie gute Bekannte geworden sind. Es ist ein bisschen Lindenstraße in Nepal, man nimmt über Jahre am Leben von Menschen teil. Einen Plot im klassischen Sinne hat der Roman nicht, aber er ist so schön geschrieben und die beschriebene Welt ist so interessant, daß der Text trägt. Ich habe zwischendurch Lesepausen geamcht, aber das Buch doch immer wieder in die Hand genommen, bis ich durch war. Wer einen Actionroman im Hochgebirge sucht, der sollte sich ein anderes Buch kaufen.