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Geheime Staatsaffären
 
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Geheime Staatsaffären

Isabelle Huppert , François Berléand , Claude Chabrol    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Isabelle Huppert, François Berléand, Patrick Bruel
  • Regisseur(e): Claude Chabrol
  • Komponist: Matthieu Chabrol
  • Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: Concorde Video
  • Erscheinungstermin: 7. März 2007
  • Produktionsjahr: 2006
  • Spieldauer: 106 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000M4R5NE
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.903 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Dieser Film erhebt nicht den Anspruch, ein konkretes Zeitgeschehen wiederzugeben. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen wäre, wie man so sagt, rein zufällig." Dieser Wink mit dem Zaunpfahl eröffnet den Politthriller Geheime Staatsaffären von Regie-Altmeister Claude Chabrol. Denn natürlich spielt der Film auf konkrete Ereignisse und Personen an, wenngleich diese auch fiktionalisiert und etwas entschärft worden sind: Die Verwicklungen und Aussagen der realen Geschehnisse erschienen Chabrol einfach zu abstrus und lächerlich – einem Drehbuchautor hätte man diese Entwicklung nicht abgenommen.

Gemeint ist natürlich die Korruptionsaffäre um die staatliche französische Ölgesellschaft Elf Aquitaine, die als einer der größten Wirtschaftsskandale in die Geschichte einging. Gegen insgesamt 37 Manager und Mittelsmänner wurde Anklage erhoben, bis in die höchsten Spitzen der Politik erstreckten sich die Auswirkungen von Korruption und Machtmissbrauch. So lautet der Originaltitel des Films auch vielmehr „Machtrausch“, dem sowohl die Top-Manager und Politiker, aber auch die Ermittlungsrichterin Jeanne Charmant-Killman verfallen. Isabelle Huppert gibt – wie eh und je in absoluter Hochform – die ehrgeizige Untersuchungsrichterin, die sich im Laufe ihrer Ermittlungen immer mehr ihrer eigenen Macht bewusst wird, die sie in den Verhören auf die Beschuldigten ausüben kann. Je tiefer sie in den Sumpf aus Betrug und Unterschlagung vordringt, desto weiter entfernt sie sich jedoch von ihrem Mann. Sie verblasst im wahrsten Sinne des Wortes zusehends und am Ende bleibt die Frage, ob sie sich wirklich als Siegerin dasteht. Intelligente Unterhaltung in bester Chabrol-Manier. -- Birgit Schwenger

Produktbeschreibungen

Richterin Jeanne Charmant (Isabelle Huppert) ist mit einem schwierigen Fall beauftragt worden. Es geht um die Unterschlagung öffentlicher Gelder, Korruption und Veruntreuung. Gedeckt wird sie von allerhöchsten Positionen der Regierung und Verwaltung. Als sich ihr Verdacht konkretisiert, und sie mit ihren Verhören in immer tiefere Abgründe vorstößt, fühlt sie zunehmende Kräfte in sich wachsen. Je mehr sie aufdeckt, desto umfangreicher werden die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, Druck auf die Verdächtigen auszuüben. Unausweichlich aber wird sie mit zwei entscheidenden Fragen konfrontiert: Wie weit kann sie ihre Machtbefugnisse ausbauen, bevor sie womöglich mit einer größeren Macht kollidieren? Und kann ein Mensch dem wachsenden Rausch der Macht widerstehen? Oder droht er daran

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spannend und unterhaltend 27. April 2007
Von mh14480
Von Amazon bestätigter Kauf
Isabelle Huppert als Untersuchungsrichterin knackt ein Old-Boys-Network aus dem Big Business. Am Ende muß sie allerdings einen hohen Preis zahlen, denn ihre Ehe zerbricht. Die Methoden die sie anwendet und die Widerstände auf die sie stößt, werden gut nachvollziehbar dargestellt. Für mich ein spannender und gut unterhaltender Film.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ray TOP 500 REZENSENT
Es ist das Thema der Stunde, dass Chabrol hier versucht aufzurollen: Ein präzise Aussage über Korruption, über Veruntreuung...über die dubiosen Machenschaften von Grosskonzernen und ihren mächtigen, leitenden Mitarberitern - nicht zuletzt auch der dringende Verdacht, dass es eine Verflechtung und Agreements geben muss zwischen Wirtschaft und Politik. Eine Macht, die letztendlich auch die Grenzen der Staatsgewalt aufzeigt.
Und die präzise Aussage muss erst einmal in einem psychologisch raffiniert geführten Verhör geschaffen werden...und bleibt am Ende vielleicht doch nur Illusion.
In dem ruhigen, ja beinahe relaxten Film brilliert Isabelle Huppert als diese intelligente und rhetorisch raffinierte Richterin Richterin Jeanne Charmant-Killmann, die mit solch einem Fall von Veruntreuung von möglicherweise astrononischem Ausmass betreut wird. Sie lässt den an einer Hautallergie leidenden Firmen-Chef Humeau (Francois Berleant) verhaften und versucht ihm etwas nachzuweisen. Dabei wird sie konfrontiert mit Informanten, mit Maulwürfen, mit karrieregeilen Opportunisten. Nicht zuletzt kriegt sie noch eine Kollegin an die Seite gesetzt - eine Situation, von dem mancher sicher erhofft, dass sich die beiden immer mächtiger werdenden Frauen klischeegemäss als sich bekämpfende Zicken verhalten...und die Untersuchungen dadurch blockiert sind. Trotzdem arbeitet Jeanne mit voller Hingabe am Fall und schnell wird auch das Privatleben mit Ehemann Philippe (Robin Renucci) auf eine harte Probe gestellt....
Chabrols Film ist eine softe, augenzwinkernde Variante eines anderen bekannten französischen Films, Verneuils "I wie Ikarus", dieser ist allerdings viel ernster, spannender und radikaler am Thema und somit ein extrem guter Politthriller. Chabrols Variante ist psychologisch ausgefeilt und leiser, aber nicht minder interessant. Die Frauenfigur, die die Huppert spielt ist natürlich ein Glücksgriff...berauschend davon ebenso Machtfigur zu sein, nimmt auch ihre Kaltblütigkeit zu. Ein kluger Schachzug von Chabrol auch ne Menge versteckten satirischen Witz in dieses Szenario über das Erlangen, Verlieren und Tausch von Macht (in der Anfangssequenz muss der Firmenchef tatsächlich seine Hosen beim Antreten in die Untersuchungshaft runterlassen.
Manche werden den Film vielleicht langweilig und unverbindlich finden - mir hat er sehr gut gefallen, auch wenn der Film sehr dialoglastig ausfällt und sehr wenig Action und Thrill bietet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Alexander Gottwald TOP 1000 REZENSENT
... das erfährt die von einer Isabelle Huppert in Höchstform brillant verkörperte Untersuchungsrichterin Jeanne Charmant-Killman in diesem subtilen Sittendrama von Regiealtmeister Claude Chabrol aus dem Jahre 2006 in mehrfacher Hinsicht am eigenen Leib. Es geht nur vordergründig um eine Aufarbeitung des Elf Aquitaine Skandals aus den 90er Jahren, obwohl Chabrol dies durch seine ironische Einblendung eines Texthinweises auf die "lediglich zufälligen Ähnlichkeiten mit lebenden Personen" durchaus versucht anzudeuten. Ihm scheint aber der persönliche Blick auf die handelnden Personen, insbesondere auf Jeanne viel wesentlicher zu sein, als dokumentarische Exaktheit. In sofern ist auch der schwache deutsche Titel des Films nicht recht zu verstehen, lenkt er doch von Chabrols eigentlichem Motiv, die Machttrunkenheit aller beteiligten Personen darzustellen ab, indem er von "Geheimen Staatsaffären" spricht, ohne auch nur eine einzige zu zeigen. Was man sieht, sind lediglich einige der am Skandal beteiligten Wirtschaftsbosse, Geldwäscher usw. und natürlich Jeanne und ihre zerbrechende Ehe und Karriere.

Woran zerbrechen nun beide? Chabrol deutet an, dass die unterklassige Herkunft Jeannes in ihr einen gewaltigen Ehrgeiz geweckt haben mag, es den Reichen und Privilegierten zu zeigen. Sie genießt ihre Macht, erfährt aber mehr und mehr, dass sie sowohl an Leib und Leben bedroht, als auch mehr und mehr auf unwichtige Posten weggelobt wird. Zugleich zerbricht ihre Ehe immer weiter an ihrem Ehrgeiz, der wie der Film zeigt, eher dem Kampf des Don Quichote mit den Windmühlen gleicht als einem echten Sieg über Korruption und schwarze Kassen. Im Gegenteil: Der Film zeigt, wie gut dieses System funktioniert. Einige Leute werden angeklagt, der ehemalige Vorstandsvorsitzende wird fallen gelassen und geht gesundheitlich vor die Hunde, was Jeanne am Ende fast Leid zu tun scheint, während im Hintergrund weiter die Strippen gezogen werden.

Thomas, der Sohn von Regisseur Claude Chabrol in der Nebenrolle des Neffen Felix bringt immer wieder ein gewisses volkstümliches Element mit in die Handlung ein, wenn er in Gesprächen mit seiner angeheirateten Tante Jeanne eher gelassen bis belustigt auf deren Robbespierre-mäßigen fanatischen Verfolgungs- und Gerechtigkeitstiraden reagiert. Auch diese Besetzung scheint mir ein weiterer Hinweis darauf zu sein, dass Chabrol es nicht so sehr auf die politischen Hintergründe sondern eher auf die Bloßstellung der Machtgier eben gerade auch dieser Untersuchungsrichterin abgesehen hat, wozu auch passen würde, dass deren Real-Life-Vorbild Eva Joly rechtliche Schritte angedroht hat, die sie allerdings dann meines Wissens nie wirklich eingeleitet hat.

Fazit: Aus meiner Sicht viel mehr ein Film über die Versuchung von Macht und Eitelkeit, als über politische Zusammenhänge. Der Elf Aquitaine Fall wird lediglich als Aufhänger benutzt, um zu zeigen, wie tief alle handelnden Personen - einschließlich Richterin Jeanne Charmant - in diesem menschlichen Sumpf stecken. Wenn man Chabrols Aussagen und Gestus in den Interviews sieht, die in den Extras enthalten sind, fragt man sich allerdings, ob nicht auch er ein wenig von LIvresse Du Pouvoir angesteckt worden ist. Wer könnte es ihm verdenken...
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