Schwere Erkrankungen sind eine sehr persönliche Angelegenheit. Und so wird in dem wunderbaren Buch "Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten" von Thomas Hartl und Reinhard Hofer auch deutlich, dass die Wege aus der Krankheit, die Möglichkeiten der Heilung ebenfalls sehr individuell sind - und vielfältig. Zu Wort kommen in dem in zurückhaltendem Stil geschriebenen Buch krebskranke Menschen, die - von der Schulmedizin als "unheilbar" eingestuft - eigene Wege zur Heilung entdeckten. Menschen, die zum Sterben verurteilt waren und wieder ins Leben gefunden haben. Die Berichte der Betroffenen berühren und machen Mut, so wie das Buch insgesamt Hoffnung und Zuversicht gibt, dass es auch oder gerade wenn die Zeichen ungünstig stehen, Licht am Ende des dunklen Tunnels gibt. Der Kampf mit der Krankheit - hier dem Krebs - kann sehr hart sein, aber er bringt auch unerwartet schöne und bereichernde Aspekte mit sich. Das Leben kann am Ende, so wird deutlich, wieder eine ganz neue, überraschende Qualität gewinnen. Aus den in diesem Buch gesammelten Erfahrungen kann jeder Mensch für sich nicht nur einen Erkenntnisgewinn für den Umgang mit schwerer Krankheit, sondern auch ein tieferes Verstehen des Seins an sich mitnehmen, nicht zuletzt, weil den wertvollen Aussagen der Betroffenen so viel Raum gegeben wird. Es wird darin auch deutlich, welche unglaubliche Chancen die Selbstheilungskräfte des Körpers bieten und dass es jedem Menschen möglich sein kann, Zugang zu ihnen zu finden. Aber es bleiben auch Fragen an die Schulmedizin, vor allem, was den Umgang mit schwerkranken Menschen betrifft. Nicht wenige der Betroffenen haben erst außerhalb der Apparatemedizin zu wirklicher Heilung gefunden. Der Leser begreift, dass das Gesunden neben der medizinischen Behandlung auch viel mit der eigenen Geschichte, der Haltung und dem Lebensstil zu tun hat. Nicht zuletzt zählt auch die Kraft des Glaubens an die eigene Heilung, gerade wenn die Ärzte nichts mehr tun können. Das Buch der beiden fachkundigen (und auch selbst betroffenen) Autoren bleibt stets seriös und authentisch. Es verspricht keine Wunder, sondern dokumentiert überzeugend und motivierend, was Menschen im Umgang mit einer schweren Erkrankung erreichen können. Und das ist sehr viel. Ich empfehle dieses Buch allen Menschen, die sich als Betroffene oder Angehörige mit einer ernsten oder chronischen Erkrankung auseinandersetzen müssen und ich wünsche mir, dass es auch möglichst viele Ärzte lesen.