...'der bei beiden hauptdarsteller. Die geschichte ist nicht sonderlich realistisch, aber durch die erwähnten schauspielerischen superdarstellungen sehr einfühlsam und berührend aufgeführt. Warum ein gutsituierter chirurg, noch dazu mit einer attraktiven gattin verheiratet, eine frau der unterschicht vergewaltigt ist nicht so leicht nachvollziehbar. Ebenso unverständlich ist, daß diese Frau auf eine strafrechtliche verfolgung verzichtet. Daß er sich dann in sein vergewaltigungsopfer verliebt, ist, da es sich ja um Penelope Cruz handelt, jedoch umso verständlicher, da selbst die kleidungstücke vom trödel entliehen, und kiloweise falsch angebrachte schminke es nicht vermögen, Penelope zu verunstalten.
Unverständlich blieb es mir, warum er dann nicht die konsequenz zog, sich von (der angedeutet kaltherzigen) ehefrau zu trennen. Auch die lückenhaft erwähnte verkorkste jugend unseres hauptdarstellers lieferte keine erklärung für sein rätselhaftes handeln. Der schwere verkehrsunfall seiner tochter, der den anlass gab, sich seiner vergewaltigung und seiner verzweifelten liebe zu erinnern, wird dramatisch geschildert. Das fazit dieser erinnerung ist die unvollständig, zögerlich angedeutete reue für seine untat, und die hilfe der verschmähten geliebten aus dem jenseits, zum überleben des unfallopfers.
Es fällt immer schwer, lebensverhältnisse der oberern zehntausend im zusammenhang mit unserer sozial schwachen Italia (Penelope) auf einen nenner zu bringen. Auf der einen seite hochglanzbroschürenhaftes dasein, auf der anderen seite bitterste armut. Und diese armut toleriert scheinbar das charakterliche fehlverhalten unseres chirurgen?
Von der unplausiblen story abgesehen, sehr guter, unterhaltsamer und nachdenklich stimmender film. Ein stern abzug wegen der unrealistischen ansätze.