Die Erinnerungen von Dorothee Sölle habe ich verschlungen. Es war spannend, ihre Rückschau auf Ereignisse und Vergangenes lesend zu begleiten. Und immer der Bezug zur Gegenwart. Und immer die Tiefe einer Religiösität, die Mystik mit Widerstand und hellwachem Beobachten und Mitgestalten des Hier-und-Jetzt bedeutet. Persönliches und Politisches stehen nicht getrennt nebeneinander, sondern sind verwoben ineinander. Klare Aussagen gegen Diktaturen, Kriege und Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung tun gut. Keine wohl abgewogenen theologischen
Aussagen, sondern Zeitansagen gegen den Wahnsinn. Manche Bücher können einen ernähren wie Brote. Dieses Buch steht dafür.