"Gegen jede Chance" ist der vielversprechende Auftakt der "Heroes of Quantico" Serie, in der Agenten einer zivilen Antiterroreinheit des FBI im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
Hier ist es Teammitglied Evan Cooper der mit Hilfe seines Partner die Diplomatentochter Monica Callahan beschützen soll, die ins Visier von afghanischen Extremisten geraten ist und in höchster Gefahr schwebt.
Monicas Vater hält sich als Diplomat in Afghanistan auf und sieht sich dort mit einer Geiselnahme konfrontiert, die für ihn persönlich wird, als die Terroristen auch seine Tochter ins Spiel bringen. Da er sich einem Ultimatum der Geiselnehmer ausgesetzt sieht, muss er reagieren und schaltet das Hostage Rescue Team ein, um seine Tochter in Sicherheit zu bringen.
Da Monica schon vor Jahren den Kontakt zu ihrem Vater abgebrochen hat, ist sie zu Beginn wenig begeistert von dem Schutz der Agenten, denn die ungewöhnliche Situation erfordert es, sich mit ihrem Vater und damit ihren familiären Problemen auseinanderzusetzen.
Damit nicht genug, spürt sie, dass die anfängliche Sympathie zwischen Evan und ihr sich schon bald in eine zaghafte Anziehung verändert und ehe beide ihre Gefühle für einander näher untersuchen können, wird Monica von den Terroristen entführt...
Vorab sei erwähnt, dass wir es hier nicht mit einem gängigen Romantic Suspense zu tun haben, den der Leser so allgemein erwartet, denn man kommt hier doch mit einem recht ungewöhnlichen Thema in Form von Religion in Berührung, das so auf den ersten Blick wenig mit einem Romantic Thriller gemein hat.
Die Autorin präsentiert uns mit Monica eine Hauptprotagonistin, die eine praktizierende Christin ist und für die ihr Glauben eine immense Bedeutung hat und diese Thematik zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Buch und man wird als Leser des öfteren mit Religionsfragen in Form von Vergebung und Versöhnung konfrontiert, die auch in einigen Dialogen zwischen unserem Heldenpaar recht vordergründig hervorgehoben werden.
Ungeachtet dessen hat Irene Hannon hier zwei wirklich liebenswerte und vielschichtige Hauptcharaktere geschaffen, die wunderbar harmonisieren und bei denen man das Gefühl hat, da passt es einfach!
Sie gewährt uns als Leser wirklich einen mehr als tiefen Einblick in das Seelenleben der beiden und lässt uns recht intensiv an der Entwicklung ihrer Gefühle und Emotionen teilhaben.
Zum einen Monica als eine erfolgreiche und selbstbewusste Karrierefrau, die ihr Leben fest im Griff hat, die aber auch mit kleineren Schwächen ausgestattet ist, insbesondere im Hinblick auf ihr zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Vater.
Da hat die Autorin Monicas Zerrissenheit und Ambivalenz wirklich sehr ausdrucksvoll aufs Papier gebracht, die man als Leser förmlich spüren kann, insbesondere bei ihrem zunächst so unversöhnlichen Verhalten gegenüber ihrem Vater, was ja im völligen Widerspruch zu ihrem Glauben steht, der ja stets für Vergebung und Versöhnung appelliert.
Evans Darstellung als schweigsamer und verschlossener FBI-Agent entspricht auch herrlich schön dem so typischen Klischee eines Bodyguards, der natürlich in Sachen Glaubensfragen eine ganz andere Einstellung hat als die regelmäßige Kirchgängerin Monica und gerade diese Gegensätzlichkeit übt schon eine gewisse Faszination auf den Leser aus und man kann auch wunderbar Evans Glaubensreise durch die Lektüre begleiten und nachempfinden.
Alles in allem haben wir hier einen unterhaltsamen und kurzweiligen Lesestoff, der zudem noch mit Aktualität in Form von Geiselentführungen im Mittleren Osten beeindruckt und damit wirklich am Puls der Zeit liegt.
Dieses zeitgemäße Thema verflochten mit einer reizenden Love Story und der so brisanten Beimischung von religiösen Elementen stellt schon einen ganz besonderen Mix dar, zudem hier auch für unterschwelligen Nervenkitzel und prickelnde Spannung gesorgt ist.