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Thomas Pynchon ist ein Freak. Seit 1963 schottet sich der heute 71-Jährige von der Öffentlichkeit ab, es kursieren nur wenige mehr als 40 Jahre alte Fotos. Dafür hatte er vor kurzem Gastauftritte in drei Folgen der "Simpsons": Er sprach sich selbst, doch seine Figur hatte eine Tüte mit einem Fragezeichen über den Kopf gestülpt. Und er schreibt weiterhin sehr dicke und sehr seltsame Bücher. Pynchons sechster Roman bricht mit 1 596 Seiten zwar den eigenen Längenrekord, ist aber gleichzeitig sein bisher zugänglichstes Werk. "Gegen den Tag" beginnt an Bord eines Luftschiffs, das Kurs auf die Weltausstellung 1893 in Chicago nimmt, und endet wenige Tage nach dem Ersten Weltkrieg. Im Mittelpunkt stehen der Bergarbeiter, Anarchist und Bombenleger Webb Traverse und seine drei Söhne. Ganz Postmodernist, flankiert Pynchon seine Handlung mit historischen Personen, führt mehr als 100 Charaktere ein und lässt viele Handlungsstränge ins Nichts laufen. Der Plot pendelt zwischen albern und ernst, streift alle Genres von wissenschaftlicher Abhandlung über Spionagethriller bis hin zu Science-Fiction und lässt auf derbste Zoten hochliterarische Passagen folgen. Damit legt Pynchon das bisher beste Buch auf Dünndruckpapier vor, für das man schon mal seinen Sommerurlaub opfern kann. Gegen Verständnisschwierigkeiten haben seine Hardcorefans übrigens im Internet ein englisches Lexikon erstellt, in dem jede einzelne Seite bsprochen wird. (cs)
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Kurzbeschreibung
«DAS EINZIGE BUCH DIESER JAHRE, DAS DIE WELT, WIE SIE IST TATSÄCHLICH HERAUSFORDERT.» SÜDDEUTSCHE ZEITUNG Dieser Roman umspannt den Zeitraum zwischen der Weltausstellung in Chicago 1893 und den Jahren kurz nach dem Ersten Weltkrieg; er führt von Colorado über London und Göttingen, Venedig und Wien, den Balkan, Sibirien bis zum Hollywood der Stummfilmära sowie an ein, zwei Orte, die auf keiner Landkarte zu finden sind. Mit schrankenloser Phantasie und kauzigem Witz erzählt Thomas Pynchon von Macht, Dynamit und zügelloser Geldgier: «Vielleicht ist dies nicht die Welt, aber mit ein, zwei kleinen Änderungen könnte sie es sein.» «Ein Meisterwerk, wie man es als Literaturkritiker vielleicht nur einmal in seinem Leben annoncieren darf ... aktueller als hier hat Pynchon nie geschrieben.» denis scheck
Über den Autor
Thomas Pynchon wurde 1937 in Long Island geboren. Sein einziger öffentlicher Auftritt fand 1953 an der Oyster Bay High School in Long Island statt. Er studierte Physik und Englisch an der Cornell University, später schrieb er für Boeing technische Handbücher und verschwand. Seither sind seine Bücher (u.a. „Die Enden der Parabel“; „V“; „Gegen den Tag“) die einzigen öffentlichen Spuren seiner Existenz. Pynchon gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Er lebt in New York.