Dieser Roman ist kein Krimi, obwohl er Krimielemente aufweist, aber auch kein reiner Liebesroman, obwohl eine Liebesgeschichte erzählt wird. Gerade dieser Zwischenstatus hat mich sehr fasziniert.
Die Mathematikerin Steff und der Amerikaner Nicolas lernen sich in Berlin kennen und sie verliebt sich in ihn. Bei ihren Treffen (Café, Kneipe, Party, Strand), die aus zwei Perspektiven erzählt werden, beobachten sie sich gegenseitig misstrauisch und kommen sich doch näher - ein Spiel aus Maskerade und Betrug. Dabei ergeben sich viele Fragen: Was genau will Nicolas herausfinden? Was hat es mit seiner Behinderung und der Fotomanie auf sich? Und wird Steff ihr Leben ändern, um die Geheimnisse des Fremden zu lüften?
Auf der zweiten Handlungsebene, die zehn Jahre später angesiedelt ist, kann man gleichzeitig erleben, wie die Begegnung mit Nicolas letztendlich Steffs Leben geprägt hat - bis hin zu dem fatalen Ende ihrer Beziehung, das Folgen bis in die Jetztzeit hat. Da ist der Autorin eine faszinierende Konstruktion gelungen, die einen echt überraschenden Coup an den Schluss des Romans setzt. Überraschend, ungewöhnlich, lesenswert!