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Gegen alle Hoffnung: Gedichte und Kurzprosa [Taschenbuch]

Ulrich P Hinz
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Taschenbuch: 106 Seiten
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937930329
  • ISBN-13: 978-3937930329
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.884.035 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Lyrik von Ulrich P. Hinz.

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5.0 von 5 Sternen Harte Worte und zarte Worte 8. August 2004
Von M. Flöer
"Ich möchte Gedichte zerstören / Im offenen Kampf / Mit Hammer und Schwert" - Ganz schön harte Worte, die der Poet einem seiner vielen 'Ichs' in den imaginären Mund legt! Auch der Titel des Bandes, "Gegen alle Hoffnung", scheint ja eher Düsteres zu versprechen. Aber Gemach.

Der Poet ist der Schriftsteller Ulrich P. Hinz, der hier in seinem ersten eigenständigen Band einen Querschnitt seines bisherigen Schaffens vorlegt. Er teilt ihn in drei Bücher: I. Gedichte, II. Kurzprosa und III. "Einfach nur müde".

Die 42 Gedichte sind in ihren Formen und Themen sehr unterschiedlich. Harte Worte gibt es darin, brutale Gedanken, aber auch sehr zarte Töne, solche von tiefer Liebe und von Träumen. Reime und freie Rhythmen. Gedichte wirken im Kopf des Lesers, und zwar bei jedem anders. Deswegen nur das: Diese hier SIND lesenswert, also laßt sie auf euch wirken.

Im zweiten Teil präsentiert U. P. Hinz eine Auswahl von 18 Prosatexten von zum Teil aphorismenhafter Kürze. Manch eine macht den Eindruck einer Keimzelle für eine längere Geschichte - oder sogar einen Roman? Versonnenes, Bissiges, Humorvolles... Auch hier präsentiert der Autor ein breites Spektrum. Und mit 'Richard Urdal' ist ihm eine Figur gelungen, die man bestimmt nicht persönlich kennenlernen, von der man aber garantiert mehr lesen möchte.

Der letzte Teil, "Einfach nur müde", ist der längste Text dieses Bandes und in gewisser Weise eine Hommage an Charles Bukowski - aber keine Kopie. Daß hier - "Gegen alle Hoffnung"? - kein Happy End erreicht wird, sollte niemanden vom Lesen abhalten. Schließlich folgt noch ein Epilog, den man dann vielleicht doch als Hoffnungsschimmer verstehen kann... aber mehr wird hier nicht verraten.

"Gedichte zerstören"? Ulrich P. Hinz hat jedenfalls das genaue Gegenteil getan. Nämlich etwas geschaffen, ein kleines poetisches Universum: vielfältig, formenreich und voller verblüffender Gedanken. Astronomen behaupten, unser Kosmos expandiere. Diesem hier ist das ganz bestimmt zu wünschen. Schaut rein, taucht ein, freut euch an den Sternen!

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seismograph der Jahrhundertwende 23. November 2004
Wenn "Traumstraßen blutwundgefegt" (Todblau leuchtet der Abend Vergessen), "zerquetschte Gedärme das Pflaster benetzen" (Zeitzeuge) fühlt man sich in der Bildsprache an den "Medizyniker" Benn erinnert: Ulrich P. Hinz erweckt in seinen sprachlich virtuos ausgeführten Texten traumgleich mit dem Mut zur Ästhetisierung des Häßlichen, ohne gekünsteltes Harmoniestreben eine Welt der Vereinsamung und Entmenschlichung, in der das Individuum von seiner Außenwelt gleichsam "gelebt" wird und darin Verzweiflung und existentielle Bedrohung erfährt.
Wie kommt es, daß seine Texte "gegen alle Hoffnung" dennoch nicht perspektivlos bleiben? Sie konfrontieren den Leser mit dem Reflex des Ichs auf diese Trostlosigkeit seines Daseins am Beginn des 21. Jahrhunderts; nämlich mit den Sehnsüchten und Träumen eines Ichs, das die reale Welt um sich als aus den Fugen geraten wahrnimmt, aber in der Versprachlichung seiner Verletzlichkeit den unbedingten Willen zeigt, sich seiner Dissoziation zu stellen, und dadurch dem Leser eine klare Lesart gleichsam als Appell nahelegt: 1. Erkenne die Banalität des Lebens als außengesteuert. 2. Lasse nicht zu, daß sie deine Gedanken gefangen nimmt.
Der Band "Gegen alle Hoffnung" ist somit Bestandsaufnahme einer auf sinnentleerten Ritualen sich gründenden und überkommenen Gesellschaft und Ausweg aus deren Banalität zugleich. Der Autor deutet die Konsequenzen der heutigen entemotionalisierten Wirklichkeit als fragil und leblos und stellt ihr als Wert das in seinen Gedanken immer autonome Individuum gegenüber. Der Mensch hat trotz aller Hoffnungslosigkeit stets die Möglichkeit, sich den Bedingungen seines Daseins bewußt zu werden und bei aller Zergliederung der Umwelt in dieser Möglichkeit eine ewige Konstante zu erkennen. Hierin liegt die große Menschlichkeit, Schönheit und letztlich auch Hoffnung des Bandes von Hinz, der den Einzelnen als autonom über die vermeintlichen Ansprüche einer deformierten Gesellschaft stellt. Aufgrund des künstlerischen Gehalts der Sprachmittel gelingt es Hinz in seinen Texten, diese aktuellen Zeitphänomene in zeitlose zu wandeln. So erklärt sich der hohe Wiederlesewert dieses Bandes, den man immer wieder zur Hand nimmt, um in ihm etwas über sein eigenes Menschsein zu erfahren.
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5.0 von 5 Sternen Seiesmograph der Jahrhundertwende 23. November 2004
Wenn "Traumstraßen blutwundgefegt" (Todblau leuchtet der Abend Vergessen), "zerquetschte Gedärme das Pflaster benetzen" (Zeitzeuge)fühlt man sich in der Bildsprache an den "Medizyniker" Benn erinnert: Ulrich P. Hinz erweckt in seinen sprachlich virtuos ausgeführten Texten traumgleich mit dem Mut zur Ästhetisierung des Häßlichen, ohne gekünsteltes Harmoniestreben eine Welt der Vereinsamung und Entmenschlichung, in der das Individuum von seiner Außenwelt gleichsam "gelebt" wird und darin Verzweiflung und existentielle Bedrohung erfährt.
Wie kommt es, daß seine Texte "gegen alle Hoffnung" dennoch nicht perspektivlos bleiben? Sie konfrontieren den Leser mit dem Reflex des Ichs auf diese Trostlosigkeit seines Daseins am Beginn des 21. Jahrhunderts; nämlich mit den Sehnsüchten und Träumen eines Ichs, das die reale Welt um sich als aus den Fugen geraten wahrnimmt, aber in der Versprachlichung seiner Verletzlichkeit den unbedingten Willen zeigt, sich seiner Dissoziation zu stellen, und dadurch dem Leser eine klare Lesart gleichsam als Appell nahelegt: 1.) Erkenne die Banalität des Lebens als außengesteuert. 2.) Lasse nicht zu, daß sie deine Gedanken gefangen nimmt.
Der Band "Gegen alle Hoffnung" ist somit Bestandsaufnahme einer auf sinnentleerten Ritualen sich gründenden und überkommenen Gesellschaft und Ausweg aus deren Banalität zugleich. Der Autor deutet die Konsequenzen der heutigen entemotionalisierten Wirklichkeit als fragil und leblos und stellt ihr als Wert das in seinen Gedanken immer autonome Individuum gegenüber. Der Mensch hat trotz aller Hoffnungslosigkeit stets die Möglichkeit, sich den Bedingungen seines Daseins bewußt zu werden und bei aller Zergliederung der Umwelt in dieser Möglichkeit eine ewige Konstante zu erkennen. Hierin liegt die große Menschlichkeit, Schönheit und letztlich auch Hoffnung des Bandes von Hinz, der den Einzelnen als autonom über die vermeintlichen Ansprüche einer deformierten Gesellschaft stellt. Aufgrund des künstlerischen Gehalts der Sprachmittel gelingt es Hinz in seinen Texten, diese aktuellen Zeitphänomene in zeitlose zu wandeln. So erklärt sich der hohe Wiederlesewert dieses Bandes, den man immer wieder zur Hand nimmt, um in ihm etwas über sein eigenes Menschsein zu erfahren.
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