Ganz genau darum geht es am Ende in Peter Hyams Film -Gegen jeden Zweifel-. Der gesamte, dramaturgisch hervorragend aufgebaute Plot, findet sich in diesen vier Worten wieder. Gleich vorweg: Ich verstehe die Kritiken an Hyams Gerichtsthriller nicht ganz. Man kann -Gegen jeden Zweifel- eine Menge vorwerfen, eines jedoch ganz sicher nicht: Das der Film langweilig wäre. Hyams bringt die Geschichte schnell ins Laufen und sie wird hochgradig spannend bis ans Ende geführt. Mein einziges Manko an der Story: Wer entsprechende Filme kennt und gut aufpasst, der weiß ab Minute 25 wie die Story ausgehen wird; und: Es gibt Filme, wie z.B. -Das Leben des David Gale- die noch cleverer und intelligenter mit einem ähnlichen Thema umgegangen sind. Das war es dann aber auch schon mit meiner Negativkritik, die positiven Aspekte von Peter Hyams Regiearbeit überwiegen dagegen deutlich.
Bezirksstaatsanwalt Mark Hunter(Michael Douglas) ist auf dem Weg zum Gouverneursamt. In 17 Mordfällen hat Hunter den Täter hinter Schloss und Riegel gebracht. Seltsamerweise tauchten bei den Proszessen immer wieder nachträglich starke Beweismittel auf. Das bringt den jungen Zeitungsreporter C.J. Nicholas(Jesse Metcalfe) ins Grübeln. Er wittert Betrug...und eine Story. Um zu beweisen, dass Hunter Beweismittel fälscht, überredet C.J. seinen Reporterkollegen Corey Finley(Joel Moore) Hunter eine Falle zu stellen. Die beiden Reporter wollen nach einem beliebigen Mord fingierte Spuren legen, die den Tatverdacht auf Nicholas lenken sollen. Da diese Spuren nicht für eine Verurteilung reichen würden, rechnen sie damit, dass Hunter Beweise "nachlegt". Ihre eigenen Maßnahmen filmen die Reporter akribisch, um später vor Gericht Hunters Lügengebäude zum Einsturz zu bringen.
Auf den Mord müssen die beiden Reporter nicht lange warten. Eine Drogensüchtige wird erstochen. Der Plan von Nicholas und Finley läuft gut an und Nicholas landet tatsächlich im Knast. Aber dort muss er erkennen: Wer mit den Wölfen heulen will, der muss aufpassen, dass er nicht gefressen wird. Alles läuft plötzlich ganz anders, als Nicholas sich das ausgerechnet hat. Und das er, vor dem Mord, ein Verhältnis mit Ella(Amber Tamblyn) einer angehenden Anwältin aus Hunters Büro, eingegangen ist, macht die Sache auch nicht besser. So steuert alles auf die Gerichtsverhandlung hin, bei der es um Nicholas Leben geht...
-Gegen jeden Zweifel- ist sehr gut besetzt. Egal ob Douglas den fiesen Anwalt, oder Joel Moore den naiven Kumpel von C.J. Nicholas zum Besten gibt. Auch Jesse Metcalfe und Amber Tamblyn agieren äußerst glaubwürdig in dem spannenden Thriller. Eine Stärke von -Gegen jeden Zweifel- ist, dass die Handlung jeden Zuschauer zum mitraten und rätseln auffordert. Dabei vergehen die 109 Minuten äußerst kurzweilig.
Peter Hyams Film ist ein Remake von Fritz Langs -Jenseits allen Zweifels- aus dem Jahr 1956, nach einem Buch von Douglas Morrow. Hyams hat die Handlung in die "Neuzeit" übertragen, ansonsten aber nicht viel am Storybook verändert. Mich persönlich hat -Gegen jeden Zweifel- gut unterhalten. Die Kritiker in den USA konnte der Film jedoch nicht überzeugen. Sie dürfen, und müssen, mal wieder selbst entscheiden, was sie von Hyams Gerichtsdrama halten. Viel Spaß dabei.