Nach Jahren der Siebkrampferei mit Löffel bestellte ich letztes Jahr das nicht sonderlich günstige Gerät.
Obwohl durchaus benötigt, wird keine Lochscheibe 1 mm mitgeliefert, also mußte diese nochmals
für etwa zehn Jeuro von einem anderen Anbieter nachbestellt werden, was Zeitaufwand und
anfallende Kosten unangenehm erhöhte.
Der Griff des Gerätes ist mit seiner flachen Form nicht als ergonomisch zu bezeichnen.
Der Kurbelknopf hat kein Lager, quietscht daher etwas, und fühlt sich nicht qualitativ an.
Der Abstreifer für den Scheibenboden erweist sich als mitbezahlter Firlefanz, da er auf der
Achse befestigt werden muß. Die, wie vorgesehen, ständig ihre Tiefe ändert, was den Andruck
des dadurch stets verrutschenden Abstreifers auf der Scheibenunterseite schnell und zuverlässig
beseitigt.
Nun ja. Das Produkt ist komplett aus Metall gefertigt, was heutzutage einen Wahnsinnsluxus darstellt.
Getestete Früchte:
Hagebutte (vorgekocht, mit Rotationsmesser mußig zerkleinert):
Es stellte sich heraus, daß das Gerät mit Hagebuttenkernen nicht zurechtkommt. Es knackt, hakt und
klemmt, egal, mit welcher Scheibe. Da ist die Kunststoffsiebmethode, die bei größeren Mengen
nervig lange braucht und die Gelenke belastet, doch weitaus angenehmer. Vermutlich ist eine
mixerbetriebene Kunststoffschnecke statt eines Löffels ein weiterer kleiner Schritt, und wäre dann
als Anschaffung schwer zu empfehlen.
Holunder (gekocht, mit Rotationsmesser mußig zerkleinert):
Das funktioniert einigermaßen. Allerdings muß man, wie mit allem kernhaltigen bzw. unflüssigen Gut,
ständig nicht erfaßte am inneren Rand der Schüssel klebende Reste unter die Druckscheibe schieben.
Sehr nervig. Das Ausleeren muß durch gezieltes Kratzen erfolgen. Das ist umständlich, da man ständig
mit der Querstrebe und dem Abstreifblech ins Gehege kommt, und Gefahr läuft, daß gepreßte Reste
zurück auf ungepreßtes Gut fallen.
Sanddorn (wahlweise vorkochen, wahlweise mit Rotationsmesser zerkleinern, Kerne müssen intakt bleiben):
Von der aufwendigen Ernte abgesehen, lassen sich diese stark wasserhaltigen Beeren noch am einfachsten
verarbeiten. Auch der Auspreßgrad ist doch etwas höher als per Sieb. Wie sich das mit der Kunsstoffschnecke
vergliche, kann ich nicht sagen.
Es erwiesen sich mit dem getesteten Gut alle Scheiben über 1mm als ungeeignet bzw. überflüssig.
Das ist höchst unsinnig, da gerade diese Größe nicht zum Lieferumfang gehört. Aus Platzgründen haben ich
in Folge die zwei überflüssigen gröberen Scheiben entsorgt.
Die Resteprobleme wie unter Holunder beschreiben sind allgemein gültig. Auch kratzt und hakt die Druckscheibe
mit ihrem oberen Rand häufig an dem von der Querstrebe in die Schüssel ragenden Abstreifblech, sobald die
Kernmenge unter der Druckscheibe ein Mittelmaß und damit etwas Höhe erreicht hat - schon wieder Zeit zum
Auskratzen...
Fazit:
Für größere Mengen Früchte bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluß, aber kaum Alternativen in Sicht.
Ich werde wohl fürs nächste Jahr eine neue "Kunsstoffschnecke" auftreiben müssen. Immerhin, auch wenns nicht so
effektiv auspressen mag, ist doch solch ein Kunststoffsieb, es gab/gibt auch welche zum Passieren & Schüsselaufsetzen,
viel einfacher als dieses Gerät auszukratzen, und für Hagebuttenkerne anscheinend sinnvoller.