Ausgehend von den vielen guten Rezensionen ließ ich mich dazu hinreißen, mir besagten GEFO Spiralschneider zu bestellen. Ich freute mich schon sehr darauf auch endlich diese tollen Gemüsespaghetti herstellen zu können, wurde dann aber leider doch ein wenig von diesem Gerät enttäuscht.
1. Das Ganze funktioniert nur gut, wenn man wirklich kerzengerades, dickes und langes Gemüse parat hat. Ist das Gemüse mal ein klein wenig gebogen, funktioniert das Prinzip eines "Bleistiftspitzers" nicht mehr wie es soll. Die Spiralen brechen nahezu bei jeder halben Umdrehung ab und sind demnach arg kurz.
2. Selbst die feine Seite der Schneidemesser empfinde ich persönlich noch als zu grob. 2 mm x 3,5 mm geschnittenes Gemüse ist nicht unbedingt "gabelfreundlich" sondern ziemlich störrisch zu handhaben. Auch sensorisch sind diese dicken eckigen Dinger nicht gerade ein Leckerbissen - Gut, aber das ist letztlich wohl Geschmackssache.
3. Kürzere Gemüsesorten wie zum Beispiel rote Beete eigenen sich gar nicht für diesen Spiralschneider: mehr als max. 3-5 Umdrehungen schafft man damit nicht - auch nicht mit dem Restehalter.
4. Dünnes Gemüse wie z.B. junge Karotten eigenen sich ebenfalls nicht für dieses Gerät, da allein das Loch in der Mitte des Spirellis schon einen Durchmesser von 6-7 mm aufweist (nur alles was dicker ist, wird vom Spirelli erfasst und tatsächlich auch zu Spiralen geschält).
5. Zudem empfinde ich es als eine unnötige Verschwendung von Gemüse.
Da ich es mal genau wissen wollte, habe ich einen Versuch gestartet und zwei nahezu identische Karotten gesucht - also gleiches Gewicht, gleiche Länge und beide kerzengerade (je 91 g, ca. 3 cm breit und 17 cm lang)
Die erste Karotte drehte ich durch den Spirelli, bei der zweiten verwendete ich einen Sparschäler mit Keramikschneidemesser von Kyocera. (entsprechende Photos zum Vergleich habe ich eingestellt und sollten in Kürze freigegeben werden.)
Ergebnis Spirelli:
längste Spirale lag bei knapp 1,5 m, Dicke: 2x3,5 mm, tatsächliche Gemüseausbeute: 52 g, Abfall: satte 39 Gramm!
Ergebnis Sparschäler:
durchgängig 16-17 cm lang, Breite lag durchschnittlich bei ca. 4-5 mm, jedoch hauchfein bei einer Dicke von nur etwa 0,25 - 0,5 mm, tatsächliche Ausbeute: 87 g, Abfall: nur 4 Gramm - Was für ein Unterschied!
Mein Fazit daraus:
Der Spirelli produziert um fast das 10-fache(!!) mehr "Gemüseabfall" als der Sparschäler. Die langen groben Spiralen sind weder praktisch, noch fühlen sie sich schön auf dem Gaumen an. Und mal ernsthaft: Wer braucht schon 1,5 m lange Spiralen, es sei denn man will sie sich irgendwo als Girlande aufhängen? *gg*
Die im Vergleich dazu relativ "kurzen" Streifen beim Sparschäler sind zwar minimal breiter, dafür aber hauchfein und damit nicht nur "gabelfreundlich", sondern auch auf dem Gaumen ein Genuß. Auch optisch sind sie übrigens sehr ansprechend gewesen. Und für Gemüsespaghetti sind auch 16 cm ausreichend - je nach verwendetem Gemüsestück, das zudem auch mal etwas gebogen sein darf.
Zugegeben, für rote Beete eignet sich der Keramiksparschäler ebenfalls nicht besonders. Ich werde daher weiter nach einen guten Spiralschneider mit überzeugenderen Ergebnissen suchen müssen. Nur eins kann ich schonmal sagen: Der Spirelli ist es für mich nicht.