Geflüchtet fesselt - von der ersten bis zur letzten Seite! Peter Tannhoff und seine Freundin Claudia waren gerade mal Anfang 20, als sie beschlossen, aus der DDR zu flüchten und dabei Zukunft, Freiheit und Leben zu riskieren. Wie deprimierend, ausichtslos und trist muß das Leben drüben gewesen sein, wenn es selbst so junge Menschen zu solch halsbrecherischen, in der Regel tödlichen Ausbruchsversuchen trieb!
Tannhoff plante die Flucht generalstabsmäßig, und dennoch waren für das Gelingen der Flucht noch unzählige glückliche Fügungen notwendig, bedurfte es der gnädigen Hand des Schicksals. Das macht seine Geschichte bis zuletzt so spannend.
Aber auch im Westen reißen die drehbuchwürdigen Fügungen nicht ab; sein mutiger, hochriskanter Schritt öffnet Tannhoff unverhoffte Türen der Sympathie, man staunt manchmal fassungslos und freut sich umso mehr mit dem jungen Helden.
Tannhoffs Tat ist zeitlos - ein lauter, mutiger Aufruf zu selbstbestimmtem Leben. Sein Jubelschrei FREI, ENDLICH FREI!!, als er österreichischen Boden berührt, weckt Assoziationen mit Braveheart. Im Nachwort fragt man sich mit Tannhoff zurecht, ob und wann sich die Geschichte wiederholt, im Zeitalter der globalen Totalüberwachung und kollektiven Hystrionisierung. Beginnt ein Kampf um innere Freiheit, wenn kein Entrinnen aus den elektronischen Fesseln mehr möglich ist? Dazu ein Zitat eines guten Freundes: Wer wahre Freiheit erlangen will, muß ein Gefangener der Liebe werden.