Ein Buch, das jedem zu empfehlen ist, der die Schattenseiten des Krieges zu ertragen in der Lage ist. Das Schicksal der Gefangenen wird umfassend dargestellt. Beginnend bei den komfortabel untergebrachten amerikanischen Gefangenen (zumeist U-Boot-Fahrer, die ein Glückslos gezogen hatten, wenn sie ihren Stahlsärgen entronnen waren), den fair behandelten Gefangenen der Engländer (was nicht mehr in vollem Umfang für das Schicksal in den Rheinwiesenlagern galt) bis zu den kaum erträglichen Schicksalen der Gefangenen auf dem Balkan (praktisches Todesurteil nach unbeschreiblichen Folterungen, die dem vorausgingen) und den Gefangenen der Sowjetunion, die brutal - aber gemessen an damaligen landesüblichen Maßstäben - nicht unmenschlich behandelt wurden (man muß im Kontext sehen, wie Deutschland seine russ. Kriegsgefangenen behandelte). Besonders haarsträubend die Schicksale der fremdvölkischen Angehörigen der Wehrmacht, die ausnahmslos (auch vom neutralen Schweden) an die Russen ausgeliefert und dort umgebracht werden und - kaum zu ertragen - das Schicksal der Wehrmachthelferinnen, die, sei es als Nachrichtenhelferinnen oder im Sanitätswesen in die Hände der Sieger fallen (hier nur für Rußland wiedergegeben, hinsichtlich der Mißhandlungen in Frankreich ohne die schlimmsten Folgen (Ermordungen) aber wohl nicht weniger gravierend). Wer das liest, dem steht das Grauen ins Gesicht geschrieben, zumal bekannt ist, daß zwischen dem Schicksal der Zivilbevölkerung im Osten und diesen Wehrmachthelferinnen kaum Unterschiede bestanden und das Ausmaß dieser Kriegsfolgen erkennbar wird.