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Mehr als 20 Jahre liegt der bestialische Mord an einer jungen Frau zurück. Tatort ist eine Kleinstadt im beschaulichen Oklahoma, wo Recht und Ordnung noch etwas gelten. Im Zentrum der Ermittlungen findet sich ein junger Mann wieder, der einst die Hoffnung des örtlichen Baseballteams gewesen ist. Psychische Probleme und seine Alkoholsucht verhindern allerdings, dass Ron Williamson zum Stolz der Kleinstadt wird. In einer haarsträubenden Herleitung und durch unglaubliche Versäumnisse von Ermittlern, Staatsanwälten und Richtern wird Ron des Mordes "überführt". Zusammen mit einem alten Freund wird er zum Tode verurteilt und sitzt zuletzt in der "Death Row", der Todeszelle. Mit viel Glück gelingt eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Und der -- neu eingeführte -- DNA-Test beweist: Ron und sein "Komplize" sind unschuldig!
Mit Ron Williamson stellt Grisham einen Menschen in den Mittelpunkt, der wie er in einer Kleinstadt aufgewachsen ist und Baseballstar werden wollte. Das hatte Grisham fasziniert, als er zum ersten Mal von dem Fall hörte. Er, selbst Anwalt, hat sich einen Fall vorgenommen, der die Schwächen des amerikanischen Justizsystems zeigt. Schwächen, die tödliche Folgen haben können für unschuldig Verdächtigte ....
Der Gefangene berichtet von ohnmächtigen Einwohnern einer Kleinstadt, die mit einem brutalen Mord klarkommen müssen. Das Buch porträtiert sowohl die Angehörigen des Opfers, die die Schwere des Verbrechens fast erdrückt, als auch die der "Täter", die mit der vermeintlichen Schuld kaum leben können. Es stellt zynische Polizisten vor, die einen "Fahndungserfolg" erzwingen wollen. Es erzählt von Richtern, die Unschuldige zu "Tätern" machen.
John Grishams Buch beweist, dass die Wirklichkeit bisweilen schlimmer sein kann als die Fantasie. Der Gefangene ist ein beklemmendes Buch. Es ist spannend zu lesen und öffnet einem die Augen. Ob das Buch in Amerika selbst etwas bewegen kann, bleibt abzuwarten. Der Leitende Richter, der für die Verurteilung von Ron Williamson verantwortlich ist, ist jedenfalls noch im Amt. --Mathias Voigt, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
§??,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Taschenbuch)
Es ist ja nicht das erste Mal, dass John Grisham seinen Lesern unmißverständlich klar macht: ich bin auf wohlfeilen Applaus nicht mehr angewiesen. Deshalb erlaube ich mir ab und zu etwas anderes als den "typischen Grisham". Wer will ihm das ernsthaft verwehren?Natürlich ist "Der Gefangene" in mancherlei Hinsicht eine Zumutung. Grisham bringt den Leser mit dem nüchternen Polizeiberichtstil des nicht enden wollenden Anfangsteils schon an die Grenzen des Erträglichen (und manche drüber hinaus, wie man lesen kann). Ich mußte das Buch nach diesem Einstieg auch erstmal ein paar Tage zur Seite legen, weil ich befürchtete, depressiv zu werden. Aber die Wirklichkeit ist eben viel erschütternder als der haarsträubendste Roman es sein kann. Ich habs mir also bis zum bitteren Ende angetan, mit wachsender Begeisterung. Um am Ende zu sagen: so ungewöhnlich dieses Buch ist, so tief beeindruckend ist es, wenn man sich auf diese Reise einläßt. Danach muß man allerdings noch mit seinen eigenen Gefühlen fertig werden. Soll ich nun an der Menschheit verzweifeln oder Kämpfer gegen Justizirrtümer werden oder über derart verpfuschte Menschenleben weinen oder einfach nur froh sein, dass mir solches nicht widerfahren ist? Was lernt man aus dem Leben eines Mannes, der kurz vor seinem Tod sagt: "Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich lieber gar nicht erst geboren werden"? Wer nur spannende Unterhaltung sucht, sollte es sich zweimal überlegen mit diesem Buch. Wer sich berühren lassen mag, solls riskieren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gutes thema, geht aber besser,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Buch aus dem Karton genommen habe, war ich sehr erfreut, da John Grisham zu meinen Lieblingsautoren zählt. Eine wahre Begebenheit, die von ihm umgesetzt wird, muss einfach ein Bestseller sein.Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Ermordung von Debbie. Ihre letzen Schritte werden rekonstruiert. Der Stil ist hierbei wie bei einem Zeitungsbericht oder einer Polzeiakte sehr sachlich. Dies passt zu dem Einstieg in meinen Augen sehr gut. Danach lernte ich Ron kennen. Seine gesamte Lebensgeschichte. Sie ist wichtig, aber durch den Berichtstil wirkte sie zu sachlich, als das ich eine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Schnell wird deutlich, dass mich hier kein üblicher Thriller oder Roman erwartete, sondern ein Sachbuch. John Grisham hat lediglich alle Fakten zu dem kompletten Fall gesammelt und diese sachlich und erschütternd vermittelt. Die Geschichte geht sehr ans Herz, zumindest als ich angefangen habe, mir den sachlichen Stil besser vor Augen zu führen.( Dies hätte John Grisham aber von sich aus, ebenfalls umsetzen können.) Dadurch gelang es mir den labilen und depressiven Ron näher kennenzulernen. Es ist nicht nur tragisch, dass Debbies Mörder so lange frei herumgelaufen ist, sondern auch wie sie gestorben ist. Für Ron bedeutete es viele Qualen und ich habe, ab seiner Verurteilung richtig mit ihm gelitten. Am Anfang hielt ich ihn für einen verzogenen Bengel, der sich einfach alles erlauben konnte, aber nichts im Leben auf die Reihe bekommen hat. Das liegt aber an der Erziehung, machte ihn mir aber nicht sympathischer. Trotzdem hat niemand ein solches Leben verdient. Daran würde so mancher, auch sehr starker, Mensch zerbrechen. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass John Grisham ein wichtiges Thema ausgewählt hat und dieses ganz gut umgesetzt hat. Eine richtige Anklage an die Justiz von Amerika. Trotzdem konnte ich mich während des gesamten Lesens nicht an den berichtartigen Stil gewöhnen. Außerdem hat der Autor viele Fakten sehr häufig wiederholt und dies nervte manchmal schon. Gerade wenn es um die vermasselte Karriere ging. Durch den Kampf mit dem Stil, brauchte ich drei Tage zum Lesen. Wäre ein romanähnlicher Stil verwendet worden, hätte ich sicherlich nur zwei Tage benötigt. Hier wäre aber das Ausmaß der Situation gar nicht so gut vermittelt worden. Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Tatsachen-Romane liest. Gerade da jedem so etwas passieren kann. ===Bewertung=== Von mir erhält das Buch wegen der vielen Wiederholungen und des Stils lediglich drei Sterne. Sonst hat der Autor einen sehr bildhaften Stil, der hier einfach in den Fakten untergegangen ist. Pro: Thema Contra: Stilwahl Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Noch nie war die Wahrheit so spannend...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir Grisham's Gefangenen schon kurz nach seiner Veröffentlichung gekauft.Ich lies mir sehr viel Zeit bis ich eines Tages dann mit der Lektüre dieses Buchs begann. Ich muss zwar den Kritikern Recht geben, die behaupten dass der Anfang und die seitenlangen Analysen rund um Ron Williamson's sportliche Leistungen auf den Baseball und Basketballstadien von ganz Oklahoma, ziemlich langatmig ist. Es aber garnicht erst fertig zu lesen und gleich ein Urteil darüber zu verkünden ist gegenüber so einem tollen Sachbuch etwas zu sehr gewagt. Wenn man nähmlich erst einmal die ganze Einführung des Buchs durch hat, begreift man dass J.Grisham damit nur erreichen wollte dass man so viel wie möglich über den Aufstieg (Versuch eine Profi-Sportlerkariere zu beginnen), und den Niedergang (Anschuldigung, Verurteilung, Alkohol, Drogen usw.) des Hauptcharakters erfährt. So bald man dann ins Buch-Innenleben gelangt, beginnt dann das ewige Kopfschütteln, sowie Entrüstung, Wut und Trauer zugleich, über das von Wegen so toll funktionierende amerikanische Justizwesen. Ein Unschuldiger Mensch, mit einem wasserfesten Alibi gelangt in die Fänge der Justiz und wird in einem nahezu verbrecherischeren Verfahren zum Tode verurteilt, nur weil die grossen Justiz-Mächte so schnell wie möglich einen Sündenbock für einen Mord haben wollen. Der Mann entkommt der Giftspritze nur mit viel Glück. Und während dessen spukt einem der Gedanke im Kopf dass all dies tatsächlich passiert ist! Unglaublich!!! Ich habe noch nie bei einer Lektüre, so oft meinen Kopf geschüttelt... Ich kann dieses Buch einfach nur weiter empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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